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Tragische Verwechslung: Busunglück auf Madeira: Söhne wachen an Krankenbett der falschen Stiefmutter

Zwei Männer bangen in Köln an einem Krankenbett um eine Frau, die sie fälschlicherweise für ihre Stiefmutter hielten. Tatsächlich war diese aber bei dem Busunglück mit 29 Toten auf Madeira ums Leben gekommen.

Der verunglückte Bus auf Madeira

Der verunglückte Bus auf Madeira

DPA

Das Bus-Unglück auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira schockte sowohl die Einwohner der "Blumeninsel" als auch viele Menschen in Deutschland. Unter den 29 Todesopfern waren Urlauber aus ganz Deutschland – unter anderem auch aus Neumünster in Schleswig-Holstein. So sei laut der Zeitung "Holsteinischer Courier" ein 80 Jahre alter Mann ums Leben gekommen.

Die beiden Söhne des Mannes wurden aber auch darüber informiert, dass ihre 67-jährige Stiefmutter überlebt habe. Sie wurde in ein Kölner Krankenhaus gebracht. Dort blieben die beiden Söhne und bangten um das Leben der Frau. Tragischerweise stellte sich fünf Tage später heraus, dass es sich bei der Frau nicht um ihre Stiefmutter handelte. Diese sei wie ihr Mann ebenfalls bei dem Unglück gestorben.

Gesicht der Frau im Krankenhaus war entstellt

Die Frau, welche man fälschlicherweise für die Stiefmutter hielt, stammt eigentlich aus Hannover. Sie war bei dem Unglück so schwer verletzt worden, dass man sie ins künstliche Koma versetzt hatte. Beim Rücktransport wurde sie aufgeweckt und gebeten, mit Hilfe einer Buchstabentafel ihren Namen zu nennen. Laut Aussage von einem der Söhne hätte die Frau zwei Mal den Buchstaben "U" gedrückt. Anhand dessen hätte man die Frau ihrer Familie zugeordnet und sei sicher gewesen, dass es sich um die Stiefmutter handelt, so die Zeitung. 

Die vermeintliche Stiefmutter hätte eine ähnliche Statur gehabt und es wurden in der Klinik persönliche Gegenstände der echten Stiefmutter an die Söhne ausgehändigt. Eine einwandfreie Identifizierung war aber wegen der schweren Verletzungen und einem stark entstellten Gesicht der Frau nicht möglich.

Zahnabgleich bestätigt Vewechslung

Erst nachdem die Frau wieder zu Bewusstsein gekommen war, kamen erste Zweifel auf. Einer der Söhne erhielt einen Anruf von der Kriminalpolizei, der bestätigte, dass ihre Stiefmutter ums Leben gekommen sei. Man erkannte die Verwechslung, nachdem man den Ehering der Stiefmutter am Finger einer Toten fand. In den Ring war ihr Name eingraviert. Ein Zahnabgleich brachte schließlich die Gewissheit.

Laut "Holsteinischem Courier" wollte das Auswärtige Amt keine Angaben zu dem Fall machen. Auch vom Bundeskriminalamt gab es keine Auskunft.

Quellen: "Holsteinischer Courier", "Neue Osnabrücker Zeitung", "Bild"

rw