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Protokoll zum Terror in Frankreich: Mutmaßlicher Terrorist tötet drei Menschen und wird selbst erschossen

Ein Geiselnahme mit vier Todesopfern hat Frankreich erschüttert. Lesen die Ereignisse in unserem Newsticker nach.

Die News zur Geiselnahme im französischen Trèbes.

+++ 20.54 Uhr: Bekannte von islamistischen Geiselnehmer festgenommen +++

 Nach der islamistischen Geiselnahme in Südfrankreich ist eine enge Bekannte des getöteten Angreifers festgenommen worden. Die Frau werde der Mitgliedschaft in einer kriminellen terroristischen Vereinigung verdächtigt, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Freitag in Carcassonne. Sie lebte demnach mit dem marokkanischen Islamisten zusammen, der drei Menschen getötet hatte.

+++ 20.18 Uhr: Geiselnehmer in Südfrankreich bezeichnete sich als IS-Soldat +++

Der Angreifer in einem Supermarkt in Südfrankreich hat sich als "Soldat" der Terrormiliz Islamischer Staat bezeichnet. Das sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Freitagabend in Carcassonne. Der Mann habe zudem "Gott ist groß" auf Arabisch gerufen und gesagt, dass er bereit sei, für Syrien zu sterben. Eine Frau aus dem Umfeld des von der Polizei erschossenen Täters sei in Polizeigewahrsam genommen worden. 

+++ 18.29 Uhr: Macron: Zwei Verletzte in schlimmem Zustand +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Attacke und Geiselnahme in Südfrankreich als islamistischen Terroranschlag bezeichnet. Der Angreifer habe drei Menschen getötet und 16 weitere verletzt, sagte Macron am Freitagabend in Paris. Mindestens zwei Verletzte seien in einem schlimmen Zustand. Ein Polizist, der sich freiwillig als Geisel hatte eintauschen lassen, ringe mit dem Tod. "Er hat Leben gerettet", sagte Macron.

Eine Untersuchung müsse nun klären, wann und wie der Angreifer sich radikalisiert habe und wo er sich seine Waffe beschafft habe. Der Staatschef verwies darauf, dass die Terrormiliz Islamischer Staat die Tat für sich reklamiert hatte - diese Mitteilung werde derzeit analysiert.


+++ 17.54 Uhr: Macron beruft Krisensitzung wegen Geiselnahme ein +++

Nach der islamistischen Geiselnahme in Südfrankreich hat Präsident Emmanuel Macron eine Krisensitzung des Sicherheitskabinetts in Paris einberufen. Daran nahmen neben Premierminister Edouard Philippe und Innenminister Gérard Collomb am Freitag auch Vertreter der Sicherheitskräfte teil. Im Fernsehen waren Bilder zu sehen, wie Macron an einem ovalen Tisch im Innenministerium die Sitzung leitet.

In dem Fall ermittelt der Pariser Staatsanwalt François Molins, der für Terror-Ermittlungen zuständig ist. Er wollte gegen 19.30 Uhr in Carcassonne über den Stand der Ermittlungen informieren.

+++ 16.54 Uhr: Laut Macron hat sich die Terrorgefahr verändert +++

Nach Einschätzung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron könnte die Geiselnahme in dem Supermarkt in Trèbes für eine neue Art von Terrorgefahr stehen. Es gebe mittlerweile viele Menschen, die sich selbst radikalisierten und unterschiedliche Profile zeigten, sagte Macron am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.

Man sei nicht mehr in einer Situation wie vor zwei oder drei Jahren, als man es mit Angriffen zu tun gehabt habe, die aus der Region Syrien und Irak gesteuert worden seien. Die neuen Bedrohungen seien "endogen", also von innen kommend, erklärte Macron. Es gebe weiter eine starke Bedrohung. 


+++ 16.35 Uhr: Kinder dürfen Schulen nach Geiselnahme verlassen +++

Kinder und Jugendliche im südfranzösischen Ort Trèbes können nach Ende der Geiselnahme ihre Schulen verlassen. Das teilte die zuständige Präfektur auf Twitter mit. "Die Eltern können ihre Kinder abholen kommen", hieß es. Zuvor hatten die Behörden aus Sicherheitsgründen angeordnet, dass die Kinder in den Schulen bleiben. 

+++ 16.08 Uhr: Augenzeugin: Geiseln aus Supermarkt flüchteten in Autowerkstatt +++

Einige Geiseln aus einem südfranzösischen Supermarkt haben sich einer Augenzeugin zufolge in eine benachbarte Autowerkstatt gerettet. Die Leute seien ruhig geblieben. Sie hätten gewusst, dass sie in der Werkstatt in Sicherheit seien, sagte die Angstellte der Werkstatt dem französischen Radiosender RTL.

+++ 16.03 Uhr: IS reklamiert Geiselnahme in Frankreich für sich +++

Die Terrormiliz des selbst ernannten Islamischer Staats (IS) hat die Geiselnahme in Frankreich für sich reklamiert. Der Angreifer sei ein "Soldat des Islamischen Staates", meldete das IS-Sprachrohr Amak. Eine Einschätzung der französischen Sicherheitsbehörden hierzu liegt noch nicht vor. In der vergangenheit hatte der IS sich auch immer wieder mit Taten gebrüstet, ohne dass die Ermittler einen Bezug zwischen Taten und der Terrormiliz herstellen konnten.

+++ 15.30 Uhr: Name des Täters veröffentlicht +++

Der französische Innenminister, Gérard Collomb, hat bei einer Pressekonferenz Namen und Alter des Täters preisgegeben. Der Mann habe Redouane Lakdim geheißen und sei 26 Jahre alt gewesen. Er war bei der Polizei gelistet - sowohl weil er sich radikalisiert hatte als auch, weil er er mehrmals als "kleiner Dealer" aufgefallen sei.

+++ 15.19 Uhr: Polizisten beim Zugriff verletzt +++

Bei der Überwältigung des Geiselnehmers in dem Supermarkt wurden nach Angaben der Tageszeitung "Le Figaro" mindestens zwei Sicherheitskräfte verletzt. Einen Gesamtüberblick über die Anzahl der Verletzten gibt es bislang noch nicht.

+++ 15.15 Uhr: Pressekonferenz angekündigt +++

Eine offizielle Stellungnahme der Behörden zur Lage im Supermarkt gibt es derzeit noch nicht. Mehrere Nachrichtenagenturen wie die französische AFP melden, der Geiselnehmer sei von der Polizei erschossen worden. Andere französische Medien dagegen sind zurückhaltender und sprechen davon, dass der Täter „niedergeschossen“ worden sei. Das Innenministerium kündigte eine Pressekonferenz für die nächsten Minuten an.

Unterdessen sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Anwohnern von Trèbes die volle Solidarität zu.

+++ 14.45 Uhr: Geiselnehmer niedergeschossen +++

Die Nachrichtenagentur DPA und AFP melden übereinstimmend, dass der Geiselnehmer getötet wurde. In französischen Medien heißt es, er sei niedergeschossen worden.

+++ 14.35 Uhr: Macron und Merkel geben Pressekonferenz +++

Emmanuel Macron und Angela Merkel treffen sich derzeit auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Dort halten sie eine Pressekonferenz. Thema auch die Geiselnahme: "Sie dauert an", betont Macron. Es handele sich um einen Terrorangriff. 

+++ 14.31 Uhr: Schüler verharren in Schulen in der Nähe des Tatortes +++

Die Polizei hat den Bereich um den Supermarkt in Trèbes weiträumig abgesperrt, nach Angaben der Schulverwaltung in der Region befinden sich in den umliegenden Schulen jedoch noch Schüler und Lehrkräfte. Sie seien dort sicher und würden dort bis auf weiteres verharren, hieß es auf Twitter. Für Angehörige wurde eine Telefonhotline eingerichtet.

+++ 14.30 Uhr: Polizei: Dritte Person gestorben +++

Laut Polizeiangaben gibt es einen dritten Toten. Der Mann soll durch eine Kugel in den Kopf getötet worden sein. Zwei weitere Menschen sollen verletzt sein.

+++ 14.05 Uhr: Geiselnehmer verlangt offenbar Freilassung von Paris-Attentäter +++

Nach Informationen mehrerer französischer Medien soll der Geiselnehmer die Freilassung von Paris-Attentäter Salah Abdeslam gefordert haben.

+++ 13.52 Uhr: Täter war wegen Radikalisierung polizeibekannt +++

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass der Täter ein Mann marokkanischer Abstammung sein soll. Die Polizei hatte offenbar eine Akte wegen Radikalisierung über ihn angelegt.

+++ 13.40 Uhr: Mutter des Täters zum Einsatzort gefahren +++

Die Mutter des Täters ist von der Polizei offenbar ausfindig gemacht und zum Einsatzort gefahren worden. Das berichten mehrere französische Medien übereinstimmend. Der Terrorist soll marrokanischer Abstammung sein und im nahen Carcassonne wohnen.

+++ 13.35 Uhr: Zusammenhang mit zweiter Schießerei - Auto gefunden +++

Das Auto, aus dem am Vormittag auf mehrere Polizisten geschossen wurde, steht nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP auf dem Parkplatz des Supermarktes in Trèbes. Ein Zusammenhang zwischen der Geiselnahme in der südfranzösischen Gemeinde und den Schüssen auf die Beamten im nur wenige Kilometer entfernten Carcassonne ist damit sehr wahrscheinlich. Ein Beamter wurde bei dem Angriff verletzt.

+++ 13.25 Uhr: Mindestens zwei Tote und 12 Verletzte +++

+++ 13.18 Uhr: Kunde im französischen Radio: "Haben eine Stunde im Kühllager ausgeharrt" +++

Ein Kunde des Supermarkts hat sich gegenüber dem Radiosender France info gemeldet: "Ein Mann hat geschrien und das Feuer eröffnet. Ich habe die Tür des Kühllagers gesehen und Menschen mit hereingezerrt. Dort haben wir eine Stunde ausgeharrt. Es gibt immer noch Schießereien, wir sind dann durch die Rettungstür raus."

+++ 13.08 Uhr: Gendarmerie: "Situation ist nicht stabilisiert" +++

Der zuständige General der Gendarmerie, Jean-Valery Letterman, betont, dass die Situation noch nicht unter Kontrolle ist. "Wir erwarten leider eher, noch mehr Opfer zu finden", sagt er gegenüber französischen Medien wie "Le Monde".

+++ 13.02 Uhr: Anti-Terroreinheit der Pariser Staatsanwaltschaft übernimmt +++

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen, erfuhr die DPA aus Sicherheitskreisen. Das Innenministerium ruft via Twitter dazu auf, den Bereich um den Supermarkt in dem 5500-Einwohner-Ort zu meiden. Erste Spezialkräfte der Gendarmerie treffen vor Ort ein, Verstärkung aus Paris ist auf dem Weg. Laut französischen Medien wurde das Gebiet abgeriegelt.

+++ 12.55 Uhr: Weiterer Tatort? Polizist in der Nähe beim Joggen angeschossen +++

In Carcassonne, wenige Kilometer von Trèbes entfernt, wurde am Freitag zudem ein Polizist verletzt, als ein Unbekannter das Feuer auf Beamte eröffnete, die gerade vom Jogging zurückkamen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, war zunächst unklar.

+++ 12.48 Uhr: Polizei: Mindestens zwei Tote +++

 Bei der Geiselnahme in einem Supermarkt in der Stadt Trèbes in Südfrankreich sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Mit weiteren Opfern werde gerechnet, erklärte die Polizei am Freitag. Es sei noch nicht bekannt, ob es sich um einen oder zwei Geiselnehmer handele.

+++ 12.40 Uhr: "Figaro": Ein Supermarktmitarbeiter gestorben +++

Nach Informationen des "Figaro" soll ein Supermarktmitarbeiter bei der Geiselnahme gestorben sein. Laut dem Bürgermeister von Trèbes sei der Geiselnehmer aktuell allein mit einem Polizisten im Gebäude.

+++ 12.30 Uhr: Offenbar mindestens ein Toter bei Geiselnahme +++

Bei der Geiselnahme in einem südfranzösischen Supermarkt gibt es offenbar mindestens einen Toten. Das berichten französische Medien. Demnach sollen mehrere Personen von Kugeln getroffen worden sein. "Wir haben leider die Vermutung, dass es Tote gibt, aber momentan können wir keine Rettungssanitäter hereinschicken, um das zu prüfen", sagte Jean-Valery Letterman, der den Polizei-Einsatz leitet, der AFP. Polizeiangaben zufolge sollen acht Menschen in Geiselhaft sein. Der Täter hat sich offenbar zum IS bekannt.

Die Polizei sperrt Straßen rund um den Vorfall in Trebes

Die Polizei sperrt Straßen rund um den Vorfall in Trebes

+++ 12.17 Uhr: Premierminister: Situation in Südfrankreich ist "ernst" +++

Die Geiselnahme im südfranzösischen Trebes dauert weiter an. Die Polizei versucht, die Situation zu lösen, berichten französische Medien wie der "Figaro". Frankreichs Premierminister Edouard Philippe bezeichnet die Situation als "ernst".

+++ 11.53 Uhr: Polizist in Südfrankreich angeschossen - Geiselnahme in Supermarkt +++

Bei einer Schießerei in Südfrankreich ist nach Behördenangaben ein Polizist verletzt worden. Demnach ereignete sich der Vorfall in Carcassonne. Unterdessen nahm im nahe gelegenen Ort Trèbes ein bewaffneter Mann in einem Supermarkt Geiseln, Schüsse fielen. Der Mann soll sich zum IS bekannt haben. Noch ist demnach aber unklar, was genau passiert ist. Das Pariser Innenministerium meldete auf Twitter einen laufenden Polizeieinsatz und kündigte weitere Informationen an.

kng/wue / DPA / AFP