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News des Wochenendes: Seehofer: Maaßen wird Sonderberater für europäische und internationale Aufgaben

Maaßen wird Sonderberater +++ Nahles begrüßt Maaßen-Einigung +++ Koalitionsparteien sacken im Emnid-"Sonntagstrend" ab +++ Porsche steigt aus Produktion von Diesel-Autos aus +++ Die News des Wochenendes.

Horst Seehofer und Hans-Georg Maaßen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, l.) und Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen (Archivbild)

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Seehofer: Maaßen wird Sonderberater für internationale Aufgaben beim Innenminister (So., 20.17 Uhr)
  • Koalitionskreise: Maaßen soll nun Sonderbeauftragter für Sicherheit werden (So., 18.25 Uhr)
  • FDP-Vize Kubicki fordert wegen Maaßen-Streits eine Neuwahl (12.54 Uhr)
  • Koalitionsparteien sacken im Emnid-"Sonntagstrend" ab (So., 10.13 Uhr)
  • Porsche steigt aus Produktion von Diesel-Autos aus (So., 3.10 Uhr)
  • Ozapft is! - Reiter eröffnet 185. Oktoberfest mit zwei Schlägen (Sa., 12.06 Uhr)

Die Nachrichten des Wochenendes im stern-Ticker:

+++ 20.44 Uhr: Nahles bestätigt Aussagen Seehofers und lässt keine Nachfragen zu +++

SPD-Chefin Andrea Nahles hat das Statement von Innenminister Horst Seehofer bestätigt. Dass Maaßen als Verfassungsschutzchef abgelöst wird, sei "der SPD besonders wichtig" gewesen, dass er nicht befördert werde, "das ist gut", dass Bau-Staatssekretär Gunther Adler (SPD) im Amt bleibe, begrüßte die SPD-Chefin. Damit sei nun die "Grundlage gelegt, zur Sacharbeit zurückzukehren". Es sei nun die Aufgabe, "diese Regierung wieder in gutes Fahrwasser zu bringen".

+++ 20.17 Uhr: Seehofer: Maaßen wird Sonderberater für europäische und internationale Aufgaben +++

Einigung im Fall Hans-Georg Maaßen. Der umstrittene Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz soll künftig Sonderberater für europäische und internationale Aufgaben im Innenministerium werden. Das verkündete Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Abend vor Journalisten in Berlin. Zu Maaßens Aufgaben sollen die Rückführung von Flüchtlingen oder auch die europäische Sozialpolitik zählen, so Seehofer. Die Bezüge sollen mit den jetzigen identisch sein. Damit ist Maaßen nicht mehr für die innere Sicherheit zuständig ist. Laut dem CSU-Chef hat sich SPD-Chefin Andrea Nahles mit dieser Lösung einverstanden erklärt. Die bisherigen Generalsekretäre im Bundesinnenminister, darunter der SPD-Mann Gunther Adler, werden mit dieser Lösung im Amt bleiben, so Seehofer. Adler wäre bei der bisherigen Regelung in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden.

+++ 19.50 Uhr: Koalitionsspitzen im Fall Maaßen offenbar einig +++

Die Spitzen der Koalition haben ihren Streit um Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen offenbar beigelegt. Das Bundesinnenministerium kündigte für Sonntagabend ein Statement von Minister Horst Seehofer "zur Umsetzung der Vereinbarung der Parteivorsitzenden" an. Wie es heißt, soll Seehofer gegen 20.15 Uhr vor die Presse treten; etwa eine halbe Stunde später SPD-Chefin Andrea Nahles. Der CSU-Vorsitzende hatte sich am Abend mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles beraten.

+++ 19.21 Uhr: Angeblicher sexueller Übergriff von Supreme-Court-Kandidat Kavanaugh wird Thema in Senatsanhörung +++

Im Fall des mit Belästigungsvorwürfen konfrontierten Kandidaten für den Obersten Gerichtshof, Brett Kavanaugh, hat sich das mutmaßliche Opfer noch einmal zu Wort gemeldet: Sie werde am Donnerstag vor dem US-Senat aussagen, ließ sie über ein Statement ihrer Anwälte bekanntgeben. Der Senat hatte kurz danach bestätigt, dass es am Donnerstag eine öffentliche Anhörung wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung gegen Kavanaugh geben werde. Kavanaugh ist der favorisierte Kandidat von US-Präsident Donald Trump.

+++ 19.14 Uhr: Kreise - Maaßen soll nun Sonderbeauftragter für Sicherheit werden +++

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Abend im Bundesinnenministerium Sonderbeauftragter werden. Er soll nach diesen Informationen voraussichtlich zuständig für innere Sicherheit sowie die Verbindung zu internationalen Partnerdiensten werden.

+++ 18.21 Uhr: Laut Koalitionskreisen wird Maaßen nun doch kein Staatssekretär +++

Im Ringen um die Zukunft von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen ist eine erste zentrale Entscheidung gefallen: Der Beamte soll anders als zuletzt geplant nicht zum Staatssekretär befördert werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am frühen Sonntagabend aus Koalitionskreisen erfuhr. Damit ist offenbar ein zentraler Streitpunkt zwischen CDU, CSU und SPD beigelegt - und das schon vor einem geplanten Spitzentreffen im Kanzleramt. Der Beginn des Treffens war für 19 Uhr vorgesehen; zuletzt hieß der Beginn der Gespräche werde sich auf 20 Uhr verschieben. Welchen Posten Maaßen in Zukunft ausüben wird, bliebe zunächst unklar. Denkbar scheint weiter ein Wechsel ins Innenministerium. Es hieß aber, Maaßen werde in der gleichen Gehaltsstufe wie bisher bleiben.

+++ 17.57 Uhr: Seehofer: "Chancen auf Einigung stehen gut" - Spitzentreffen am Abend +++

Nach tagelangem Streit in der Koalition um die Zukunft von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sieht CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer eine Lösung in greifbarer Nähe. "Ich denke, die Chancen auf Einigung stehen gut", sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur. Für 19.00 Uhr war nunmehr ein Treffen der Koalitionsspitzen im Kanzleramt geplant.

+++ 17.52 Uhr: "Spiegel": Verteidigungsministerium hat angeblich rechtswiedrig Verträge mit Beratern vergeben +++

Der Bundesrechnungshof habe in einem einzelfall aufgedeckt, dass das Verteidiungsministerium von Ministerin Ursula von der Leyen Aufträge für externe Unternehmensberater für das neu eingerichtete Cyber-Kommando regelwidrig vergeben habe, berichtet der "Spiegel". Dem Nachrichtenmagazin zufolge gehe es um eine Summe von acht Millionen Euro, wie aus einem vertraulichen Bericht der Rechnungsprüfer vom 7. August - der dem Magazin vorliege - hervorgehen soll. Das Ministerium habe auf den Prüfbericht defensiv reagiert, laut "Spiegel" die Vorwürfe aber bestätigt. Man teile die Einschätzung der Prüfer und werde für das Projekt "CIT Quadrat" - offenbar Beraterleistungen für ein IT-Projekt der Bundeswehr, das intern "CIT Quadrat" genannt werde - keinerlei Leistungen mehr aus dem Rahmenvertrag 20237 abrufen. 

+++ 17.27 Uhr: Maaßen soll angeblich Staatssekretär ohne Gehaltserhöhung werden - 19 Uhr Krisentreffen +++

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll es im Streit um die Beförderung des umstrittenen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen eine vorkläufige Einigung geben. Demnach soll Maaßen wie bisher Staatssekretär in Horst Seehofers Innenministerium werden, allerdings ohne Gehaltserhöhung. Damit würde er formal nicht befördert. Eine genaue Quelle für die Information nannte das Blatt nicht, beruft sich allgemein auf "den Verhandlungsstand". "Bild" zufolge sollen die Koalitionsspitzen gegen 19 Uhr im Kanzleramt zusammenkommen.

+++ 16.35 Uhr: Dutzende Migranten in der Ägäis aufgegriffen - Athen entlastet Lager +++

Der Zustrom von Flüchtlingen in der Ägäis dauert an. Zwischen Samstagmorgen und Sonntagmittag sind nach Angaben der Küstenwache mehr als 180 Migranten in der Ägäis aufgegriffen worden. Zudem wurden zwei mutmaßliche Schleuser festgenommen, hieß es. 

Vor den Inseln Samos und Leros wurden demnach 70 Migranten aufgegriffen, 79 weitere vor den Inseln Lesbos und Chios. Auch vor der nordgriechischen Hafenstadt Alexandroupolis griff die Küstenwache 33 Migranten auf.

"Wir rechnen mit weiteren Ankünften in der Nacht und am frühen Montag", sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagnachmittag. Die Zahl der Migranten sei zwar im Vergleich zum Jahre 2015 deutlich kleiner. Damals gab es Tage, an denen 7000 Migranten aus der Türkei übersetzten. Die Aufnahmelager sind derzeit jedoch überfüllt, weil die Behörden die Asylanträge wegen Personalmangels nicht zügig genug bearbeiten können. 

+++ 16.33 Uhr: Demo mit Rechtsextremen: Dortmunder Polizei will Einsatz überprüfen +++

Nach Kritik an ihrem Einsatz bei zwei Demonstrationszügen von Rechtsextremen will die Dortmunder Polizei den Abend nochmals unter die Lupe nehmen. "Wir setzen eine Nachbereitungsgruppe ein", teilte das Polizeipräsidium mit. Der Anspruch der Dortmunder Polizei sei es, den Rechtsextremismus mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen. "Die Bilder von Freitagabend wirken jedoch verstörend. Es wird zu überprüfen sein, ob wir in der Einsatzbewältigung unserem Anspruch gerecht geworden sind", heißt es weiter.

Am Freitagabend waren Demonstrationszüge von Rechtsextremisten durch zwei Dortmunder Vororte gezogen. Dabei skandierten die Teilnehmer offen antisemitische Parolen. Kritik gab es daraufhin, weil die Polizei nicht eingegriffen hatte. Nach Angabe der Polizei wurden die Aufzüge der knapp 200 Extremisten von 80 Beamten in Uniform und zivil begleitet.

+++ 16.08 Uhr: Salvini verärgert: "Aquarius" nimmt Migranten vor Libyens Küste auf +++

Das Rettungsschiff "Aquarius 2" hat vor Libyen weitere Migranten in Seenot aufgenommen. Nach einem komplizierten Einsatz und nach Verhandlungen mit der libyschen Küstenwache hätte die "Aquarius" in internationalen Gewässern 47 Menschen aufgenommen, twitterte die Hilfsorganisation SOS Mediterranee. Darunter seien 17 Minderjährige und eine Schwangere. Bereits letzte Woche hatte das Rettungsschiff elf Migranten aufgenommen. Bisher ist allerdings unklar, wohin die "Aquarius" fahren wird. 

Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini erklärte, diejenigen anzeigen zu wollen, die illegale Einwanderung begünstigten. Er warf der NGO vor, nicht mit der libyschen Küstenwache kooperiert zu haben. "Für diese Herren (der NGO) bleiben die italienischen Häfen geschlossen", so Salvini. Er will, dass die libyschen Behörden die Rettungseinsätze übernehmen und die Migranten wieder zurück in das Bürgerkriegsland bringen. Salvini sagte, es seien weitere Boote mit etwa 100 Flüchtlingen an Bord von Schleppern aufs Meer geschickt worden.

+++ 15.22 Uhr: 800.000 Besucher am ersten Wiesn-Wochenende - mehr als letztes Jahr +++

Am ersten Wochenende des Oktoberfests sind nach Schätzungen der Festleitung mehr als 800.000 Besucher gekommen. Das waren deutlich mehr als 2017, als es rund 600.000 waren. Bei gutem Wetter feierten zusammen mit den Münchnern viele Touristen aus dem Ausland, etwa aus Australien, Neuseeland, Asien, den USA, der Schweiz und sehr viele aus Italien, wie die Festleitung mitteilte.

Festwirte, Marktkaufleute und Schausteller sprachen von einem "starken Auftakt". Sie seien mit den Umsätzen zufrieden. "Ich freue mich über einen hervorragenden Wiesnstart, der Lust auf mehr macht", sagte Wiesnchef Josef Schmid. Der CSU-Politiker ist auch Wirtschaftsreferent und zweiter Bürgermeister.

Die Gäste kamen mit Appetit und verspeisten 13 Ochsen - zwei mehr als im Vorjahr. Hunderttausende Liter Bier rannen durch die Kehlen. Wirtesprecher Peter Inselkammer registrierte einen "gesteigerten Durst" bei den Gästen. Auch in den Festzelten war der Andrang stärker als im Vorjahr, an den Eingängen bildeten sich am Abend teils lange Schlangen. Auch an den Fahrgeschäften herrschte reger Betrieb.

+++ 14.42 Uhr: Seehofer zu Streit um Maaßen: "Momentan sind wir auf gutem Weg" +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Koalition ihren Streit um Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen beilegen kann. "Momentan sind wir nach meiner Einschätzung auf gutem Weg", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung".

Ob es noch am Sonntagabend zu einem erneuten Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Seehofer und SPD-Chefin Andrea Nahles kommt, war am Mittag laut Koalitionskreisen weiter offen. In der "Bild am Sonntag" stellte Seehofer klar, er werde Maaßen nicht entlassen. Der SPD warf Seehofer eine Kampagne gegen Maaßen vor. "Ich habe eine Fürsorgepflicht für meine Mitarbeiter und entlasse sie nicht, weil die politische und öffentliche Stimmung gegen sie ist."

Video: Nahles will Maaßen-Deal neu verhandeln

+++ 13.54 Uhr: Mindestens 16 Tote bei Angriff in Demokratischer Republuk Kongo +++

Bei einem Angriff mutmaßlicher Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Unter den Toten in der Stadt Beni seien neben zwölf Zivilisten auch vier Soldaten oder Rebellenkämpfer, sagte ein Arzt der Nachrichtenagentur AFP. Augenzeugen machten die Rebellengruppe Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) für den Angriff verantwortlich.    

Die ADF kämpfte ursprünglich für den Sturz des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. In den 90er Jahren wurden sie aus dem Nachbarland Uganda vertrieben. Die muslimischen Rebellen sind nun hauptsächlich in der ostkongolesischen Unruheprovinz Nord-Kivu aktiv, sie gehen oft mit großer Brutalität vor.

+++ 13.50 Uhr: Mazedoniens Präsident ruft zum Boykott des Namensreferendums auf +++

Der mazedonische Präsident Djordje Iwanow hat zum Boykott des Referendums über die Änderung des Staatsnamens am kommenden Sonntag aufgerufen. Die Umbenennung des Balkanlandes in Nord-Mazedonien "gefährdet die nationale Identität", begründete er nach Medienberichten in Skopje seine Position. Daher werde er an der Abstimmung über ein entsprechendes Abkommen zwischen Mazedonien und Griechenland nicht teilnehmen, kündigte er an. 

Griechenland hatte 27 Jahre lang die Annäherung Mazedoniens an die Nato und EU blockiert, weil Skopje seinen Staatsnamen nicht wie verlangt ändern wollte. Athen befürchtet eine Verwechselung und möglicherweise sogar Gebietsansprüche des Nachbarn auf seine gleichnamige nördliche Provinz. Die USA hatten in der vergangenen Woche wiederholt in Aussicht gestellt, Mazedonien könne zügig das 30. Nato-Mitglied werden, sollten die Bürger in der Volksabstimmung die Namensänderung befürworten. 

+++ 13.34 Uhr: Schweizer Kanton St. Gallen stimmt in Referendum für Burka-Verbot +++

Als zweiter Schweizer Kanton hat St. Gallen in einem Referendum für ein Verbot muslimischer Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit gestimmt. Die Bewohner des Kantons im Nordosten der Schweiz votierten mit einer Mehrheit von knapp 67 Prozent für das Burka-Verbot. Damit wird St. Gallen der zweite Kanton nach dem Tessin, der Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit verbietet. Voraussichtlich im kommenden Jahr sollen die Bürger der gesamten Schweiz über ein landesweites Burka-Verbot abstimmen.

+++ 13.31 Uhr: Kreml: Russland könnte Pipeline Nord Stream 2 allein bezahlen +++

Russland kann die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 im Falle von US-Sanktionen gegen europäische Partner nach eigenen Angaben auch allein finanzieren. "Russland hat diese Möglichkeit", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstagabend in Moskau und bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Mögliche US-Sanktionen bezeichnete er als "Rowdytum". Man hoffe aber, dass es nicht soweit komme, sagte er dem Portal RBK.

Dem Zeitungsbericht nach hatte Präsident Wladimir Putin im August in Schloss Meseberg zu Kanzlerin Angela Merkel gesagt, dass Russland die Kosten notfalls allein tragen könne. Partner bei dem auf acht Milliarden Euro veranschlagten Projekt sind der russische Gasriese Gazprom und die europäischen Konzerne Engie, Uniper, OMV, Shell und Wintershall. Die Erdgaspipeline soll wie Nord Stream 1 von Wyborg in Russland durchs Meer nach Lubmin an der deutschen Ostseeküste laufen.

US-Gesetze machen Sanktionen gegen Nord Stream 2 und alle beteiligten Partner möglich. Dabei geht es um politische Strafen gegen Russland, die USA wollen aber auch eigenes Flüssigerdgas (LNG) nach Europa verkaufen. Die Bundesregierung befürwortet Nord Stream 2. In der EU gibt es dagegen Kritik, weil damit die Abhängigkeit von russischem Gas wachsen könnte. Außerdem umgeht die Leitung die Ukraine als Transitland.

+++ 12.54 Uhr: FDP-Vize Kubicki fordert wegen Maaßen-Streits eine Neuwahl +++

Angesichts des Streits in der großen Koalition um Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen fordert FDP-Vize Wolfgang Kubicki eine Neuwahl. "Dass die Koalition wegen zweier dummer Sätze des Leiters einer nachgeordneten Behörde an den Rand ihrer Existenz gebracht wird, zeigt deutlich, dass diese Verbindung tieferliegende Probleme hat", sagte Kubicki der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Es wird Zeit, die Wählerinnen und Wähler zu befragen", fügte Kubicki hinzu. Der SPD warf er vor, sie habe das Thema "aufgeblasen". Dies habe mit ihrem "dramatischen Bedeutungsverlust" zu tun. 

Video: Nahles will Maaßen-Deal neu verhandeln

Die Spitzen der Koalition wollen an diesem Sonntag über die Zukunft Maaßens verhandeln. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am angekündigt, im Laufe des Wochenendes eine "gemeinsame, tragfähige Lösung" finden zu wollen. Zuvor hatte SPD-Chefin Andrea Nahles die Kanzlerin und CSU-Chef Horst Seehofer zu einem neuerlichen Treffen aufgefordert. Grund waren die vielen negativen Reaktionen auf den ursprünglichen Plan, Maaßen als Verfassungsschutzchef abzulösen, ihn aber zum Innenstaatssekretär zu befördern.

+++ 12.34 Uhr: Mehrere 1000 Menschen demonstrieren im Hambacher Forst +++

Im Hambacher Forst haben erneut mehrere Tausend Menschen gegen die Räumung und die geplante Rodung des Waldgebietes demonstriert. Der Veranstalter des sogenannten Waldspaziergangs hatte mit rund 5000 Teilnehmern gerechnet. Bei schmuddeligem Regenwetter aber kamen wohl deutlich weniger in das Braunkohlerevier. Die Polizei wollte sich am Vormittag auf keine Zahl festlegen. dpa-Reporter berichteten von 3000 bis 4000 Teilnehmern. 

+++ 12.34 Uhr: Zeitung: Britische Premierministerin May erwägt Neuwahlen +++

Die politisch angeschlagene britische Premierministerin Theresa May lässt nach einem Medienbericht einen Notfallplan für Neuwahlen im November ausarbeiten. Auf diese Weise wolle sie die Brexit-Verhandlungen und ihr eigenes Amt retten, berichtete die "Sunday Times". Zwei ihrer Berater sollen bereits mit den Planungen begonnen haben. Eine klare Quelle nannte die Zeitung aber nicht. Downing Street dementierte den Bericht am Sonntag umgehend: "Das ist schlicht falsch", sagte ein Regierungssprecher.

Bereits im vergangenen Jahr hatte May Neuwahlen ausgerufen, um sich mehr Rückendeckung zu verschaffen. Der Plan ging jedoch daneben: Seitdem regiert die Premierministerin nur noch mit hauchdünner Mehrheit. Sie ist von mehreren Seiten angreifbar. In Großbritannien wird daher oft über einen möglichen Rücktritt Mays spekuliert.

Mit großer Spannung wird angesichts des enormen Drucks, der auf May lastet, auch der bevorstehende Parteitag der Konservativen erwartet. Er beginnt am kommenden Sonntag in Birmingham.

Video: Regierungschefs - Keine Fortschritte über Brexit bei EU-Gipfel

+++ 12.30 Uhr: Umfragewerte für Frankreichs Präsidenten Macron im Sinkflug +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird bei seinen Landsleuten immer unbeliebter. Nach einer Ifop-Umfrage für die Wochenzeitung "Le Journal du Dimanche" waren im September nur noch 29 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit als Staatschef zufrieden. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Damit ist Macron seit seiner Wahl im Mai 2017 in der Gunst der Franzosen so tief wie nie zuvor gesunken. Die meiste Unterstützung hat der Präsident bei Ökologie- und Naturschutzgruppen verloren. Hintergrund ist der Rücktritt des Umweltaktivisten Nicolas Hulot im August von seinem Posten als Umweltminister. Seine besten Umfragewerte erzielte Macron mit 62 und 64 Prozent im Mai und Juni 2017, den ersten beiden Monaten seiner fünfjährigen Amtszeit. 

Video: Eiffel-Turm erstrahlt in den Farben Japans

+++ 12.22 Uhr: Französische Film-Ikone Brigitte Bardot schämt sich für ihr Heimatland +++

Die französische Film-Ikone Brigitte Bardot schämt sich für das, was aus ihrem Heimatland geworden ist. "Ich bin aus tiefstem Herzen Französin", sagte die frühere Schauspielerin der "Welt am Sonntag". "Aber wenn ich sehe, was aus Frankreich wird, schäme ich mich ein bisschen." Das heutige Frankreich gefalle ihr "überhaupt nicht mehr".    

Bardot sagte, nicht nur Frankreich, auch sie habe sich verändert - "aber ich halte an der Ehre meines Landes fest, und die verliert Frankreich gerade. Seine Ehre, seine Stärke, seine Schönheit, seine Eleganz." Bardot hatte sich in der Vergangenheit als Unterstützerin der rechtspopulisischen Front National zu erkennen gegeben.     Die 83-Jährige, die sich seit Jahrzehnten dem Tierschutz verschrieben hat, fühlt sich ohnehin als Außenseiterin. "Ich bin anders", sagte sie der "Welt am Sonntag". "Ich habe das Aussehen eines Menschen und die Seele eines Tieres." Bardot hat immer wieder mit rechtsradikalen Äußerungen für Schlagzeilen gesorgt. Außerdem machte sie in der Vergangenheit Werbung für die rechtspopulistische Front National.

+++ 11.35 Uhr: Vier Tote durch Überschwemmungen in Tunesien +++

Bei Überschwemmungen im Nordosten Tunesiens sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei Männer und zwei Frauen seien auf der Halbinsel Cap Bon gestorben, wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte. Ein 60-jähriger Einwohner ertrank demnach am Samstag in der Stadt Takilsa. Eine weitere Leiche wurde später nahe dem Touristenort Hammamet geborgen.     

In der Stadt Bouargoub starben nach Ministeriumsangaben zwei Schwestern, als sie nach ihrer Schicht in einer Fabrik von den Wassermassen mitgerissen wurden. Auch das Zentrum der Provinzhauptstadt Nabeul stand am Samstag unter Wasser. Videos in den sozialen Online-Netzwerken zeigten, wie die Fluten Autos und abgebrochene Straßenteile mit sich rissen. 

+++ 11.20 Uhr: Schäuble: Deutsche sollten keine Angst vor Minderheitsregierungen haben +++

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat dazu aufgerufen, Minderheitsregierungen in Deutschland stärker als Möglichkeit in Erwägung zu ziehen. "Wir sollten die Erfahrungen anderer europäischer Nachbarn nicht geringschätzen, die stabile Regierungen haben, obwohl sie Minderheitsregierungen sind", sagte Schäuble der "Welt am Sonntag". Der CDU-Politiker verwies dabei auch auf die starke Stellung, die das Grundgesetz ausdrücklich der Bundeskanzlerin oder dem Bundeskanzler einräume.    

Die Deutschen sollten sich mit einer stabilen Kanzlerschaft nicht allzu sehr davor scheuen, "in einer besonderen Lage immer wieder neu Mehrheiten zu verschaffen", sagte der Bundestagspräsident. Im Bundesrat mit seiner parteipolitisch anderen Zusammensetzung sei dies ja ohnehin erforderlich.    

Schäuble kritisierte auch das immer mehr praktizierte Verfahren, bereits in einer detaillierten Koalitionsvereinbarung "die Entscheidungen einer Legislaturperiode vor ihrem eigentlichen Beginn festlegen" zu wollen. Dies werde nicht dem Parlamentarismus gerecht und auch nicht der Tatsache, "dass wir nicht wissen, was in vier Jahren alles geschehen kann".

+++ 11.08 Uhr: Bundeswehr: Lage bei Moorbrand im Emsland "stabil" +++

Der Kampf gegen den Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen ist am Sonntag fortgesetzt worden. "Die Lage ist weiter stabil und das Feuer unter Kontrolle", teilte ein Bundeswehrsprecher mit. Zunächst waren 1252 Einsatzkräfte dabei, weiter Feuer zu löschen. Der am Freitag vom Landkreis Emsland ausgerufene Katastrophenfall hatte noch Bestand. 

Der Moorbrand schwelt seit fast drei Wochen. Er war auf dem Übungsgelände ausgebrochen, als von einem Kampfhubschrauber des Typs Tiger aus Raketen abgefeuert wurden. Am Samstag hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Region besucht, Fehler der Bundeswehr eingeräumt und sich bei den Anwohnern entschuldigt.

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf. Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen seit etwa zwei Wochen riesige Flächen Moorland in Brand.

+++ 10.58 Uhr: Erdogan wünscht sich Ende der Spannungen mit Deutschland +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will mit seinem Staatsbesuch in Deutschland die Spannungen zwischen Berlin und Ankara "vollständig" hinter sich lassen. Das habe bei seinem Besuch Priorität, sagte Erdogan am Sonntag vor seinem Abflug zur UN-Vollversammlung in New York am Istanbuler Flughafen Atatürk vor Journalisten. 

Weitere Themen seien die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die angestrebte EU-Mitgliedschaft der Türkei und der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus. Erdogan sagte, er wolle zudem deutlich machen, dass die Türkei einen entschlosseneren Kampf gegen Aktivitäten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Gülen-Bewegung in Deutschland erwarte. Die Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen macht die türkische Führung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

+++ 10.44 Uhr: Russisches Militär gibt erneut Israel die Schuld an Flugzeug-Abschuss +++

Das Militär in Moskau hat erneut der israelischen Luftwaffe die Schuld am Abschuss eines russischen Flugzeuges vor der syrischen Küste gegeben. Das Verhalten der israelischen Piloten in der Situation sei unprofessionell "oder kriminell fahrlässig gewesen", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Ein russisches Aufklärungsflugzeug Il-20 mit 15 Soldaten am Bord war am vergangenen Montagabend über dem Mittelmeer einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr zum Opfer gefallen. Die Syrer hatten auf vier angreifende israelische Jets gezielt. Israel habe den kommenden Angriff zu spät mitgeteilt, sagte der Sprecher.

+++ 10.36 Uhr: Polizei ermittelt nach Brand in Bamberger "Ankerzentrum" +++

Nach dem Feuer im sogenannten Ankerzentrum für Asylbewerber im fränkischen Bamberg ist die Brandursache weiter unklar. Die Ermittler wollten sich noch einmal ein Bild von der Brandstelle machen, wie ein Sprecher der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberfranken erklärte. 

Der Dachstuhl eines Gebäudes der Wohneinrichtung für Flüchtlinge war am Samstag in Brand geraten. Die 150 Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen, drei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Das Feuer verursachte nach Schätzungen einen Schaden von zwei Millionen Euro. Laut Polizeiangaben vom Samstag gab es zunächst keine Hinweise, dass der Brand durch Einwirkung von außen entstanden ist. 

Anfang August waren in Bayern sieben Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen in sogenannte Ankerzentren umgewandelt worden. Die Einrichtungen sollen nach Plänen des Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) Asylverfahren von Migranten beschleunigen, die kein Bleiberecht haben. In der Bamberger Unterkunft leben laut Polizei aktuell rund 1400 Menschen.

+++ 10.13 Uhr: Koalitionsparteien sacken im Emnid-"Sonntagstrend" ab +++

Die Koalitionsparteien Union und SPD sind im "Sonntagstrend" des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die "Bild am Sonntag" erneut abgesackt. Die CDU/CSU verlor in der Umfrage zwei Prozentpunkte und fiel auf ein Rekordtief von 28 Prozent. Die SPD musste im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt abgeben und erreichte 17 Prozent. Damit kommen die Koalitionsparteien zusammen nur noch auf 45 Prozent.    

Die AfD konnte einen Punkt zulegen, blieb aber mit 16 Prozent hinter der SPD auf dem dritten Platz. Die Grünen verbesserten sich ebenfalls um einen Punkt auf 14 Prozent. Die Linkspartei erreicht elf Prozent (plus eins), die FDP blieb bei neun Prozent.    

Für den Sonntagstrend befragte Emnid zwischen dem 13. und dem 19. September 2368 repräsentativ ausgewählte Bürger. Die jüngsten Entwicklungen in der Debatte um den umstrittenen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen konnten also noch nicht in die Umfrageergebnisse einfließen.

+++ 9.36 Uhr: US-Regierung will Regeln für Vergabe von Green Cards verschärfen +++

Die US-Regierung will mit einem neuen Vorstoß zur Green-Card-Regelung die Vergabe von dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen eindämmen. Empfängern von staatlichen Hilfen soll es künftig deutlich erschwert werden, eine Green Card zu erhalten, wie das US-Heimatschutzministerium am Samstag mitteilte. Es solle verhindert werden, dass Anwärter auf eine Green Card "den amerikanischen Steuerzahlern zur Last fallen", sagte Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen.    

Bislang mussten Anwärter auf eine Green Card nachweisen, dass sie ohne direkte Geldzuwendungen vom Staat ihr Leben in den USA finanzieren können. Laut der geplanten Neuregelung soll es künftig auch deutlich negative Folgen haben, wenn Einwanderer staatliche Unterstützung etwa in Form von Essensmarken oder Zuschüssen zur Miete oder zur Krankenversicherung erhalten oder in der Vergangenheit bezogen haben.

+++ 9.20 Uhr: 5000 Menschen zu Kundgebung im Hambacher Forst erwartet +++

Im Hambacher Forst werden am Sonntag 5000 Menschen zu einer Demonstration gegen die Räumung und die geplante Rodung des Waldgebiets erwartet. Nach Angaben der Aachener Polizei sei eine stationäre Kundgebung (11.30 Uhr) geplant. Der ursprünglich geplante "Waldspaziergang" mit einem Gang durch das besetzte Waldgebiet war von der Polizei nur unter Auflagen genehmigt worden, "um den Schutz der Teilnehmer gewährleisten zu können", sagte eine Sprecherin.

Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Waldes abholzen, um weiter Braunkohle baggern zu können. Vor mehr als einer Woche hatten die Behörden begonnen, die im Wald von Aktivisten besetzten Baumhäuser zu räumen. Sie gelten als Symbol des Widerstands gegen die Kohle und die damit verbundene Klimabelastung. Nach dem Unfalltod eines Journalisten am Mittwoch wurde die Räumung bis auf weiteres unterbrochen.

+++ 8.14 Uhr: Zahl der Taifun-Toten auf Philippinen steigt auf mehr als 150 +++

Die Zahl der Todesopfer auf den Philippinen durch Taifun "Mangkhut" ist auf mindestens 155 gestiegen. Mehr als 70 Menschen würden weiterhin vermisst, teilten die Behörden mit. "Mangkhut" war vergangenes Wochenende über den Norden des südostasiatischen Landes gezogen und hatte durch starken Regen Erdrutsche und Unfälle ausgelöst.  Präsident Rodrigo Duterte besuchte am Freitag die Region um die Stadt Naga etwa 570 Kilometer südlich von der Hauptstadt Manila. Dort waren in dem Dorf Tinaan mindestens 45 Menschen durch einen Erdrutsch ums Leben gekommen. Rettungsmannschaften setzten die Suche nach 43 Vermissten fort.

+++ 6.50 Uhr: Maas kritisiert Informationspolitik der USA - Zu wenig Abstimmung +++

Außenminister Heiko Maas hat die Informationspolitik der US-Regierung gegenüber Deutschland kritisiert. "Wir erfahren von einigen Entscheidungen über Twitter", sagte der SPD-Politiker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Manchmal habe ich den Eindruck, auch der eine oder andere in den Vereinigten Staaten erfährt von Entscheidungen im Weißen Haus zuerst über Twitter. Das verändert die Zusammenarbeit."

US-Präsident Donald Trump hat seine Verbündeten schon häufig mit Twitter-Nachrichten überrascht. So ließ er zum Beispiel die Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Kanada im Frühjahr per Mitteilung über den Kurznachrichtendienst platzen.

Früher habe es in allen wesentlichen Fragen immer intensive Konsultationen mit den USA gegeben, sagte Maas. "Man hat sich eng abgestimmt auf allen Ebenen. Das gibt es jetzt immer weniger." Die Bundesregierung wünsche sich wieder mehr Dialog und mehr Abstimmung. 

+++ 6.37 Uhr: Auch AfD-Politiker sagen für Staatsbankett bei Erdogan-Besuch ab +++

Nach zwei Bundestagsabgeordneten von FDP und Linken haben auch vier AfD-Politiker ihre Teilnahme am Staatsbankett von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan abgesagt. Ein AfD-Fraktionssprecher teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, die Fraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel, Co-Parteichef Jörg Meuthen und Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann wollten ihren Einladungen zu dem festlichen Abend im Berliner Schloss Bellevue nicht folgen. 

Bei Preisverleihung: Deniz Yücel kritisiert Erdogan-Besuch: "Der Bundespräsident empfängt einen Verbrecher"

Zuvor waren bereits die Absagen des außenpolitischen Sprechers der FDP-Fraktion, Bijan Djir-Sarai, und von Linken-Fraktionsvize Sevim Dagdelen bekannt geworden. Erdogan hat Deutschland in den vergangenen 15 Jahren mehr als ein Dutzend Mal als Ministerpräsident und Präsident besucht. Nun steht vom 27. bis 29. September der erste Staatsbesuch auf Einladung Steinmeiers an.

+++ 5.27 Uhr: Ungewöhnliche Kokain-Spende an Justizbehörden in Texas +++

Die Justizbehörden im US-Staat Texas haben in einer Ladung gespendeter Bananen größere Mengen Kokain im Millionenwert gefunden. Das Department of Criminal Justice, das auch Gefängnisse in Texas verwaltet, hatte nach einem Bericht des Senders CBS von nicht näher genannter Seite in der Hafenstadt Freeport zwei Paletten mit 45 Kisten überreifer Bananen erhalten, die nicht mehr für den Verkauf geeignet waren. Beim Umladen der Früchte vor der Verteilung in den Strafanstalten entdeckten Beamte in den Kisten Kokain mit einem Straßenverkaufswert von knapp 18 Millionen Dollar (15,3 Mio Euro). Jetzt läuft die Fahndung nach dem Spender.

+++ 4.34 Uhr: Kauder-Herausforderer: Opposition in Regierung funktioniert nicht +++

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus (CDU) hat an die SPD appelliert, für den Zusammenhalt im Land besser zusammenzuarbeiten. "Opposition in der Regierung funktioniert nicht", sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Fall Maaßen und die Konflikte in der Koalition. "Union und SPD haben nur eine Chance, in der Koalition konstruktiv zusammen zu arbeiten, wenn jeder Partner klar in der Sache, aber respektvoll im Ton die Unterschiede in der Öffentlichkeit deutlich macht." 

"Auch im Mittelstand haben wir zunehmend Protestwähler, um die wir uns stärker als bisher kümmern müssen", sagte Brinkhaus. Es gehe in diesen Zeiten darum, die Demokratie aus tiefstem Herzen zu stützen. "Meine größte Sorge gilt dem Zusammenhalt dieses Landes. Da ist in den vergangenen drei Jahren etwas kaputt gegangen." 

+++ 4.22 Uhr: Flughäfen versichern: Kein Chaos in der nächsten Urlaubssaison +++

Verspätungen, Absagen, Gepäckverlust: Ein Flugchaos wie in diesem Sommer wird sich aus Sicht der Flughäfen nicht wiederholen. "Daran arbeiten Airlines, Flugsicherung und die ADV-Flughäfen derzeit sehr intensiv. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass die Situation nächstes Jahr schon deutlich besser sein wird", sagte Stefan Schulte, der Präsident des Flughafenverbands ADV, der Deutschen Presse-Agentur.

"Das, was dieses Jahr gelaufen ist, darf nicht Routine werden und wird sich nicht wiederholen", sagte Schulte, der auch Chef des größten deutschen Flughafen-Betreibers Fraport ist. Die Probleme führte er vor allem darauf zurück, dass Fluglotsen fehlten und dass die Airlines um die Kunden der insolventen Air Berlin rivalisierten.

+++ 4.04 Uhr: Experten erwarten sinkende Arbeitslosenzahlen +++

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich nach Einschätzung von Experten in den kommenden Monaten weiter stabil - auch wenn der Aufschwung etwas an Dynamik verloren hat. Die robuste Konjunktur wirke sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie gehen von einem moderaten Herbstaufschwung mit immer noch deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen aus.

Nach den Berechnungen der Ökonomen waren im September 2,256 Millionen Frauen und Männer ohne Job. Das wären etwa 95.000 weniger als im August und rund 184.000 weniger als vor einem Jahr. Für den stärkeren Rückgang sorge das Ende der Sommerpause. Viele Unternehmen hätten wieder verstärkt Mitarbeiter eingestellt, so die Experten. Die offiziellen Arbeitsmarkt-Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Freitag (28. September) bekanntgeben.

+++ 3.10 Uhr: Porsche steigt aus Produktion von Diesel-Autos aus +++

Der Sportwagenbauer Porsche steigt als erster deutscher Autokonzern aus der Produktion von Diesel-Fahrzeugen aus. "Von Porsche wird es künftig keinen Diesel mehr geben", sagte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume der Zeitung "Bild am Sonntag".     

Der Rückzug sei eine Reaktion auf die Dieselkrise. Porsche habe "nie selbst Dieselmotoren entwickelt und produziert", dennoch habe das Image von Porsche gelitten. "Die Dieselkrise hat uns viel Ärger bereitet." Porsche hat fast zehn Jahre Diesel-Fahrzeuge angeboten.    

Porsche wolle sich künftig auf das konzentrieren, was es besonders gut könne, sagte Blume: "Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein."     Nach Informationen der "Bild am Sonntag" steht das Stuttgarter Unternehmen im Verdacht, Manipulationen an Motoren vorgenommen zu haben. Mit einer "Emotionalisierungsfunktion", die auf dem Prüfstand nicht aktiv sei, sei der Motorensound auf der Straße verbessert worden. 

+++ 2.24 Uhr: Irna: Iran bestellt nach Anschlag auf Parade drei europäische Diplomaten ein +++

Die iranische Regierung hat nach dem Angriff auf eine Militärparade mit mindestens 29 Toten diplomatische Vertreter dreier europäischer Länder einbestellt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, wurden die Botschafter Dänemarks und der Niederlande sowie der britische Geschäftsträger am Samstag einbestellt. Teheran habe dagegen protestiert, dass die jeweiligen Länder "einige Mitglieder der Terrorgruppe beherbergen, die den terroristischen Anschlag begangen haben". 

+++ 1.34 Uhr: Zwei Männer verbrennen in Autowrack +++

Zwei Männer sind bei einem schweren Autounfall im hessischen Offenbach in ihrem Wagen verbrannt. "Zu dem schlimmen Unfall kam es am Samstagabend, als zwei Fahrzeuge mit voller Wucht frontal zusammenstießen", sagte ein Sprecher der Polizei. Einer der Wagen ging sofort in Flammen auf. Die 29 und 44 Jahre alten Männer waren eingeklemmt und starben in dem brennenden Wrack. Retter befreiten eine Frau und einen Mann aus den Trümmern des anderen Autos. "Beide schwebten in Lebensgefahr und kamen in Krankenhaus", sagte der Sprecher. Gutachter sollten die Unfallursache klären.

+++ 1.06 Uhr: 200.000 Menschen in Kanada nach Tornado ohne Strom +++

Nach dem Durchzug eines Tornados in der kanadischen Hauptstadt Ottawa sind am Samstag 200.000 Menschen ohne Strom gewesen. Der Tornado hatte am Freitag schwere Schäden in der Hauptstadtregion angerichtet. Ottawas Bürgermeister Jim Watson fühlte sich bei dem Anblick der Zerstörungen an ein Kriegsgebiet erinnert: "Das war so, als hätte eine Bombe in dem Stadtviertel eingeschlagen", sagte er bei einer Pressekonferenz. "Ich habe so etwas in meinem ganzen Leben in Ottawa noch nicht erlebt."     

Watson hatte sich noch am Freitagabend ein Bild von den schweren Schäden gemacht. Der Tornado war am späten Nachmittag (Ortszeit) durch die Stadt gefegt, Windböen hatten eine Stärke von bis zu 200 Stundenkilometern. Der Tornado beschädigte dutzende Häuser, deckte Dächer ab und wirbelte Autos durch die Luft. Rund 30 Menschen wurden verletzt. Sechs von ihnen wurden in Krankenhäusern behandelt, zwei davon waren lebensgefährlich verletzt.

+++ 0.19 Uhr: Nahles nennt Bedingungen für Fortsetzung der Regierung nach 2019 +++

SPD-Chefin Andrea Nahles will die Grundrente, das Zuwanderungsgesetz und die Bekämpfung der Wohnungsnot zur Bedingung für den Fortbestand der großen Koalition über 2019 hinaus machen. Zur Mitte der Legislaturperiode will die SPD gemäß einer im Koalitionsvertrag verankerten Revisionsklausel überprüfen, ob die Regierung fortgesetzt wird. "Es muss das umgesetzt werden, was wir verabredet haben", sagte Nahles dazu der "Bild am Sonntag" und zählte auf: "Die Grundrente muss eingeführt werden, damit Menschen, die Jahrzehnte gearbeitet haben, im Alter nicht zum Sozialamt müssen. Wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte. Und wir müssen dafür sorgen, dass es bezahlbare Wohnungen gibt. Wenn wir das schaffen, macht mir die Revisionsklausel keine Kopfschmerzen."


Nachrichten von Samstag, 22. September:

+++ 17.55 Uhr: USA melden 18 getötete Islamisten nach Luftangriff in Somalia +++

Bei einem Luftangriff in Somalia haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben mindestens 18 mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Al-Shabaab-Terrormiliz getötet. Die Attacke fand am Freitag rund 50 Kilometer nordwestlich der Hafenstadt Kismayo statt und wurde von einheimischen Kräften unterstützt, wie das Afrikakommando des US-Militärs mitteilte. Nach USA Angaben handelte es sich um "Selbstverteidigung", um einen Angriff der Extremisten zurückzuschlagen. Es seien keine Zivilisten zu Schaden gekommen, ebenso wenig wie US-Soldaten oder einheimische Sicherheitskräfte.

+++ 17.52 Uhr: Ex-Profi Klasnic gegenüber Vergleich im Berufungsverfahren skeptisch +++

Ex-Fußball-Profi Ivan Klasnic ist Medienberichten zufolge einem in seinem Berufungsverfahren vorgeschlagenen Vergleich gegenüber skeptisch. Er fordere eine offzielle Entschuldigung von den Beschuldigten, "die er noch nie bekommen habe", sagte er in einem Interview "Radio Bremen". Ob da am Ende des Tages ein Vergleich rauskomme, das werde man sehen. "Jetzt dauert der Prozess schon zehn Jahre, dann kann er auch 15 Jahre dauern, das ist mir egal", zitiert die "Kreiszeitung" Klasnic. Dem Bericht zufolge fordert Klasnic einen zweistelligen Millionenbetrag als Vergleich.

Das Oberlandesgericht in Bremen hatte im Berufungsverfahren um mögliche Behandlungsfehler bei der Nierenerkrankung Klasnics einen Vergleich von rund drei Millionen Euro vorgeschlagen. "Wir halten es für dringend geboten, darüber nachzudenken, ob man sich verständigt", sagte der Vorsitzende Richter am Ende des ersten Prozesstages am Freitag. Er riet den Prozessbeteiligten über eine Summe von rund drei Millionen Euro für den Ex-Bremer nachzudenken. Eine Idee wäre, die Summe unter drei Beklagten aufzuteilen, sagte er. Klasnic hat unter anderem den früheren Vereinsarzt von Werder Bremen verklagt. In erster Instanz hatte er vor dem Landgericht Bremen geltend gemacht, dass Ärzte und Einrichtungen seine Nierenerkrankung nicht erkannt und nicht richtig behandelt hätten.

+++ 17.18 Uhr: Haartrockner in Badewanne - Sohn soll Mutter getötet haben +++

Ein 53-Jähriger steht im Verdacht, in Hessen seine Mutter getötet zu haben. Er wurde festgenommen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ersten Erkenntnissen zufolge warf der 53-Jährige einen Haartrockner in die Badewanne, als seine Mutter darin saß. Der Stromschlag dürfte zum Tod der 76-Jährigen aus Darmstadt geführt haben, so die Ermittler. 

Nach der Tat habe der Sohn gegen Mittag einen Zeugen informiert. Dieser alarmierte die Polizei. Sie fand den 53-Jährigen vor der Haustür und nahm ihn fest. Der Mann habe einen verwirrten Eindruck gemacht. In der Wohnung entdeckten die Beamten dann die Leiche. Mutter und Sohn hatten zusammen in der Wohnung gelebt. Am Sonntag soll der Verdächtige zum Haftrichter gebracht werden.

+++ 17.00 Uhr: Britischer Außenminister: Tusk hat britisches Volk beleidigt +++

Im Streit um den Brexit liegen die Nerven blank: Der britische Außenminister Jeremy Hunt beschuldigte EU-Ratspräsident Donald Tusk, mit einem Foto vom EU-Gipfel "das britische Volk beleidigt" zu haben. Hunt bezog sich auf ein von Tusk bei Instagram gepostetes Bild, das die britische Premierministerin Theresa May mit dem EU-Ratspräsidenten am Kuchenbüfett zeigt. Als Kommentar schrieb Tusk: "Ein Stück Kuchen gefällig? Tut mir leid, keine Kirschen."    

Damit versuchte Tusks offenbar eine humoristische Anspielung auf das Großbritannien von EU-Seite oft vorgehaltene Rosinen-Picken bei den Brexit-Verhandlungen - die englische Redewendung dafür lautet "Kirschen-Picken". Die schwierigen Gespräche drehen sich um die künftigen Beziehungen zwischen London und der Europäischen Union.    

Außenminister Hunt fand Tusks Äußerung nicht witzig. Die britische Premierministerin und das britische Volk in sozialen Netzwerken zu beleidigen, sei nicht hilfreich bei der Bewältigung einer "schwierigen Situation", sagte Hunt der BBC. "Werten Sie die britische Höflichkeit nicht als Schwäche", warnte er.

+++ 16.00 Uhr: Falscher Mönch als erste "Bierleiche" auf der Wiesn +++

Ein falscher Mönch ist als erster Wiesnbesucher wegen überhöhten Alkoholkonsums behandelt worden - nur eine halbe Stunde nach Beginn des Bierausschanks. Der Mann habe eine Mönchskutte getragen, sagte die Sprecherin des Sanitätsdienstes Aicher Ambulanz, Ulrike Krivec. "Wir dachten, dass es ein Mönch ist." Im Laufe der Behandlung habe sich aber herausgestellt, dass es sich bei dem etwa 50 Jahre alten Wiesngast nicht um einen Ordensmann handelte.

Der Mann sei um 12.32 Uhr zur Sanitätswache gebracht worden - das erste Bier gab es um 12.00 Uhr. Viele Besucher, die morgens an den Eingängen zum Festgelände auf Einlass warteten, hatten schon Bier in Dosen dabei - und damit gut vorgeglüht. 

114 Sanitäter waren am Samstagmorgen im Einsatz, sie mussten bis zum Mittag 23 Patienten behandeln. Die meisten hatten sich bei Stürzen verletzt. Der erste Notfalleinsatz war eine halbe Stunde vor dem Anstich - eine Schwangere war in einem Zelt kollabiert.

Dirndl-Ausschnitt auf dem Oktoberfest

+++ 14.40 Uhr: Ein Toter nach Gasexplosion in Wohnhaus in Tschechien +++

Bei einer heftigen Gasexplosion in einem Wohnhaus in Tschechien ist ein Mensch ums Leben gekommen. Ein Überlebender konnte aus den Trümmern geborgen, wie die Agentur CTK unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete. Er und ein weiterer  Verletzter wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Einsatzkräfte suchten mit Spürhunden nach möglichen weiteren Verschütteten. Auch mehrere umliegende Häuser wurden bei der Explosion in der Gemeinde Mostkovice bei Olomouc (Olmütz) beschädigt. Die Ursache für das Unglück, das sich gegen Mittag ereignete, war zunächst noch unklar.

+++ 14.30 Uhr: Großbrand in sogennantem "Ankerzentrum" in Bamberg +++

In dem sogenannten Ankerzentrum für Flüchtlinge im bayerischen Bamberg ist ein Großbrand ausgebrochen. Wie die Polizei mitteilte, gelang es jedoch, alle Menschen, die sich in dem Gebäude aufhielten, rasch zu evakuieren. Verletzte oder gar Todesopfer habe es daher nicht gegeben.    

Die Behörden wurden laut Polizei gegen Mittag zunächst durch einen vorbeifahrenden Autofahrer alarmiert. In dem Gebäude befanden sich zu diesem Zeitpunkt neben den dort untergebrachten Flüchtlingen auch das Sicherheitspersonal. Die Löscharbeiten dauerten am Nachmittag weiter an.     Der gesamte Dachstuhl stand zeitweise in Flammen. Die Polizei rief Anwohner auf, wegen der starken Rauchentwicklung Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Brandursache war demnach zunächst unbekannt.

Ankerzentren sind Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, auf die sich die Koalition im Bund auf Drängen vor allem der bayerischen CSU verständigt hatte. "Anker" steht dabei für Ankunft, Entscheidung, Rückführung. Asylbewerber sollen für die gesamte Dauer ihrer Antragsprüfung untergebracht werden. 

+++ 14.29 Uhr: Mindestens 97 Tote durch Cholera im terrorgeplagten Nigeria +++

Ein Cholera-Ausbruch hat in Nigeria mindestens 97 Menschen das Leben gekostet. Hunderte weitere Menschen in dem westafrikanischen Land seien infiziert, teilte das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen mit. Eine Behandlung der Krankheit werde demnach durch die Aktivitäten der Terrorgruppe Boko Haram erschwert. 

3126 Menschen seien in den beiden Bundesstaaten Borno und Yobe infiziert. Diese liegen im Nordosten des Landes, wo die islamistische Terrorgruppe Boko Haram aktiv ist. 

Cholera wird in der Regel durch kontaminiertes Wasser übertragen. Es kann schweren Durchfall und Erbrechen auslösen und für Kinder, Alte und Kranke lebensgefährlich sein. Der Ausbruch wurde vor zwei Wochen im Bundesstaat Borno registriert. Seit Freitag gibt es auch Fälle im Nachbarstaat Yobe, wie das Gesundheitsministerium erklärte.

+++ 13.20 Uhr: Ministerin von der Leyen entschudligt sich nach Moobrand bei Bürgern +++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich bei einem Vor-Ort-Besuch wegen des Moorbrandes im Emsland nochmals persönlich bei den Bürgern entschuldigt. "Wir haben hier wirklich eine Scharte auszuwetzen", sagte sie im Gespräch mit Bürgern und Helfern in der Ortsmitte von Stavern. 

Am Freitag hatte der Landkreis Emsland erwogen, die Ortschaften Groß Stavern und Klein Stavern mit rund 1100 Einwohnern zu evakuieren. Von der Leyen entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten, die die Bundeswehr den Anwohnern des Geländes nahe Meppen verursacht habe. 

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf. Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen seit etwa zwei Wochen riesige Flächen Moorland in Brand.

Der Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände schwelt seit mittlerweile gut zwei Wochen. Er war auf dem Übungsgelände ausgebrochen, als von einem Hubschrauber aus Raketen abgefeuert wurden. Nach Bundeswehrangaben hat der Brand zwischenzeitlich eine 800 Hektar große Fläche erfasst. Der Fall beschäftigt mittlerweile auch die Justiz: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Brandstiftung gegen Unbekannt.

+++ 13.05 Uhr: Umwelthilfe erwartet bis Jahresende Diesel-Fahrverbote in zehn weiteren Städten +++

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erwartet bis zum Jahresende Diesel-Fahrverbote in zehn weiteren deutschen Städten. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch verwies im Magazin "Focus" auf anstehende Gerichtsentscheidungen unter anderem in Berlin, Köln, Essen und Dortmund. Bislang haben Gerichte Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß für Frankfurt am Main und Hamburg verlangt. In Stuttgart soll es ab dem Jahreswechsel Fahrverbote geben.    

Resch äußerte die Erwartung, dass es solche Verbote ab 2019 auch in Berlin und weiteren Städten geben werde. Er kündigte zudem Klagen wegen des gesundheitsschädlichen, hohen Stickoxid-Ausstoßes in weiteren Städten an. Betroffen seien Hagen, Bielefeld, Freiburg, Limburg, Oberhausen, Oldenburg und Wuppertal.

+++ 12.59 Uhr: Kreise: Koalitionsspitzen ringen im Fall Maaßen um Lösung +++

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD ringen angesichts des Koalitionsstreits über die Zukunft von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen um eine für alle Koalitionäre akzeptable Lösung. Alle Seiten arbeiteten an einer tragfähigen und nach außen vertretbaren Lösung noch an diesem Wochenende, hieß es in Koalitionskreisen. Diese müsse gut vorbereitet sein. Es wurde davon ausgegangen, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU) und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles schon vor einem für Sonntag geplanten Treffen versuchen, eine Einigungslinie zu finden. Demnach dürften sich die drei Parteichefs im Umfeld des für Sonntagnachmittag im Kanzleramt geplanten Dieselgipfels treffen, um einen Kompromiss festzuzurren.

Die SPD-Bundestagsfraktion kommt an diesem Montag zu einer Sondersitzung zusammen. Am Montagvormittag trifft sich der 45-köpfige Parteivorstand der SPD im Willy-Brandt-Haus. Bei der CDU steht die routinemäßige Präsidiumssitzung zusammen.

Video: Nahles will Maaßen-Deal neu verhandeln

+++ 12.49 Uhr: Bericht: Opferzahl des Anschlags im Iran auf 24 Tote gestiegen +++

Die Zahl der Opfer des Angriffs auf eine Militärparade im Iran ist einem Bericht zufolge auf 24 Tote gestiegen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA handelt es sich bei den Toten in der Stadt Ahwas im Südwesten des Irans nicht nur um Soldaten der Revolutionsgarden, sondern auch um Zivilisten, unter ihnen Kinder. Es habe über 50 Verletzte gegeben, von denen viele in Lebensgefahr schwebten, teilte die IRNA mit.  

Vier Mitglieder der sunnitischen Separatistengruppe namens "Al-Ahwasieh" hatten bei einer Militärparade in Ahwas von einem Park aus auf eine Gruppe von Revolutionsgardisten geschossen. Über das Schicksal der vier Schützen gibt es unterschiedliche Berichte. Zunächst hieß es, zwei seien erschossen und zwei verhaftet worden. Das Staatsfernsehen berichtet nun, dass alle vier getötet worden seien. 

+++ 12.43 Uhr: Mesut Özil dankt Boateng für Unterstützung nach Rücktritt +++

Ex-Weltmeister Mesut Özil hat sich bei seinem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Jérôme Boateng für dessen Unterstützung nach seinem Rücktritt aus dem DFB-Team bedankt. "Danke Bro für deine Worte. Du warst beim DFB immer ein Mitspieler, der auch in schwierigen Momenten da war", schrieb Özil am Freitag in seiner Instagram-Story. 

Der 29-jährige Özil vom englischen Premier-League-Club FC Arsenal war nach dem WM-Aus in Russland aus der deutschen Auswahl zurückgetreten und fühlte sich vom Deutschen Fußball-Bund in der Affäre um seine Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan alleingelassen. DFB-Chef Reinhard Grindel räumte später Fehler im Umgang mit dem Mittelfeldspieler ein, viele Mitspieler äußerten sich nicht zu den Vorgängen.

+++ 12.28 Uhr: Antisemitische Parolen bei rechtsextremem Aufmarsch in Dortmund +++

Bei einem rechtsextremen Aufmarsch am Freitagabend in sind laut Zeugenaussagen wiederholt antisemitische Parolen skandiert worden. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben gegen mehrere der rund hundert Teilnehmer Ermittlungsverfahren ein, allerdings offensichtlich aus anderen Gründen. Bei einer weiteren Kundgebung in Chemnitz wurde von Rechtsextremen ein links-alternatives Zentrum angegriffen.

Mehrere Zeugen berichteten nach der Kundgebung in Dortmund, Rechtsextreme hätten dort antisemitische Parolen skandiert. Dabei gab es Kritik an der Polizei, weil diese nicht dagegen eingeschritten sei. Der Grünen-Politiker Volker Beck verlangte deswegen im Internetdienst Twitter eine Stellungnahme von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), in der dieser darlegen solle, was er gegen zunehmenden Antisemitismus auf den Straßen in Deutschland unternehmen wolle.

Bei den eingeleiteten Ermittlungsverfahren in Dortmund ging es den Polizeiangaben zufolge allerdings offensichtlich nicht in erster Linie um antisemitische Parolen, sondern um den Einsatz von Pyrotechnik. Deswegen seien gegen mehrere, von der identifizierte Demonstranten Strafverfahren eingeleitet worden. Auch seien umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden, hieß es.

+++ 12.15 Uhr: Bundeswehr bekämpft Moorbrand mit Transport- und Tornado-Flugzeugen +++

Die will den bei Meppen im Emsland schwelenden Moorbrand mit Transportflugzeugen und Tornado-Jets bekämpfen. Die Tornados sollen ab dem Nachmittag zum Einsatz kommen, sagte Oberst Thomas Groeters bei einer Lagebesprechung vor Ort. 

Die Jets sollen Fotos und Wärmebildaufnahmen des Moorgebietes machen, um Glutnester im Boden zu sichten, die sonst nur schwer zu entdecken sind, berichteten "Neue Osnabrücker Zeitung" und Ostfriesen-Zeitung". Vorher fliegt die Luftwaffe mit Hubschraubern Löscheinsätze über dem Gebiet. 

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf. Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen seit etwa zwei Wochen riesige Flächen Moorland in Brand.

+++ 12.06 Uhr: Ozapft is! - Reiter eröffnet 185. Oktoberfest mit zwei Schlägen +++

Ozapft is! Mit zwei Schlägen hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier angezapft und damit das 185. Oktoberfest eröffnet. Erstmals war Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Anzapfboxe im Schottenhamel-Zelt dabei - er erhielt traditionsgemäß die erste Maß Festbier. Während Böllerschüsse den Start des größten Volksfests der Welt verkündeten, stießen Reiter und Söder auf eine friedliche Wiesn an.

Eine weibliche Bedienung im Dirndl trägt zehn Masskrüge auf dem Oktoberfest

+++ 11.40 Uhr: Baden-Württembergs SPD fordert Seehofers Entlassung +++

Der Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg verlangt die Entlassung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). "Frau Merkel lässt dem Innenminister einen Skandal nach dem anderen durchgehen. Er torpediert seit Monaten die Regierung", hieß es in einem Beschluss des Gremiums am Rande einer Landesvertreterversammlung in Tuttlingen. "Regieren heißt führen. Frau Merkel ist in der Verantwortung. Wir fordern den Rücktritt von Horst Seehofer." 

Video: Nahles will Maaßen-Deal neu verhandeln

Es sei nicht nachvollziehbar, warum Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen von Seehofer befördert worden sei, begründete der Landesvorstand seine Forderung. Der Vorgang widerspreche jedem Rechtsempfinden und schädige massiv das Vertrauen in die Politik. Dabei habe insbesondere das Vorgehen und Verhalten Seehofers als Dienstherr von Maaßen schweren Schaden angerichtet und dürfe nicht akzeptiert werden. Die Südwest- wollte bei der Versammlung ihre Kandidaten für die Europawahl im kommenden Mai küren.

+++ 11.24 Uhr: Rechtsextreme demonstrieren in Dortmund - antisemitische Äußerungen +++

Nach zwei Aufmärschen von Rechtsextremisten in Dortmund hat die Polizei mehrere Strafverfahren eingeleitet. Neben dem verbotenen Abbrennen von Pyrotechnik kam es auf den angemeldeten Demonstrationen auch zu antisemitischen Äußerungen. Das Verhalten und die Ausrufe einiger Teilnehmer seien dokumentiert worden, wie die Polizei mitteilte. Jetzt werde überprüft, ob die Vorfälle strafrechtliche Relevanz hätten. Zu weiteren Details der Demonstrationen vom Freitagabend äußerte sich die Polizei zunächst nicht. Ein für Samstag angemeldeter Aufmarsch wurde nach Polizei-Angaben von den Initiatoren abgesagt.

+++ 11.24 Uhr: Ministerin von der Leyen in Moorbrand-Region Emsland eingetroffen +++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist im Emsland eingetroffen. Sie hatte angekündigt, sich auf dem Bundeswehr-Testgelände bei Meppen ein Bild von dem verheerenden Moorbrand und der Lage vor Ort zu machen. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und sein Stellvertreter Bernd Althusmann (CDU) kommen nach Meppen. 

Auf dem Programm stehen Gespräche mit der Feuerwehr, die mit rund 1000 Männern und Frauen im Einsatz ist. Zudem will von der Leyen die Ortschaft Groß Stavern besuchen und mit dem dortigen Bürgermeister sprechen. Am Freitag hatte der Landkreis Emsland erwogen, Groß Stavern und Klein Stavern mit rund 1100 Einwohnern zu evakuieren. Für den Nachmittag (14.15 Uhr) ist ein Statement von der Leyens geplant. 

+++ 10.53 Uhr: Über hundert Menschen sterben durch Taifun auf Philippinen +++

Die Zahl der Todesopfer auf den Philippinen durch Taifun "Mangkhut" ist auf mindestens 127 gestiegen - Tendenz weiter steigend. Denn wenigstens 111 Menschen werden noch vermisst, wie die Polizei mitteilte. "Mangkhut" war vergangenes Wochenende über den Norden des südostasiatischen Landes gezogen und hatte durch starken Regen Erdrutsche und Unfälle ausgelöst. 

Freiweillige Helfer gehen in Gummistiefeln und mit geschulterten Schaufeln zum Ort eines Landrutsches

83 Todesopfer stammten aus der Region Cordillera im Norden der Philippinen. Dort liegt auch die Provinz Benguet, wo ein massiver Erdrutsch in einem ehemaligen Bergbaugebiet in der Nähe der Stadt Itogon mehrere Gebäude unter sich begrub. Bei dem Unglück wurden mindestens 59 Menschen getötet, 42 werden noch vermisst. 

+++ 10.40 Uhr: Kramp-Karrenbauer: Geht bei Maaßen-Gespräch auch um Koalition +++

Bei den Gesprächen zur Lösung des Falls Maaßen geht es nach Ansicht von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer auch um die Klärung der Frage, "ob sich alle Koalitionsparteien weiter hinter dem gemeinsamen Auftrag versammeln können". Dies schrieb Kramp-Karrenbauer in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mail an die CDU-Mitglieder. Zuvor hatte unter anderem "Spiegel Online" darüber berichtet. 

In der Mail heißt es, die CDU habe seit der Bundestagswahl alle Kraft daran gesetzt, in schwierigen und bewegten Zeiten dem Auftrag der Wählerinnen und Wähler gerecht zu werden und gemeinsam mit CSU und SPD eine stabile und für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellte Bundesregierung zu bilden. "Dieser Erwartung sind wir in den letzten Monaten bis in die letzten Tage auch nach Meinung vieler Mitglieder nicht immer so gerecht geworden, wie es unser eigener, auch mein Anspruch ist." Sie sei der Überzeugung, dass die Erwartungen besser erfüllt werden könnten. 

+++ 10.25 Uhr: Ex-Gesundheitsministerin soll Österreichs Sozialdemokraten führen +++

Die frühere österreichische Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner soll den Parteivorsitz der Sozialdemokraten übernehmen. Offiziell will der Vorstand der SPÖ die 47 Jahre alte Ärztin erst am Dienstag nominieren, doch sprach sich die Partei schon vor einer Präsidiumssitzung für sie aus. Rendi-Wagner sprach vor dem Treffen in Wien von einer "großen Ehre". Es sei nach den turbulenten letzten Tagen wichtig gewesen, die Frage des Parteivorsitzes rasch zu klären. Über ihre Pläne wolle sie erst nach der Bestätigung durch den Parteivorstand sprechen. 

Der SPÖ-Chef Christian Kern, 52, hatte vergangene Woche überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er will als Spitzenkandidat der SPÖ bei der Europawahl im Mai 2019 antreten. Er war seit Mai 2016 im Amt und blieb bis Dezember 2017 Regierungschef. Nach der Wahlniederlage wurde er Oppositionsführer, der Konservative Sebastian Kurz (ÖVP) wurde Kanzler.

+++ 9.53 Uhr: Zahl der Toten nach Fährunglück auf Victoria-See auf mehr als 150 gestiegen +++

Zwei Tage nach dem Fährunglück auf dem Victoriasee in Tansania ist die Zahl der Toten auf mehr als 150 gestiegen. Die Suchmannschaften hätten 151 Leichen geborgen, berichtete der Fernsehsender TBC. Am Freitagabend war noch von 131 Toten die Rede gewesen, 40 Menschen überlebten das Unglück. Nach einer Unterbrechung in der Nacht wurden die Such- und Bergungsarbeiten am Morgen fortgesetzt.    

Die Fähre "MV Nyerere" war am Donnerstag im südlichen Teil des Sees gekentert, nur rund 50 Meter vom Anleger auf der Insel Ukara entfernt. Die Unglücksursache war zunächst unklar, doch Augenzeugen zufolge war das Schiff heillos überladen gewesen. Wie Zeugen der Nachrichtenagentur AFP sagten, hatten die Passagiere zudem zum Bug gedrängt, als sich die Fähre dem Anleger näherte, und das Schiff so aus dem Gleichgewicht gebracht.

+++ 9.24 Uhr: Festgelände öffnet: Tausende strömen zum Oktoberfest +++

Drei Stunden vor dem offiziellen Beginn des Münchner Oktoberfests sind Tausende Wiesn-Besucher auf das Festgelände geströmt. Um 9 Uhr öffneten Ordner die Zugänge und Lautsprecherdurchsagen verkündeten in den Sprachen Deutsch, Englisch und Bairisch: "Liebe Festgäste, willkommen auf dem Oktoberfest. Wir öffnen jetzt das Festgelände." Die zahlreichen Gäste aus dem In- und Ausland mussten sich aber in den Zelten noch einige Zeit gedulden, bis sie ihren Durst stillen konnten: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird um 12 Uhr das erste Fass anzapfen und die erste Maß an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überreichen. 

+++ 8.30 Uhr: Tote bei Angriff auf Militärparade im Iran +++

Bei einem Anschlag auf eine Militärparade im Südwestiran hat es nach offiziellen Angaben Tote und Verletzte gegeben. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim weiter berichtete, haben Unbekannte in der Stadt Ahwas von einem Park aus auf eine Gruppe von Revolutionsgarden geschossen. Dabei sollen mehrere Menschen getötet und verletzt worden sein. Die Angreifer seien geflüchtet, sie würden aber von Sicherheitskräften verfolgt. Die Agentur sprach von einem Terroranschlag.  

+++ 7.44 Uhr: Warten auf die Wiesn: Hunderte harren vor Haupteingang aus +++

Vor dem Start des Münchner Oktoberfests haben sich an den Eingängen Warteschlangen gebildet. Mehr als fünf Stunden vor dem offiziellen Anzapfen warteten mehrere Hundert Menschen bei Herbstwetter auf den Einlass, viele hatten Brotzeit mitgebracht - einige glühten mit mitgebrachtem Bier vor. Die ersten waren am frühen Morgen noch bei Dunkelheit gekommen. In den Straßen strömten zahlreiche Menschen in Dirndl und Lederhose zum Festgelände. Um 12.00 Uhr zapft Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier an und eröffnet damit das größte Volksfest der Welt. Rund sechs Millionen Gäste werden bis zum 7. Oktober erwartet.

+++ 7.34 Uhr: Viele Deutsche sehen Zukunft mit Sorgen - Jüngere sind optimistischer +++

Junge Menschen blicken optimistischer in die Zukunft als ältere. So glauben 14 Prozent der Deutschen, die älter als 32 Jahre sind, dass unser Dasein in 20 Jahren lebenswerter sein wird. Bei den 11- bis 17-Jährigen denkt dies mehr als jeder Fünfte (21 Prozent), wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Teleshopping-Plattform QVC ergeben hat. Befragt wurden Menschen im Alter von 11 bis 52 Jahren. Generell sind die Befragten den Ergebnissen zufolge jedoch eher pessimistisch: Ein Drittel glaubt, dass unser Leben 2038 schlechter sein wird, als es heute ist.

Dabei sehen die Jüngeren in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft eine größere Herausforderung als ältere Menschen. 42 Prozent der 11- bis 17-Jährigen wünschen sich besser mit dem Tempo, das ihre Umwelt vorgibt, mithalten zu können, während dies nur bei 28 Prozent der 33- bis 52-Jährigen der Fall ist.

Die Umfrage beschäftigt sich auch mit der Einstellung zur Sharing-Economy, also beispielsweise dem gemeinsamen Nutzen von Autos. Demnach können sich zwei Drittel der Befragten nicht vorstellen, ein Auto mit anderen Menschen zu teilen. In der Generation derjenigen, die noch gar kein eigenes Auto nutzen dürfen (11 bis 17 Jahre), können sich immerhin 46 Prozent vorstellen, Car-Sharing zu betreiben, wenn das gewünschte Fahrzeug automatisch zu ihnen vor die Türe fährt.

+++ 7.04 Uhr: Weniger gefährliche Laserattacken an deutschen Flughäfen +++

Gefährliche Laserattacken auf Piloten haben an den großen deutschen Flughäfen etwas abgenommen. Im ersten Halbjahr 2018 gab es 113 Blendungen rund um die größeren Airports, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das waren insgesamt 16 Laserattacken weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Flugzeuge werden laut DFS oft bei Start oder Landung ins Visier genommen. Es gebe aber auch Blendungen aus großen Höhen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die DFS mit Sitz im hessischen Langen ist für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig und überwacht bundesweit 16 internationale Airports.

An manchen Airports sank die Zahl der registrierten Fälle den DFS-Zahlen zufolge deutlich. Etwa München verzeichnetet einen Rückgang von 13 auf 5. Auch Hannover, Hamburg und Stuttgart meldeten weniger Attacken. Am Flughafen Frankfurt verdoppelten sich die Vorfälle hingegen von 11 auf 22. In Bremen gab es mit drei Laserangriffen einen mehr als im ersten Halbjahr 2017. Die Pilotenvereinigung Cockpit begründet den Rückgang mit einer erfolgreichen Aufklärungsarbeit und möglichen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

+++ 6 Uhr: Vier Tote in brennendem Haus in Nevada +++

In einem brennenden Haus in Henderson im US-Staat Nevada hat die Polizei vier Leichen mit Schusswunden entdeckt. Wie die lokalen Medien berichteten, hatte ein Mann am Freitag zunächst eine Frau und zwei Kinder erschossen, ehe er das Haus in Brand steckte. Dann habe der Mann sich selbst getötet. Die Polizei machte keine Angaben über ein mögliches Verwandtschaftsverhältnis der Toten. Auch zum Motiv gab es keine Informationen. Henderson liegt knapp 25 Kilometer südöstlich von Las Vegas.

+++ 5.32 Uhr: Bericht: Peking sagt Handelsgespräche mit USA nach neuer Zollrunde ab +++

Die chinesische Regierung hat nach einem Bericht des "Wall Street Journal" die für kommende Woche geplanten Handelsgespräche mit den USA abgesagt. Grund dafür sei die neueste Runde von Strafzöllen, die von beiden Seiten in dieser Woche verhängt wurden. Ursprünglich wollte Chinas Vizepremier Liu He in der kommenden Woche auf Einladung von Finanzminister Steven Mnuchin nach Washington reisen, um über eine Deeskalation des aktuellen Handelskriegs zwischen China und den USA zu reden. 

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang dieser Woche beschlossen, die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Sonderzöllen zu überziehen. Zu den bereits eingeführten Abgaben auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar (42,5 Mrd Euro) werden am 24. September Zölle auf chinesische Waren im Volumen von weiteren 200 Milliarden Dollar folgen. Peking kündigte umgehend Vergeltung an. So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar mit Extrazöllen belegt werden, teilte das chinesische Handelsministerium mit.

+++ 4.49 Uhr: Kretschmer: Chemnitz-Ereignisse sind Bewährungsprobe für Sachsen +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wertet die Ereignisse von Chemnitz als Bewährungsprobe für den Freistaat. "Es muss gelingen, statt Beschimpfungen und Anfeindungen wieder in eine vernünftige Diskussion zu kommen", sagte der CDU-Politiker vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Chemnitzers der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Es brauche die Reaktion aus der Politik, aber auch in der Gesellschaft. Und er werde nicht zulassen, dass Chemnitz "in Verruf kommt, weil es sich gut verkauft, wenn man ganze Städte an den Pranger stellt und es wieder um den Osten geht".

Video: Regierungserklärung: Kretschmer kündigt nach Chemnitz-Vorfällen hartes Durchgreifen des Rechtsstaates an

Der gewaltsame Tod eines 35-jährigen Deutschen am 26. August hatte zu einer Reihe ausländerfeindlicher Proteste und Ausschreitungen rechter Gruppierungen in Chemnitz geführt. Tatverdächtig sind zwei Iraker und ein Syrer.

+++ 4.06 Uhr: Journalist vor seiner Haustür in Mexiko erschossen +++

In Mexiko ist ein Journalist getötet worden. Mario Gómez sei beim Verlassen seines Hauses im Süden des Bundesstaats Chiapas erschossen worden, teilte sein Arbeitgeber, die Zeitung "El Heraldo de Chiapas", am Freitag (Ortszeit) mit. Gómez wurde in der Gemeinde Yajalón, rund 125 Kilometer entfernt vom Touristenort San Cristóbal de Las Casas, erschossen. Er wurde von zwei Bewaffneten angegriffen. 

Gómez ist der elfte Medienschaffende, der in diesem Jahr in Mexiko getötet wurde. Mit 13 Morden im vergangenen Jahr gilt Mexiko als eines der gefährlichsten Länder der Welt für diesen Beruf. Das lateinamerikanische Land leidet unter einer Welle der Gewalt, im vergangenen Jahr starben mehr als 29.000 Menschen gewaltsam.

+++ 3.05 Uhr: Bouffier: AfD könnte in Hessen Prüffall für Verfassungsschutz werden +++

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält es für möglich, dass die AfD in seinem Bundesland künftig vom Verfassungsschutz beobachtet wird. "Der hessische Verfassungsschutz schaut da sehr sorgfältig hin. Die AfD kann zu einem Prüffall werden", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die Entscheidung, wer vom Verfassungsschutz beobachtet wird, müsse sich nach objektiven Fakten richten, betonte Bouffier. "Es kann durchaus sein, dass bestimmte Teile oder Personen der AfD zu einem Beobachtungsfall werden." Diese Beurteilung könne von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen.

Interne Sonderermittlung in Landesverbänden: AfD will mögliche Beobachtung durch Verfassungsschutz verhindern

+++ 1.42 Uhr: Marokko liefert wegen Kindesmissbrauchs gesuchten Priester an USA aus +++

Marokko hat einen katholischen Priester an die USA ausgeliefert, der seit 1992 wegen des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen gesucht worden war. Arthur J. Perrault werde beschuldigt, in den Jahren 1991 und 1992 ein ihm anvertrautes Kind wiederholt sexuell missbraucht zu haben", sagte der Staatsanwalt des US-Bundesstaates New Mexico, John Anderson, am Freitag vor Journalisten.    

Perrault habe damals als Militärseelsorger auf einer US-Luftwaffenbasis in der Nähe von Albuquerque gearbeitet. Der US-Priester war 1992 verschwunden, kurz bevor ein Anwalt Anzeige gegen die Erzdiözese von Santa Fe erstattete und Perrault beschuldigte, sieben Kinder in seiner Gemeinde sexuell missbraucht zu haben. Den Ermittlern zufolge floh er zunächst nach Kanada und dann weiter nach Marokko, wo ihn die US-Bundespolizei FBI im vergangenen Jahr ausfindig machte. 

+++ 1 Uhr: "SZ": Putin will Nord Stream 2 im Fall von US-Sanktionen komplett finanzieren +++

Russlands Präsident Wladimir Putin will das Pipelineprojekt Nord Stream 2 im Fall von US-Sanktionen gegen das Betreiberkonsortium offenbar komplett mit russischen Mitteln finanzieren. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete in ihrer Wochenendausgabe, Putin habe die Bundesregierung bei seinem Besuch in Meseberg am 18. August über entsprechende Pläne informiert. Damit habe Putin deutlich gemacht, dass er die Gasleitung auch gegen Widerstand der US-Regierung durchsetzen wolle.    

Derzeit wird Nord Stream 2 durch ein internationales Betreiberkonsortium finanziert, das zu 50 Prozent vom russischen Erdgasförderer Gazprom betrieben wird. Anteile halten unter anderem die BASF-Tochter Wintershall, die Eon-Abspaltung Uniper und Shell.     

Hintergrund der russischen Finanzierungsofferte sind dem Bericht zufolge wiederholte Drohungen des US-Kongresses und der US-Regierung, auch das russische Energiegeschäft wegen der Wahlmanipulation 2016 mit Sanktionen zu belegen. 

+++ 0.27 Uhr: Verletzte bei Schießerei in Zagreb +++

Bei Schüssen auf offener Straße im Zentrum der kroatischen Hauptstadt Zagreb sind am Freitagabend mehrere Menschen verletzt worden. Mindestens eine Person sei festgenommen worden, berichteten die lokalen Medien. Die Schüsse galten den Insassen eines Autos, wie es hieß. Zeitungen spekulierten, dass es sich um ein weiteres Kapitel einer bereits seit Wochen dauernden Fehde zweier Roma-Familien in Zagreb handelt, die sich erst vor knapp zehn Tagen am helllichten Tag eine Schießerei vor einer Grundschule geliefert hatten. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern, sicherte aber die Wohngebäude der beiden Familien am Freitagabend mit starken Kräften ab.

fs / DPA / AFP