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+++ Tag im Ticker +++: Ankündigung: Erdogan zieht Beleidigungsklagen zurück

Eurojackpot geht nach Deutschland +++ Russische Gewichtheber für Olympia gesperrt +++ Pro-Erdogan-Demo am Sonntag in Köln +++ Melania Trump soll Uni-Abschluss gefälscht haben +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, steht an einem hölzernen Redepult

Sendet ein Zeichen des guten Wiillens: Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei

+++ 22.45 Uhr: Erdogan will Beleidigungsklagen zurürückziehen +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Rückzug aller Klagen wegen Beleidigung angekündigt. Als Zeichen des guten Willens ziehe er die gegen hunderte Menschen eingereichten Klagen wegen Präsidentenbeleidigung zurück, sagte Erdogan am Freitagabend im Präsidentenpalast in Ankara. Zugleich rief er EU und USA auf, sich "um ihre eigenen Angelegenheiten" zu kümmern, statt seinem Land Ratschläge zu erteilen.

+++ 22.04 Uhr: Lula muss wegen Behinderung der Justiz vor Gericht +++

Brasiliens früherer Präsident Luiz Inacio Lula da Silva muss sich wegen Behinderung der Justiz vor Gericht verantworten. Dem linken Politiker werde vorgeworfen, die Ermittlungen zur Korruptionsaffäre um den staatlichen Ölkonzern Petrobras behindert zu haben, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Skandal um den Ölkonzern erschüttert die brasilianische Politik seit Jahren. Neben Lulas Arbeiterpartei sind auch diverse andere Parteien verwickelt.

Gegen Lula wird unter anderem wegen des Verdachts auf Begünstigung durch einen Baukonzern ermittelt. Als Präsidentin Dilma Rousseff im März ihren langjährigen Freund und Mentor als Stabschef der Regierung ernannte, wurde dies von der Justiz blockiert, da der Posten ihm Immunität und damit Schutz vor einem drohenden Korruptionsverfahren verschafft hätte. Inzwischen wurde Rousseff selbst im Zuge eines Amtsenthebungsverfahrens als Präsidentin suspendiert und durch ihren Vize Michel Temer abgelöst.

+++ 21.07 Uhr: Eurojackpot geknackt: 84,8 Millionen gehen nach Deutschland +++

Der Eurojackpot ist geknackt und Deutschland hat einen neuen Lotto-Millionär der Superlative. Der Gewinn von rund 84,8 Millionen Euro geht nach Hessen. Die Zahlen 4-8-22-36-44 plus die zwei Zusatzzahlen 5 und 10 bedeuten einen Rekordgewinn in der deutschen Lottogeschichte, wie Westlotto in Münster mitteilte.

Den Rekord für Deutschland hielt bislang ein Tipper aus der Nähe von Köln, der im März rund 76,8 Millionen Euro abräumte. Der Rekord für alle 17 Teilnehmerländer im Eurojackpot liegt bei 90 Millionen Euro aus dem Jahr 2015, den sich ein Tipper aus Tschechien gesichert hatte. Die Zahlen waren am Abend in Helsinki gezogen worden.

+++ 20.20 Uhr: Russische Gewichtheber dürfen nicht nach Rio +++

Der Gewichtheber-Weltverband hat alle acht nominierten russischen Athleten ausgeschlossen, die bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro starten sollten. Dies teilte der Verband mit.

+++ 20.04 Uhr: Sechsjährige verheiratet: Afghanischer Geistlicher festgenommen +++

Weil er ein gerade einmal sechs Jahre altes Mädchen verheiratet hat, ist ein Geistlicher in Afghanistan festgenommen worden. Der etwa 60 Jahre alte Mann aus der Provinz Ghor im Zentrum des Landes sagte nach Angaben der Behörden vom Freitag aus, das Kind sei ihm von den Eltern als "religiöse Opfergabe" übergeben worden. Dies wurde von den Eltern bestritten.

Die Eltern gaben an, ihr Kind sei in der Provinz Herat im Westen des Landes entführt worden. Das Mädchen selbst wiederholte bei der Befragung nach Angaben eines Behördenvertreters immer nur einen Satz: "Ich habe Angst vor diesem Mann." Die Sechsjährige wurde zunächst in einem Frauenhaus in Ghor untergebracht, während sich ihre Eltern umgehend auf den Weg machten, sie abzuholen.

In Afghanistan werden immer wieder minderjährige Mädchen verheiratet. "In einigen Regionen verheiraten die Familien aus Unsicherheit und Armut ihre Töchter in einem sehr frühen Alter - einfach, um sie loszuwerden", berichtete kürzlich Sima Samar von der unabhängigen afghanischen Menschenrechtskommission.

+++ 19.55 Uhr: Steinmeier warnt Türkei vor Wiedereinführung der Todesstrafe +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Türkei vor einer Wiedereinführung der Todesstrafe gewarnt. Sie sei nicht mit den Grundwerten der EU vereinbar, betonte er bei einem Bürgerforum in Schwerin. "Darüber kann man nicht verhandeln." Es würde das Ende für die Gespräche für einen EU-Beitritt bedeuten. Steinmeier kündigte Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu an.

In der Türkei wird seit dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli über eine Wiedereinführung der Todesstrafe gesprochen. Erdogan hat angekündigt, die Wiedereinführung zu billigen, sollte das Parlament sie beschließen.

Steinmeier mahnte die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze bei den Reaktionen auf den Putschversuch an. Was gegenwärtig geschehe, gehe zu weit, sagte er unter Hinweis auf die Entlassung Tausender Lehrer und Richter und die Verhaftung von Journalisten. Zur Forderung der Türkei, Anhänger der Gülen-Bewegung in Deutschland auszuliefern, äußerte sich Steinmeier bei dem Bürgerforum nicht.

+++ 17.24 Uhr: Türkischer Außenminister: Möglicherweise Volksabstimmung über Todesstrafe +++

Die türkische Regierung will nach den Worten von Außenminister Mevlüt Cavusoglu möglicherweise das Volk über eine Wiedereinführung der Todesstrafe abstimmen lassen. "Vielleicht wird die Entscheidung darüber in einem Referendum fallen", sagte Cavusoglu der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Seit dem Putschversuch vom 15. Juli übten Anhänger der Regierungspartei AKP großen Druck in dieser Hinsicht aus. "Wir bekommen Tausende SMS und Tweets, in denen uns gesagt wird: "Wenn Ihr die Todesstrafe nicht wieder einführt, werden wir Eure Partei nicht mehr wählen".

Cavusoglu verwahrte sich gegen Kritik aus Europa. "Die EU hat nicht das Recht, uns Lehren zu erteilen in dieser Sache", sagte er dem Blatt. Die EU hat bereits angekündigt, die Beitrittsgespräche mit der Türkei bei einer Wiedereinführung der Todesstrafe zu beenden.

Für ein Referendum über eine entsprechende Verfassungsänderung wären 330 der 550 Stimmen im Parlament in Ankara notwendig. Die AKP verfügt zwar nur über 317 Sitze. Die ultranationalistische MHP (40 Sitze) hat aber bereits angekündigt, eine mögliche AKP-Initiative zur Wiedereinführung der Todesstrafe zu unterstützen. Ein Referendum würde dann nur eine einfache Mehrheit benötigen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan würde eine solche Verfassungsänderung nach eigenen Angaben unterzeichnen.

+++ 16.59 Uhr: Trümmerteil in Tansania stammt "höchstwahrscheinlich" von Flug MH370 +++

Ein vor der Küste Tansanias entdecktes Trümmerteil stammt nach Angaben des australischen Verkehrsministers Darren Chester "höchstwahrscheinlich" von der seit über zwei Jahren verschollenen Maschine des Flugs MH370. Dies hätten Untersuchungen des Amts für Verkehrssicherheit (ATSB) ergeben, erklärte Darren am Freitag. Die Experten wollten das Wrackteil nun auf weitere Hinweise untersuchen. Es war vergangene Woche auf der Sansibar-Insel Pemba gefunden und zur Untersuchung nach Canberra gebracht worden.

Malaysia-Airlines-Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Später stellte sich heraus, dass die Boeing 777 von ihrer Route abgewichen war. Warum sie das tat und was danach geschah, ist bis heute eines der großen Rätsel der Flugfahrt. Experten vermuten, dass die Maschine stundenlang weiterflog, bis sie mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Die Suche in einem 120.000 Quadratkilometer großen Meeresgebiet blieb aber bis heute erfolglos.

+++ 16.10 Uhr: Brasilianischer Reporter kommt ohne Kontrolle ins Olympiastadion +++

Ein Reporter der brasilianischen Tageszeitung "O Globo" ist ohne Akkreditierung ins Olympiastadion in Rio de Janeiro gekommen. Er habe sich fast zwei Stunden lang im Stadion bewegt, ohne dass die Sicherheitskräfte ihn bemerkt hätten, schrieb der Journalist am Freitag auf der Internetseite der Zeitung. "Ich kann sagen, dass es einfach war, sich Orten zu nähern, die eigentlich sehr gut bewacht sein sollten. Wie etwa einer Zentrale von Elektrogeneratoren." Statt auf ihn zu achten, sei ein Großteil der Sicherheitskräfte lediglich auf die Eingänge zum Stadion konzentriert gewesen.

Die Olympischen Spiele in der brasilianischen Metropole beginnen am 5. August. Rund 85 000 Sicherheitskräfte werden während der Spiele bis zum 21. August im Einsatz sein.

+++ 15.38 Uhr: Sechs weitere Firmen aus Unister-Gruppe insolvent +++

Sechs weitere Unternehmen aus der Unister-Gruppe haben Insolvenz beantragt. Wie Verwalter Lucas Flöther am Freitag mitteilte, handelt es sich um kleinere Firmen mit insgesamt nur drei Mitarbeitern. Darunter sind auch drei Portalbetreiber wie etwa flug.de. Drei andere Firmen hätten keinen Geschäftsbetrieb.

Damit sind neben der Unister Holding nun insgesamt zwölf Töchter aus der Gruppe des Leipziger Internet-Reiseanbieters insolvent. 892 und damit rund 90 Prozent der gut 1000 Unister-Mitarbeiter sind betroffen. Ihre Bezüge sind vorerst durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Flöther führt die operativen Geschäfte aller betroffenen Unternehmen weiter. Er bemüht sich um Investoren und strebt einen Verkauf zumindest von Teilen möglichst bis Ende September an.

Die Holding hatte nach dem Tod von Unister-Gründer Thomas Wagner vor rund zwei Wochen Insolvenz angemeldet. Der 38-Jährige war zusammen mit dem Gesellschafter Oliver Schilling (39) und dem 65-jährigen Finanzvermittler Horst Heinz B. bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Auch der 73 Jahre alte Pilot starb. Zuvor soll Wagner in Venedig bei einem ominösen Kreditgeschäft um über eine Million Euro betrogen worden sein.

+++ 15.20 Uhr: Behörden bestätigen zweite Leiche in Leipziger See +++

Die Behörden haben den Fund einer zweiten zerstückelten Leiche in einem Leipziger Badesee bestätigt. Es handele sich um einen männlichen Toten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Wie schon bei einer ebenfalls am Donnerstag entdeckten Frauenleiche fehlten auch hier Körperteile. Beide seien Opfer eines offensichtlich zusammenhängenden Gewaltverbrechens geworden. Somit werde von der Sonderkommission "Bagger" wegen Doppelmordes gegen unbekannt ermittelt.

+++ 14.25 Uhr: Trotz Schauern und Gewittern: Juli war in Deutschland insgesamt zu trocken +++

Auch wenn Schauer und Gewitter der letzten Tage etwas anderes vermuten lassen: Der Juli war in Deutschland in diesem Jahr zu trocken. Mit rund 68 Litern Regen pro Quadratmeter fehlten rechnerisch exakt zehn Liter bis zum vieljährigen Mittel, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach mitteilte. Daran änderten auch die extremen Niederschläge am Monatsende nichts - denn es gab vor allem im Westen Regionen, in denen nur zehn Liter fielen.

Zum Vergleich: Südlich der Mecklenburgischen Seenplatte regnete es allein am 27. Juli rund 98 Liter. Die größte Monatsmenge mit mehr als 300 Litern gab es den Angaben zufolge im Berchtesgadener Land.

+++ 13.48 Uhr: Zweite Leiche in Leipziger Badesee gefunden +++

In einem Leipziger Badesee, in dem bereits am Donnerstag eine Leiche entdeckt wurde, ist der "Bild"-Zeitung zufolge ein zweiter Leichnam gefunden worden. Ein Polizeisprecher wollte den Bericht nicht bestätigen und verwies auf die Staatsanwaltschaft. Dort war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Für den Nachmittag wurde aber eine gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft angekündigt.

Am Donnerstag hatten zwei Schwimmer in dem Naturbad eine Leiche entdeckt. Bislang gab es noch keine Informationen darüber, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelte. Berichte, wonach der Körper zerstückelt war, wurden bislang von der Polizei nicht bestätigt. Die Leiche war zur Obduktion in die Rechtsmedizin gebracht worden. Laut "Bild" handelte es sich bei der zuerst gefundenen Leiche um eine Frau, der zweite Tote soll ein Mann sein.

+++ 10.39 Uhr: Polizei erwartet bis zu 30.000 Teilnehmer bei Pro-Erdogan-Demo +++

Die Polizei erwartet bei der Pro-Erdogan-Demonstration am Sonntag in Köln bis zu 30.000 Teilnehmer. Offenbar planten die Veranstalter auch, Vertreter der türkischen Regierung als Redner einzufliegen, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Freitag. Es gebe bisher aber keine Hinweise darauf, dass Straftaten oder eine Störung der öffentlichen Sicherheit geplant seien. Deshalb könne die Veranstaltung nicht verboten werden, sagte Mathies.

+++ 10.17 Uhr: Microsoft streicht weitere 2850 Stellen in Smartphone-Sparte +++

Microsofts weitgehender Ausstieg aus dem Smartphone-Geschäft kostet weitere 2850 Jobs. Die Arbeitsplätze sollen bis Ende des aktuellen Geschäftsjahres im Juni 2017 gestrichen werden, kündigte der Windows-Konzern in seinem ausführlichen Jahresbericht am späten Donnerstag an. Erst im Mai hatte Microsoft den Abbau von 1850 Stellen in Smartphone-Sparte und Vertrieb gestartet.

Der Konzern hatte zuletzt seine Aktivitäten im Smartphone-Geschäft drastisch zurückgefahren, nachdem es auch mit dem teuren Kauf des Handy-Geschäfts von Nokia nicht gelungen war, bedeutende Marktanteile zu erobern. Der Anteil der Windows-Systeme blieb im niedrigen einstelligen Prozent-Bereich, während Googles Android die Verkäufe mit mehr als 80 Prozent dominiert. Schon im Juli 2014 hatte Microsoft bei der Integration des Nokia-Geschäfts bei rund 18 000 Arbeitsplätzen den Rotstift angesetzt.

+++ 10.00 Uhr: Endgültig kein Olympiaticket für Issinbajewa+++

Für Russlands Doppelolympiasiegerin im Stabhochsprung, Jelena Issinbajewa, ist der Traum von den Spielen in Rio de Janeiro endgültig geplatzt. Der Internationale Leichtathletikverband IAAF habe ihren Antrag auf eine individuelle Starterlaubnis abgelehnt, schrieb Issinbajewa am Freitag im sozialen Netzwerk Instagram. "Das Wunder ist nicht geschehen." Die dreifache Weltmeisterin aus Wolgograd unterliegt damit der Kollektivsperre der IAAF gegen die russischen Leichtathleten wegen zahlreicher Dopingfälle. Gegen Issinbajewa selbst, die als bislang erfolgreichste Stabhochspringerin gilt, gibt es keine Dopingvorwürfe.

+++ 9.48 Uhr: CDU-Politiker Spahn stellt doppelte Staatsbürgerschaft infrage +++

Vor der Großdemonstration von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln hat der CDU-Politiker Jens Spahn die doppelte Staatsbürgerschaft infrage gestellt. Wessen Herz für Erdogan schlage und wer für ihn und seine AKP auf die Straße gehe, solle das besser in der Türkei tun, sagte Spahn dem "Tagesspiegel" (Freitag). "Und dem müssen wir eine klare Entscheidung abverlangen." Die in Deutschland lebenden Türken müssten sich entscheiden, welchem der beiden Staaten ihre Loyalität gelte.

Gleichzeitig verlangte das Mitglied des CDU-Präsidiums, die Finanzierung von Moscheegemeinden in Deutschland aus dem Ausland zu beenden. "Ein Anfang wäre die Bereitschaft der türkischen Ditib-Gemeinden, in Deutschland ausgebildete Imame zu engagieren, die deutsche Sprache in ihren Gemeinden aktiv zu fördern und mit uns an ihrer organisatorischen Unabhängigkeit zu arbeiten", sagte Spahn. Bis dahin sollte es keine Staatsverträge mit Ditib & Co. etwa über den Religionsunterricht geben.

+++ 9.15 Uhr: Facebook droht womöglich hohe Steuernachforderung +++

Wegen seiner umstrittenen Steuerpraktiken droht Facebook in den USA womöglich eine milliardenschwere Steuernachzahlung. Nach einer Kontenprüfung sei die Steuerbehörde IRS zu der Einschätzung gekommen, dass das soziale Netzwerk sein Vermögen im Jahr 2010 zu niedrig angegeben habe, als es Geschäftsteile nach Irland verlagert habe, schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC.

Sollte diese Entscheidung auf die Folgejahre übertragen werden, könnte Facebook eine Steuernachforderung zwischen drei und fünf Milliarden Dollar (bis zu 4,5 Milliarden Euro) drohen. Das Unternehmen erklärte allerdings zugleich, die Einschätzung der Steuerbehörde nicht zu teilen, und kündigte an, dagegen gerichtlich vorzugehen. Die IRS nahm demnach die Bücher von Facebook aus den Jahren 2008 bis 2013 unter die Lupe.

+++ 9.15 Uhr: SWR: Morddrohungen gegen Sprecher der Gülen-Bewegung in Deutschland +++

Der Sprecher der Gülen-Bewegung in Deutschland, Ercan Karakoyun, erhält einem Bericht zufolge seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei Morddrohungen. Karakoyun sagte am Freitag dem Sender SWR-Info, er sei "zur Zeit Beschimpfungen, Beleidigungen und sogar Morddrohungen ausgesetzt". Diese seien für ihn "sehr beängstigend".

Die türkische Regierung hatte den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich gemacht. Seitdem geht die türkische Staatsführung mit aller Härte gegen mutmaßliche Unterstützer des Umsturzes vor. Landesweit wurden fast 16.000 Verdächtige festgenommen, unter ihnen neben Armeeangehörigen auch Richter, Polizisten und Staatsanwälte. Auch die Arbeit von Journalisten wurde massiv eingeschränkt.

Die Forderung der türkischen Regierung, dass Deutschland Anhänger der Gülen-Bewegung ausliefern solle, bezeichnete Karakoyun als "absurd". Die meisten Unterstützer der Gülen-Bewegung in Deutschland seien hier geboren und aufgewachsen. Viele von ihnen hätten in Deutschland studiert und seien als Ingenieure und Lehrer und Ärzte gut integriert. "Hinzu kommt natürlich, dass die meisten von ihnen deutsche Staatsbürger sind. Das heißt: Es fehlt jede rechtliche Grundlage", sagte Karakoyun.

+++ 7.30 Uhr: Volkswagen muss in den USA erneut zahlen +++

VW kommt die Affäre um manipulierte Emissionswerte noch teurer zu stehen. Der US-Bundesstaat Washington verhängte eine Strafe in Höhe von 176 Millionen Dollar (derzeit etwa 159 Mio Euro) gegen den deutschen Autobauer, wie das Umweltamt Washington Department of Ecology am Donnerstag mitteilte.

"Volkswagen hat die Luftreinhaltegesetze unseres Staates verletzt und die Gesundheit der Menschen gefährdet", erklärte Maia Bellon, die Leiterin der Behörde. Durch die Strafe werde der Konzern für umweltrechtliche Verstöße zur Rechenschaft gezogen.

VW habe bei Abgastests mit einer Betrugs-Software getrickst, der tatsächliche Schadstoffausstoß der etwa 21 000 in Washington registrierten Dieselwagen sei bis zu 40-fach höher als vorgegeben.
Die Strafe kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen angefochten werden. VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Konzern hatte sich erst Ende Juni mit Hunderten US-Klägern sowie den Generalstaatsanwälten von 44 Bundesstaaten, darunter auch Washington, auf einen Vergleich von insgesamt bis zu 15,3 Milliarden Dollar geeinigt. Danach haben allerdings bereits die Staaten New York, Maryland und Massachusetts neue Klagen gegen VW eingereicht. 

+++ 7.20 Uhr: Barcelona errichtet Anzeigetafel für im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge +++

Die spanische Küstenstadt Barcelona hat am Donnerstag eine digitale Anzeigetafel in Betrieb genommen, die die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge zählt. Dies sei eine "Anzeige der Schande", sagte Bürgermeisterin Ada Colau bei der Einweihung. Die Anzeige startete mit 3034 Toten - die Zahl hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag für die ersten sieben Monate dieses Jahres bekanntgegeben.

Auf der Anzeigetafel, die in der Nähe eines beliebten Strandes errichtet wurde, steht: "Das ist nicht bloß eine Zahl, das sind Menschen." Die Zahl der Todesopfer in diesem Jahr liegt deutlich höher als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres. Damals kamen laut IOM 1917 Menschen bei der gefährlichen Überfahrt nach Europa ums Leben.

Die meisten der insgesamt in Europa angekommenen Flüchtlinge stammen laut IOM aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Danach folgen Afghanen und Iraker.

+++ 4.53 Uhr: Clinton nimmt Nominierung als Präsidentschaftskandidatin an +++

Hillary Clinton ist offiziell Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten und geht gegen Donald Trump ins Rennen um das Weiße Haus. Die frühere Außenministerin und First Lady nahm am späten Donnerstagabend (Ortszeit) bei ihrer Rede in Philadelphia die Nominierung des Parteitags der Demokraten an.

Clinton war am Dienstag mit der großen Mehrheit der über 4700 Delegierten gewählt worden und hatte sich damit gegen ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders durchgesetzt. Clinton ist damit die erste Frau überhaupt, die von einer der beiden großen US-Parteien ins Rennen um das Weiße Haus geschickt wird.

Die Amerikaner entscheiden am 8. November über die Nachfolge des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama, der nach seiner zweiten Amtsperiode nicht mehr kandidieren kann.

+++ 3.15 Uhr: Melania Trump soll Uni-Abschluss gefälscht haben +++

Die Ehefrau des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sorgt binnen einer Woche erneut für Negativschlagzeilen. Nach dem Wirbel um ihre ausgerechnet bei Präsidentengattin Michelle Obama abgekupferten Rede beim Parteitag der Republikaner in Cleveland verschwand nun die Website des Ex-Models aus Slowenien - vermutlich wegen falscher Angaben zu ihrem Lebenslauf"

"Die 2012 eingerichtete Website ist geschlossen, weil sie nicht mehr in angemessener Weise meine Angelegenheiten und professionellen Interessen widerspiegelt", schrieb die Gattin des rechtspopulistischen Immobilienmilliardärs am Donnerstag im Internetdienst Twitter. Auf der Website hatte es unter anderem geheißen, sie habe ein Diplom in Design und Architektur der Universität von Ljubljana.

Laut Medienberichten hat Melania Trump aber gar keinen Abschluss gemacht. Wer nun die Website melaniatrump.com aufruft, wird direkt auf die Geschäftsseite ihres Mannes weitergeleitet. Dort wird Trumps dritte Ehefrau, mit der er einen Sohn hat, mit keinem Wort erwähnt.

+++ 2.16 Uhr: Olympisches Dorf in Rio komplett bezugsfertig +++

Das zunächst wegen Mängeln in der Kritik stehende Olympische Dorf in Rio de Janeiro ist komplett bezugsfertig für die über 10 000 Athleten aus aller Welt. Projektleiter Rodrigo Tostes vom Organisationskomitee bestätigte am Donnerstagabend, dass alle ausstehenden Arbeiten abgeschlossen seien und die Task Force ihre Arbeit beendet habe. Seit dem Wochenende waren zeitweise 630 Handwerker und Reinigungskräfte im Einsatz, um alle der 31 neu gebauten Hochhausblöcke in einen annehmbaren Zustand zu versetzen.
Mehrere Delegationen hatten über Bauschmutz, defekte Wasserleitungen und blockierte Toiletten geklagt. Bisher haben 3578 Sportler und Delegationsmitglieder aus 151 Ländern ihr Quartier dort bezogen.

tim/tkr / AFP / DPA