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Polizeigewalt in Ohio: Freispruch für US-Polizisten nach 49 Schüssen auf Schwarze

Dutzende Male feuerten Polizisten auf das Auto zweier unbewaffneter Schwarzer in Ohio. Die Insassen starben. Einer der Polizisten wurde angeklagt - nun befand ein Richter ihn für nicht schuldig.

Die durchsiebte Windschutzscheibe des Todesopfers Timothy Russell

Die durchsiebte Windschutzscheibe des Todesopfers Timothy Russell

In den USA ist ein weißer Polizist freigesprochen worden, der 49 Mal auf zwei in einem Auto fliehende, unbewaffnete Schwarze geschossen hatte. Der zuständige Richter im Bundesstaat Ohio befand den 31 Jahre alten Michael Brelo für nicht schuldig. Es sei nicht zweifelsfrei erwiesen, dass die Schüsse des Angeklagten tatsächlich die Todesschüsse waren. Nach dem Urteilsspruch brach der Polizist in Tränen aus.

Unmittelbar im Anschluss protestierten zahlreiche Menschen vor dem Gerichtsgebäude in Cleveland. Sie riefen: "Keine Gerechtigkeit - kein Friede". Kommentatoren befürchteten, dass erneut Unruhen wegen Polizeigewalt ausbrechen könnten.

Zur Verhandlung stand ein Vorfall vom November 2012, an dem 13 Polizisten beteiligt waren. Sie gaben bei einer Verfolgungsjagd insgesamt 137 Schüsse auf das Auto von Timothy Russell und Malissa Williams ab, die dabei getötet wurden. Der Polizist Michael Brelo wurde anschließend vor Gericht gestellt, weil er auch noch geschossen haben soll, als das Paar schon nicht mehr fliehen konnte und demzufolge auch keine Gefahr mehr in Verzug gewesen sei.

Brelo kletterte auf die Motorhaube und schoss

Von seinen 49 Schüssen gab Brelo nach Angaben der Anklage 15 Schüsse ab, als das Auto bereits stand. Dabei sei der 31-Jährige auf die Motorhaube geklettert und habe durch die Windschutzscheibe gefeuert. In dem Auto wurden später keine Waffen gefunden. Bei einem Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung hätten dem weißen Polizisten bis zu 22 Jahre Haft gedroht.

Freigesprochen trotz tödlicher Schüsse auf zwei Schwarze: Polizist Michael Brelo

Freigesprochen trotz tödlicher Schüsse auf zwei Schwarze: Polizist Michael Brelo

Der nun verhandelte Fall ist nur einer von Polizeigewalt gegen Schwarze in Cleveland. Im November vergangenen Jahres wurde in der Stadt im Norden der USA ein zwölfjähriger Schwarzer erschossen, der auf einem Spielplatz mit einer Waffenattrappe spielte. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern noch an.

Im vergangenen Jahr hatten mehrere Fälle von tödlichen Schüssen auf Schwarze durch weiße Polizisten die USA erschüttert. In zwei Fällen entschied eine sogenannte Grand Jury, dass sich der jeweilige Polizist nicht dafür verantworten muss. Die Todesfälle und anschließenden Gerichtsentscheidungen führte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.

kis/DPA/AFP / DPA