VG-Wort Pixel

Luftangriffe auf Libyen Staatschef Gaddafi bleibt in Tripolis - "tot oder lebendig"


Die Bundesregierung hat bekräftigt, dass sich Deutschland nicht militärisch am Einsatz in Libyen beteiligen will. Gaddafi dagegen bleibt standhaft, er werde in Tripolis bleiben, "tot oder lebendig". Das sagte der Staatschef am Dienstag in einer Audiobotschaft im staatlichen Fernsehen.

Es gebe "großes Verständnis", dass in Ländern wie Frankreich und Großbritannien "schon aufgrund der Länge der Operation, eine gewisse Anspannung besteht und die Hoffnung, dass die Operation sehr bald zuende ist", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), am Mittwoch zu Beginn eines Treffens der NATO-Länder in Brüssel. Es bleibe jedoch dabei, dass Deutschland sich nicht an dem Militäreinsatz beteilige.

Über ein deutsches Engagement nach Ende des militärischen Konflikts äußerte sich Schmidt zurückhaltend. "Es ist zu früh, über diese Dinge im Einzelnen zu reden." Der Staatssekretär verwies jedoch auf ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama in Washington, bei dem die deutsche Regierungschefin eine Rolle Deutschlands beim Wiederaufbau Libyens ankündigt hatte. Dabei gehe es "in erster Linie (...) um Nachhaltigkeit und Wiederaufbau, um Unterstützung und den Aufbau von Strukturen", fügte Schmidt hinzu. "Da werden sicherlich Präsident Obama und Kanzlerin Merkel das ein oder andere erwogen haben."

Der Militäreinsatz in Libyen steht am Mittwoch im Mittelpunkt eines Treffens der Verteidigungsminister aus den NATO-Ländern. Mehr als zwei Monate nach Übernahme des Kommandos für den Einsatz wollen die NATO-Länder über den Fortgang der Angriffe beraten, mit denen Zivilisten vor den Truppen von Machthaber Muammar el Gaddafi geschützt werden sollen. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte angekündigt, die Mitglieder der Allianz um weitere militärische Mittel für den Einsatz zu bitten.

Die Nato hat in der Nacht zum Mittwoch ihre Luftangriffe in Libyen auf die Hauptstadt Tripolis konzentriert. Dies geht aus einem Bericht über die Einsätze hervor, den das Bündnis am Mittwoch in Brüssel veröffentlichte.

Demnach seien in Tripolis fünf Kommandozentralen getroffen worden, von denen aus Angriffe der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi auf Zivilisten gelenkt worden seien. Auch seien ein Fahrzeugdepot, zwei Luftabwehrgeschütze und eine Radaranlage zerstört worden. In der Nähe Tripolis sei eine weitere Kommandozentrale getroffen worden. Als einziges Ziel außerhalb der Region Tripolis nannte die Nato zwei mobile Geschütze, die in der Nähe von Al-Brega zerstört worden seien.

Nato-Diplomaten bestätigten, dass in den vergangenen Tagen die Angriffe auf Ziele in Tripolis verstärkt worden seien. Seit Beginn des Nato-Einsatzes vom 31. März wurden knapp 10 200 Einsätze geflogen, davon 3860 Kampfeinsätze.

Libyens Staatschef Muammar Gaddafi hat sich trotz der massiven Luftangriffe der Nato auf sein Land unbeugsam gezeigt. Er werde in Tripolis bleiben, "tot oder lebendig", sagte Gaddafi am Dienstag in einer Audiobotschaft im staatlichen Fernsehen. "Wir werden nicht kapitulieren, wir begrüßen den Tod, der Märtyrertod ist Millionen Mal besser". Seine Anhänger rief er auf, zu seiner im Laufe des Tages mehrmals getroffenen Residenz Bab al-Asisija zu kommen. "Wir werden die Feinde besiegen, dieser Kampf wurde uns aufgezwungen", sagte er.

ste/reuters/dpa Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker