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Erhöhte Strahlung um Fukushima: Umweltschützer fordern weitläufige Evakuierung

Greenpeace hat die japanische Regierung aufgefordert, die Evakuierungszone um Fukushima zu erweitern. Experten der Umweltschutz-Organisation stellten eine erhöhte Radioaktivität nördlich des beschädigten AKW fest. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat von der japanischen Regierung gefordert, die Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 von derzeit 20 auf 40 Kilometer auszuweiten.

Bei eigenen Messungen habe Greenpeace auch in 40 Kilometern Entfernung von der Anlage "hohe Strahlenwerte" gefunden, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Teilweise seien außerhalb der 20-Kilometer-Evakuierungszone sogar höhere Strahlenwerte gemessen worden als innerhalb der Zone. So seien in dem Dorf Iitate 20 Kilometer außerhalb der Zone Werte von bis zu zehn Mikrosievert pro Stunde gemessen worden; die maximal tolerierbare Dosis liege bei 1000 Mikrosievert im Jahr.

Die eigenen Messungen stimmten mit denen der japanischen Regierung überein, erklärte der Greenpeace-Atom-Experte Jan van de Putte. Dennoch unterlasse es die Regierung in Tokio, "die Menschen zu schützen, sie aus der Gefahrenzone zu bringen oder auch nur angemessen zu informieren." Greenpeace hatte am Wochenende mit eigenen Messungen rund um Fukushima 1 begonnen. Bis Mitte April will die Umweltschutzorganisation ihre Messungen ausweiten.

Bislang hält die japanische Regierung an einer Evakuierungszone von 20 Kilometern um Fukushima 1 fest. In einem Umkreis von 30 Kilometern wurden die Bewohner aufgefordert, das Gebiet freiwillig zu verlassen, eine verpflichtende Anordnung dazu gibt es aber bislang nicht. US-Experten hatten empfohlen, die Evakuierungszone sogar auf 80 Kilometer auszudehnen.

AFP/DPA / DPA