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Wegen Menschenhandels gesucht: Ghislaine Maxwell: Epsteins rätselhafte Partnerin in einem Burgerladen in Los Angeles gesehen

Nach dem Tod von Jeffrey Epstein konzentrieren sich die Emittlungen in Sachen Kinderschänderring auf seine langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell. Nun soll die 57-Jährige in Los Angeles gesehen worden sein - in einem Schnellimbiss.

Ghislaine Maxwell

Ghislaine Maxwell könnte im Fall Epstein die entscheidenen Informationen liefern

Getty Images

Einige Flüchtige schwören darauf, dass die Öffentlichkeit das beste Versteck sei – weil sie dort niemand vermutet. Möglicherweise war das auch der Gedanke von Ghislaine Maxwell, als sie sich ausgerechnet in einen "In-and-out-Burger"-Schnellrestaurant in Los Angeles setzte, um mit einem Stofftier an der Seite ein Buch über CIA-Einsätze zu lesen. Ein Reporter der "New York Post" hat die 57-jährige frühere Partnerin des verstorbenen US-Milliardärs Jeffrey Epstein gesichtet, angesprochen und auch fotografiert.

Maxwell soll die Zuhälterin gewesen sein

Die Frage, ob sie Ghislaine Maxwell sei, bejahte die mutmaßliche Helferin des der Pädophilie verdächtigten Epstein. "Ich schätze, das war das letzte Mal, dass ich hier gegessen haben werde", wird sie in der "New York Post" zitiert. Gegen Maxwell, Tochter des verstorbenen britischen Medienmoguls Robert Maxwell, wird unter anderem wegen des Handels mit minderjährigen Mädchen ermittelt. So soll sie viele Jahre lang dabei geholfen haben, Epstein junge Frauen für sexuellen Missbrauch zuzuführen.

New York: Inhaftierter Milliardär Epstein tot aufgefunden

Ghislaine Maxwell war fast dreißig Jahre lang erst Geliebte und dann Vertraute des Milliardärs, der eine sexuelle Vorliebe für minderjährige Mädchen hatte. Epstein wurde wegen Pädophilie bereits vor rund zehn Jahren verurteilt. Wegen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft kam er aber mit einer milden Strafe davon – und wurde so zum Symbol für eine bestens verdrahtete Elite, die mit allem davonkommt. Epstein besaß ungefähr eine halbe Milliarde Dollar und verkehrte mit den Reichen und Schönen der Welt: Von Bill Clinton über Donald Trump bis zu Prinz Andrew. Seine Boeing 727 hatte den Spitznamen "Lolita Express", seine Privatinsel Little St. James wurde "Insel der Pädophilen" genannt.

Hat sich Jeffrey Epstein selbst das Leben genommen?

Im Juli dieses Jahres wurde er erneut wegen mutmaßlichem Missbrauchs Minderjähriger verhaftet. Vor einigen Tagen dann wurde er tot in seiner Zelle aufgefunden, vermutlich hat sich er prominente Ex-Investmentbanker selbst das Leben genommen – nachdem er bereits kurz nach seiner Inhaftierung einen Suizidversuch unternommen haben soll. Epstein ist nun tot, deshalb konzentrieren sich die Ermittlungen im Fall von Missbrauch und Zuhälterei nun auf Ghislaine Maxwell.

Die 57-Jährige gilt als seine wichtigste Komplizin. US-Medienberichten zufolge hat sie sich mehrfach entschieden gegen alle Vorwürfe gewehrt. Mehrere mutmaßliche Opfer werfen ihr aber vor, im Zentrum des Prostitutionsrings zu stehen, Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben und sich auch selbst am Missbrauch beteiligt zu haben. Eines der mutmaßlichen Opfer gab an, sie sei als Epsteins "Sexsklavin" von Maxwell angeworben worden.

Diese Informationen stammen aus Akten zu einem Prozess, der mit dem Fall Epstein zusammenhängt. Öffentlich gemacht wurden sie einen Tag vor seinem Tod. Wegen dieser zeitlichen Nähe schwappt eine Welle von Spekulationen und Verschwörungstheorien über die USA. Unbestritten ist,

  • dass der 66-Jährige am Samstagmorgen leblos in seiner Gefängniszelle in New York gefunden wurde.
  • dass seine Wachen sich nicht an ihre Aufsichtspflicht gehalten haben, obwohl Epstein zwei Wochen zuvor offenbar schon einmal versucht hatte, sich das Leben zu nehmen.
  • dass es trotz Obduktion noch keine eindeutige Todesursache gibt. Festgestellt wurden bislang mehrere Knochenbrüche im Genick.

Viele Theorien, keine Beweise

Einige krude Theorien besagen daher, dass Epsteins Tod kein Suizid, sondern Teil einer Verschwörung gewesen sein könnte. Ob angeblich die Clintons dahinterstecken, Präsident Trump oder jemand ganz anderes - die Antwort hängt auch vom politischen Standpunkt des Betrachters ab. Die Feindseligkeit in der Debatte passt zum vergifteten politischen Klima in den USA. Die besten Investigativteams des Landes von der "New York Times", über die "Washington Post" bis zu CNN haben bisher keine Beweise für die Verwicklung von Angehörigen der US-Elite in Epsteins mutmaßliche Verbrechen finden können. Auf der Suche nach Gerechtigkeit hoffen viele der mutmaßlichen Opfer nun darauf, dass zumindest etwaige Komplizen zur Rechenschaft gezogen werden. Wie eben Ghislaine Maxwell.

Quellen: New York Post, "The Daily Beast", "USA Today", DPA, Washington Post", "The Guardian", "The Telegraph"

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.