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10.000 Menschen protestieren: 19-jähriger Demonstrant in Venezuela erschossen

Die Demonstrationen gegen den venezolanischen Präsident Maduro werden von gewalttätigen Ausschreitungen begleitet. Ein 19-Jähriger wurde in einem Vorort von Caracas von Schüssen getötet.

Oppositionelle demonstrieren in Venezuela gegen Präsident Nicolás Maduro

Oppositionelle demonstrieren in Venezuela gegen Präsident Nicolás Maduro

Seit mehreren Tage gehen tausende Menschen in Venezuela auf die Straßen: Sie demonstrieren gegen Präsident Nicolás Maduro. Auch der 19-jährige Jairo Ortiz war unter ihnen. Bei Zusammenstößen zwischen oppositionellen Demonstranten und Sicherheitskräften ist er getötet worden.

Der junge Mann starb, nachdem er am Donnerstag von einer Kugel in der Brust getroffen worden war, wie der Sprecher der Polizei des Bundesstaates Miranda, Miguel Mederico, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Schüsse fielen in Montaña Alta, einem Vorort der Hauptstadt Caracas, als Demonstranten eine Straßensperre der Sicherheitskräfte durchbrechen wollten.

Demonstranten verletzt und verhaftet

Nach Angaben des Oppositionsabgeordneten Miguel Pizarro wurden dutzende weitere Demonstranten verletzt. Zwei von ihnen hätten Kopfverletzungen, einer einen gebrochenen Arm und eine Journalistin habe über Atemnot geklagt. Die Unruhen begannen, als sich der Demonstrationszug aus etwa 10.000 Menschen auf der wichtigsten Autobahn der Hauptstadt Caracas versammelte, um ins Stadtzentrum zu marschieren.

Die Demonstranten riefen "Nie wieder Diktatur" und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte, die sie mit einer Straßensperre am Weitergehen hinderten. Die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Nach Angaben von Präsident Nicolás Maduro wurden 30 Menschen festgenommen. Die Opposition kündigte ungeachtet des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte eine weitere Demonstration für Samstag an.

Politische Krise in Venezuela

Venezuela steckt seit Monaten in einer tiefen politischen Krise. Diese verschärfte sich vergangene Woche durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, das dem Parlament die Kompetenzen entzog und sie auf sich selbst übertrug. Nach scharfer internationaler Kritik und auf Drängen des linksgerichteten Präsidenten Maduro nahm das Gericht seine Entscheidung zurück. Das Parlament wird von der Mitte-rechts-Opposition dominiert.

fri / AFP