Eyjafjallajökull auf Island Vulkanasche stört Flugverkehr in Nordeuropa


Nach Island und Norwegen wird jetzt auch in Großbritannien der Luftverkehr durch die Asche des isländischen Vulkans am Eyjafalla-Gletscher behindert. Wie die BBC am Donnerstagmorgen unter Berufung auf die britische Flugüberwachung berichtete, wurde der Luftraum im Norden Schottlands in der Nacht gesperrt, der Flughafen Aberdeen geschlossen.

Nach dem Vulkanausbruch unter dem isländischen Gletscher Eyjafjallajökull haben Aschewolken den Flugverkehr in Norwegen und Schottland behindert. Im Norden Schottlands wurde nach Angaben der Flugsicherheit der Luftverkehr am Donnerstagmorgen ganz eingestellt.

"Wir streichen Flüge in dem Gebiet, das von der Aschewolke aus dem isländischen Vulkanausbruch betroffen ist", teilte die Flugsicherheit auf ihrer Internetseite mit. Zuvor hatte auch die norwegische Flughafenverwaltung eine Sperre des Luftraums im Norden des Landes bekanntgegeben. Der Vulkan unter dem isländischen Gletscher war am Mittwochmorgen ausgebrochen, bis zu 800 Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die britische Flugsicherheit kündigte an, die Aschewolke werde vermutlich in Richtung Süden weiterziehen. Der Flugverkehr in ganz Großbritannien könnte im Laufe des Tages betroffen sein. Auch eine Sprecherin der Fluggesellschaft EasyJet warnte vor Störungen im britischen Flugverkehr.

Zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen war am Mittwoch der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island ausgebrochen. Die glühendheiße Lava brachte das Eis des gleichnamigen Gletschers zum Schmelzen, der über dem Vulkan liegt. Dampf und Rauch stiegen in die Höhe. Hunderte Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Die Evakuierung des Gebiets um den Gletscher war schon vorher eingeleitet worden, nachdem es Berichte über eine erhöhte seismische Aktivität gab, wie der Sprecher des isländische Katastrophenschutz mitteilte. Dreieinhalb Wochen nach den ersten Eruptionen am Eyjafjalla-Gletscher mussten am Mittwoch mehr als 700 Anwohner zum zweiten Mal ihre Häuser verlassen. Die Anwohner wurden in ein Rotkreuz-Zentrum in der nahe gelegenen Ortschaft Hvolsvollur gebracht.

Den Luftverkehr über Südost-Island unterband die Einsatzzentrale in der Hauptstadt Reykjavik wegen zunehmender Ausbreitung von Lavaasche in der Luft ebenfalls bis auf weiteres. Außerdem hieß es, dass mit einer weitflächigen Ausweitung von Flugverboten über dem Atlantik zu rechnen sei. Dies könne bei entsprechender Windentwicklung auch andere Länder wie Norwegen und Russland betreffen.

Der 120 Kilometer östlich von Reykjavik gelegene Vulkan Eyjafjallajökull brach am 20. März erstmals seit fast 200 Jahren wieder aus. Durch den Vulkanausbruch stiegen die Pegelstände mehrerer Flüsse um bis zu drei Meter. Es werde befürchtet, dass das dünn besiedelte Gebiet überschwemmt werde, sagte Olafsson. Anzeichen dafür, dass der in der Nähe gelegene Vulkan Katla auch ausbrechen könnte, gab es nach Angaben von Wissenschaftlern nicht. Hubschrauberpiloten berichteten, dass die Rauchsäule über dem Vulkankrater eine Höhe von sechs Kilometern erreicht habe.

Der Geophysiker Pall Einarsson von der Universität von Island erklärte, der Rauch sei ein Hinweis darauf, dass sich heißes Magma durch das 200 Meter dicke Eis über dem Krater des Vulkans fresse. Das Schmelzwasser fließe in Sturzbächen in tiefer liegende Gebiete. Der Geophysiker Gunnar Gudmunsson vom isländischen Wetteramt erklärte, der erste Vulkanausbruch im vergangenen Monat habe in einem Gebiet stattgefunden, in dem es kein Eis gab. Jetzt fänden die Eruptionen wahrscheinlich acht oder neun Kilometer entfernt am Gipfel unter dem Eis statt.

Der letzte Ausbruch am Eyjafjallajokull-Gletscher fand 1821 statt. Mehr Sorge bereitet den Experten aber der Vulkan Katla, der in der Vergangenheit oft zusammen mit dem Eyjafjallajökull ausgebrochen ist. Der Katla liegt unter dem dicken Eis des Myrdalsjökull-Gletschers. Dort fand der letzte Ausbruch 1918 statt. Nach Angaben von Vulkanologen ist ein neuer Ausbruch überfällig.

APN/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker