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Natur: Ewige Flammen: Diese Feuer lodern seit Jahrhunderten

Moorbrände wie in Meppen können Hunderte Jahre vor sich hinglimmen. Doch es geht noch länger. Rund um die Welt gibt es Dutzende Brände, die seit Ewigkeiten lodern - teils schon seit Jahrtausenden.

In Centralia brechen durch das unterirdische Feuer Straßen auf, es entstehen giftige Dämpfe

In Centralia brechen durch das unterirdische Feuer Straßen auf, es entstehen giftige Dämpfe

AFP

Unlöschbare Feuer hat auf Menschen schon immer eine gruselige Faszination ausgelöst. Nicht ohne Grund gelten die ewigen Flammen des Fegefeuers als ultimative Strafe für christliche Sünder. Doch auch in ganz irdischen Gefielden gibt es Flammen, die einfach nicht erlöschen wollen. Und schon seit Ewigkeiten vor sich hinbrennen.

6000 Jahre Feuer

Als ältestes Feuer der Welt gilt der "Burning Mountain". Der eigentlich als Mount Wingen bekannte Berg in der australischen Provinz New South Wales soll nach Einschätzungen von Wissenschaftlern schon seit 6000 Jahren in Flammen stehen. Dabei sieht er aber weitgehend harmlos aus: Das Feuer frisst sich in 30 Metern Tiefe durch den Berg. In Brand steht nämlich nicht die Oberfläche, sondern eine gigantische Kohleader im Inneren. Besonders schnell ist es dabei nicht, einen knappen Meter bewegt es sich im Jahr weiter. Oben ist davon kaum etwas mitzubekommen. Bis auf leichte Rauchwolken und verfärbte Erde sieht der Mount Wingen aus wie ein gewöhnlicher Hügel.

Ein ähnliches Phänomen gibt es auch in Deutschland. Im Brennenden Berg in der Nähe von Saarbrücken geriet etwa 1660 ein Steinkohlenflöz in Brand, Löschversuche mit Wasser blieben erfolglos. Bis heute glimmt es vor sich hin. Und zog berühmte Besucher an: Johann Wolfgang von Goethe besuchte den Berg 1770, beschrieb ihn in "Dichtung und Wahrheit". Heute ist er ein beliebtes Ziel von Schulausflügen.

Brennende Geisterstadt

Nicht ganz so harmlos ging der Brand in Centralia aus. Die Bergarbeiterstadt in Pennsylvania wurde durch einen seit 1962 schwellenden Kohlebrand durch gefährliche Kohlendioxid- Ausstöße quasi unbewohnbar. Als entdeckt wurde, dass die unterirdischen Tanks einer Tankstelle über 70 Grad heiß geworden waren, wurde die Gefahr erkannt. Der Staat räumte die Stadt, nur wenige Einwohner wehrten sich mit Klagen dagegen und bleiben tatsächlich bis heute in der Geisterstadt. Die Folgen des Brandes sind auch zu sehen: Der Asphalt der Straßen ist aufgeplatzt, aus den Spalten steigt Rauch auf. Kein Wunder, dass Centralia in Film und Literatur immer wie als "Hölle auf Erden" herhalten muss.

Jahrhundertelange Kohlebrände gibt es rund um die Erde. In Kanada lodern die durch Kohle, Schwefel und Öl-Vorkommen befeuerten Brände, der 19. Jahrhundert entdeckten "Smoking Hills", schon seit mehr als 300 Jahren. Alleine in den USA soll es über Hundert geben. In China ist das Problem besonders weit verbreitet: Dort sollen bis zwischen 10 und 200 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr durch solche Brände entstehen.

Warum entstehen Kohlefeuer?

Die Gründe für die Feuer sind nicht immer klar nachzuvollziehen. In Centralia wird als Ursache etwa ein Versuch der örtlichen Müllentsorgung vermutet, eine Halde in einem ehemaligen Kohleschacht abzufackeln. Tatsächlich entzündet sich Kohle aber auch selbst: Kommt sie in Kontakt mit Sauerstoff, entsteht durch die Oxidation Wärme. Kann die nicht abgeleitet werden, entzündet sich die Kohleader.

Die Brände sind in der Regel praktisch nicht zu löschen, weil sie tief unter der Erde vor sich hinglimmen. Versuche, das Feuer in Centralia mit Wasser oder Asche zu löschen und mit einer gigantischen Lehmwand abzuschirmen, scheiterten. In der Dank ihrer zahlreichen Kohlevorkommen besonders gefährdeten chinesischen Provinz Wuda konnten 2010 immerhin alle offenen Flammen beseitigt werden - nachdem man zwei Jahre Zeit und 25 Millionen Dollar investiert hatte.

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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?