HOME

Tief Zeynep: Frühlingsgewitter kühlen Deutschland ab

Nach den vergangenen heißen Tagen hat Tief Zeynep für Abkühlung gesorgt. Heftige Frühlingsgewitter sorgten für vereiste Autobahnen und hochgedrückte Gullydeckel. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Überflutete Straßen nach Starkregen in Neumünster

Überflutete Straßen nach Starkregen in Neumünster

Erst die Hitze, dann das Donnerwetter: Tief "Zeynep" hat in Teilen Deutschlands für heftige Wetterkapriolen gesorgt. Bei einem heftigen Frühlingsgewitter mit Hagel, Blitz und Donner war die Fahrbahn nahe Rendsburg vereist, so dass die Fahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren, wie ein Polizeisprecher sagte. Zunächst stieß ein Sattelzug mit einem Auto zusammen, sieben weitere Fahrzeuge fuhren auf. Dabei wurden vier Menschen verletzt. Eine Frau schwebte am Freitagmorgen in Lebensgefahr, drei weitere Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die A7 war in der Nacht zum Freitag in Richtung Dänemark zeitweise gesperrt.

In Hessen tobte das Gewitter vor allem über Fulda. Die Wucht der Wassermassen war so stark, dass Gullydeckel herausgedrückt wurden. Auch die Bahnhofshalle stand am Donnerstagabend unter Wasser. Die Feuerwehr rückte zu 30 Unwettereinsätze aus. Die Retter pumpten etliche geflutete Keller leer, wie die Polizei mitteilte. Nach rund einer Stunde zog die Gewitterfront weiter.

In Nürnberg tobte in den Abendstunden ein Hitzegewitter mit Hagel, Blitz und Donner. Laut Feuerwehr wurden etliche Häuser abgedeckt. Abgeknickte Bäume blockierten Straßen, herabfallende Äste beschädigten Autos und Gebäude. Umgeknickte Bäume hingen in der Oberleitung der Bahn und lösten Kurzschlüsse aus. Die Feuerwehr rückte zu 160 Einsätzen aus.

Gute Aussichten fürs Wochenende

Zuvor war Tief "Zeynep" über Frankreich gezogen. Nordöstlich von Toulouse wurde eine Camperin getötet, als ein Baum auf ihren Wohnwagen fiel. In Biras westlich von Bordeaux kam eine 63-Jährige beim Einsturz eines Scheunendachs ums Leben. Im Südwesten des Landes waren mehr als 50.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. In Paris ließ die Stadtverwaltung vorsorglich Parks und Friedhöfe schließen.

In Deutschland ziehen die Gewitter nun weiter. Am Freitag werde die Unwetter-Kaltfront über dem Osten angekommen sein, wo am Donnerstag noch einmal hochsommerliche Temperaturen herrschten, sagte DWD-Meteorologe Christian Herold. Im Westen ist es dann schon kühler bei höchstens 24 Grad.

Am Wochenende sollen die Gewitter endgültig abgezogen sein. Dann werde bestes Ausflugswetter mit einem Mix aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen um 25 Grad herrschen. Am Sonntagnachmittag sei aber im Süden und in den Mittelgebirgen ein Blick in den Himmel ratsam, sagte Herold. Dort könnten sich wieder Gewitterwolken zusammenbrauen.

jen/DPA / DPA