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Wohl dutzende Tote: "Ich kann nicht atmen!": dramatischer Funkspruch von brennendem Boot

Nächtliche Tragödie vor der Küste von Kalifornien: Ein Ausflugsboot geht in Flammen auf. Fünf Menschen können sich retten, viele weitere werden tot aufgefunden. Auch für zahlreiche Vermisste besteht wenig Hoffnung. Ein Notruf vom Boot macht Katastrophe an Bord deutlich.

Kalifornien: Behörden bestätigen Dutzende Tote nach Schiffsbrand

Mitten in der Nacht ist ein Ausflugsschiff vor der kalifornischen Küste für zahlreiche Taucher zur Todesfalle geworden. Nur fünf Besatzungsmitglieder konnten sich mit einem Sprung von Bord der "Conception" in den Pazifik retten. Die übrigen Passagiere schliefen unter Deck, als das Schiff am Montag vor der Insel Santa Cruz Island in Flammen aufging. Bis zum späten Abend seien 20 Leichen geborgen worden, berichteten US-Medien unter Berufung auf Polizei und Küstenwache. Für 14 Vermisste gab es demnach kaum noch eine Überlebenschance.

39 Menschen waren nach Angaben der Behörden an Bord des Schiffes, das am Samstag von dem Küstenort Santa Barbara zu einem dreitägigen Tauchvergnügen zu den Kanalinseln gestartet war. Am Montagabend sollte die "Conception" eigentlich wieder an der kalifornischen Küste anlegen.

Dramatischer Notruf vom Schiff

Ein Notruf, der am frühen Montagmorgen kurz nach drei Uhr bei den Behörden eintraf, ließ Schlimmes ahnen: "Mayday, Mayday, Mayday", rief ein Mann mit panischer Stimme. Die Küstenwache fragte nach der Position des Bootes, die der Mann durchgab. Dann sagte er: "Ich kann nicht atmen!" In die Aufzeichnung mischen sich viele Geräusche, die Stimme ist am Ende nicht mehr zu verstehen. Die Küstenwache fragt mehrmals nach, welches die Position des Schiffes sei und vergewissert sich, dass 29 Menschen an Bord sind. Aber es kommt keine Antwort mehr.

+++ Hören Sie hier den Notruf, der von mehreren Fernsehsendern veröffentlicht wurde. Wir weisen darauf hin, dass der Notruf verstörend wirken kann. +++

Laut CNN soll die Küstenwache außerdem gefragt haben: "Können Sie zurück an Bord gehen und das Boot aufschließen?", "Es gibt keine Notausgänge für die Menschen an Bord?" und "Sie haben überhaupt keine Feuerwehrausrüstung? Keine Feuerlöscher oder so?"

Passagiere schliefen im Bootsinneren

Das Boot war nur 20 Meter vom Strand der Insel Santa Cruz entfernt vor Anker gegangen. Zunächst seien die Leichen von zwei Männern und zwei Frauen geborgen worden. Weitere Leichen hätten die Suchteams auf dem Meeresboden in knapp 20 Metern Tiefe entdeckt, aber noch nicht an Land bringen können. Für die Rettungstaucher sei es gefährlich, das völlig ausgebrannte Bootswrack zu durchsuchen. Das Schiff sei etwa vier Stunden nach Ausbruch des Feuers auf den Grund gesunken.

Die Passagiere des Ausflugsschiffes schliefen im Bootsinneren, als das Feuer aus noch unbekannten Gründen ausbrach. Zahlreiche Löschboote eilten zu der Unglücksstelle, doch jede Hilfe kam zu spät. Dramatische Fotos zeigen das Unglücksboot völlig von Flammen umgeben.

Brennendes Schiff auf dem Meer

Gerettete Crewmitglieder verstört

Zwei der fünf Crewmitglieder wurden bei der Flucht aus der Flammenhölle leicht verletzt. Mit einem kleinen Beiboot konnten sie nachts ein Fischerboot in der Nähe erreichen. Die Gruppe sei völlig verstört gewesen, sagten die Bootsleute Shirley und Bob Hansen laut "Los Angeles Times". Einer der Männer hätte ihnen weinend erzählt, dass seine Freundin noch unter Deck an Bord sei. Ein anderer berichtete, dass sie am Abend auf dem Boot die Geburtstage von drei Passagieren gefeiert hätten, darunter ein 17-jähriges Mädchen, das von seinen Eltern auf der Tauchreise begleitet worden sei.

Das Unternehmen "Worldwide Diving Adventures" hatte das Boot für den Taucherausflug an dem langen Laborday-Wochenende gechartert. Auf seiner Webseite versprach der Veranstalter ein Wochenende mit Tauchgängen, Kajakfahrten, Gourmet-Küche und Begleitung von einer Meeresbiologin.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, CNN, CBS Los Angeles, AP

rw / Barbara Munker