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Moorbrand in Meppen: Bundeswehrgelände brennt seit zwei Wochen: Feuerwehr kann Gebiet wegen Munitionsresten nicht betreten

Seit zwei Wochen steht ein Truppenübungsplatz in Meppen in Brand. Insgesamt rund 800 Hektar. Ausgelöst durch einen Raketentest. Wann die Rettungskräfte den Brand endgültig löschen können, ist unklar. Munitionsreste behindern die Arbeit der Feuerwehr.

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf.

Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen seit dem 4 September 2018 fünf Hektar Moorland in Brand. 

DPA

Dieses Feuer will einfach nicht ausgehen: Seit zwei Wochen brennen im niedersächsischen auf einem Bundeswehrgelände mehrere Hundert Hektar Moorgebiet. Die Rauchentwicklung ist so stark, dass das Feuer sogar aus dem All zu sehen ist, wie der Deutsche Wetterdienst auf Twitter mitteilte.

Ausgelöst wurde der Brand durch einen Waffentest: Von einem Hubschrauber hatten Soldaten Raketen abgefeuert. Eigentlich hätte die Bundeswehr- mit einer Löschraupe das Feuer nach dem Test gleich löschen sollen, doch die Löschraupe fiel aus und ein weiteres solches Fahrzeug war gerade in der Werkstatt. So konnte sich der Schwelbrand ausbreiten, bis ein Löschhubschrauber einsatzbereit war.

Nach Auskunft eines -Sprechers vom Dienstagabend versuchen derzeit mehr als 300 Einsatzkräfte der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks (THW) und von Feuerwehren aus dem Umland, den Brand zu löschen. 

Mittlerweile ist es den Einsatzkräften gelungen, die Lage zu stabilisieren. Die Feuerwehr habe ein Übergreifen der Flammen auf einen angrenzenden Wald verhindern können, teilte die Bundeswehr am Mittwoch mit. Evakuierungen der angrenzenden Siedlungen würden derzeit nicht ins Auge gefasst. Der Brand habe sich auf einer Fläche von 800 Hektar ausgedehnt. Wegen dort vermuteter Munitionsreste könne die Feuerwehr das Moorgebiet aus Sicherheitsgründen nicht betreten. Deswegen werde der Brand noch anhalten, das Ende des Einsatzes sei derzeit nicht absehbar. 

Brandgeruch bis nach Hamburg

Der Brandgeruch sorgte sogar schon für Feuerwehreinsätze weit außerhalb der Region. In Bremen gingen nach Angaben eines Feuerwehr-Sprechers am Dienstagabend mehrere hundert Notrufe wegen Brandgeruchs ein. Auch zu Sichtbehinderungen sei es im Stadtgebiet gekommen. Die Hansestadt ist mehr als 100 Kilometer vom Brandort entfernt. Betroffen waren unter anderem auch die Bewohner der Kreise Oldenburg, Verden, Cloppenburg, Vechta und Diepholz. Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen forderte die Anwohner der Landkreise am Dienstagabend auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch im 240 Kilometer entfernten  kam es zu Feuerwehreinsätzen, weil Menschen wegen des Brandgeruchs den Notruf wählten.

Moorbrand in Meppen

Ein Blick von oben auf den Moorbrand offenbart die Ausmaße

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Die Bundeswehr kündigte eine umfassende Überprüfung des vor gut zwei Wochen durch Raketentests ausgelösten Feuers an. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Selbstverständlich wird auch die Bundeswehr intern der Frage nachgehen, ob bei dem Test in Meppen geltende Vorschriften verletzt beziehungsweise Ermessensspielräume falsch genutzt wurden oder es eventuell Regelungslücken bei den Brandschutzvorschriften der Bundeswehr gibt, die wir schließen müssen."

Grünen-Politikerin verlangt Erklärung der Regierung

Zuvor hatte Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, in einem Gespräch mit der Zeitung erklärt, sie fordere von der Bundesregierung Auskunft über  die Schießübungen, die zu dem Brand geführt haben. "Vor dem  Hintergrund der monatelangen Trockenheit und Hitze halte ich die  Schießübungen der Bundeswehr bei Meppen für äußerst fahrlässig", so Polat. Dementsprechend schickte sie eine schriftliche Anfrage an die Bundesregierung. Die Grünen-Politikerin sieht vor allem die Verteidigungsministerin in der Pflicht: "Insbesondere auch vor dem Hintergrund der mangelnden Brandschutzsicherheit am Ort erwarte ich hier Aufklärung von  Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und vorerst ein  Ende der Schießübungen", erklärte Polat weiter.

Der Moorbrand ist nicht der erste mehrwöchige Brand auf dem Testgelände. 2010 habe ein Feuer rund sechs Wochen gebrannt, ehe es gelöscht werden konnte, erklärte ein Bundeswehr-Sprecher.

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