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Albanien: Drogendorf verteidigt sich mit Panzerfäusten

Umkämpftes Gras: Die albanische Polizei hat das Dorf Lazarat eingekreist und trifft auf heftige Gegenwehr. Das als "Königreich des Cannabis" bekannte Dorf produziert Cannabis im Milliardenwert.

Hunderte Drogenfahnder waren bei der Umzinglung des "Königreich des Cannabis" im Einsatz - die Dorfbewohner wehrten sich mit Panzerfäusten

Hunderte Drogenfahnder waren bei der Umzinglung des "Königreich des Cannabis" im Einsatz - die Dorfbewohner wehrten sich mit Panzerfäusten

Mit Panzerfäusten und schweren Maschinengewehren haben Bewohner eines als "Königreich des Cannabis" bekannten Dorfes in Albanien Drogenfahnder angegriffen. Die Polizei habe am Morgen in Lazarat, 240 Kilometer südlich der Hauptstadt Tirana, einen Großeinsatz gestartet, erklärten die Sicherheitskräfte. Demnach waren 500 Polizisten rund um das Dorf positioniert, um die Cannabis-Felder zu zerstören. Dorfbewohner hätten auf die Beamten geschossen, um sie am Zugang zum Ort zu hindern. "Die Polizei ist entschlossen, den Einsatz fortzusetzen", hieß es in der Mitteilung.

Aus gut informierten Kreisen verlautete, Spezialkräfte seien zur Unterstützung der Polizisten vor Ort. Die Polizei verhandle mit den Dorfbewohnern über eine Niederlegung der Waffen.

Im 2200 Einwohner zählenden Lazarat werden laut einem italienischen Polizeibericht 900 Tonnen Cannabis pro Jahr hergestellt. Der Gesamtwert beträgt demnach 4,5 Milliarden Euro - beinahe ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes Albaniens. Vor zehn Jahren hatten Bewohner von Lazarat auf einen italienischen Hubschrauber geschossen, den sie verdächtigten, die Cannabis-Felder zerstören zu wollen.

stb/AFP / AFP