HOME
+++ Ticker +++

News des Tages: Rentner fährt Laterne um - und sie fällt auf einen Kinderwagen

Germanwings-Katastrophe: Entschädigungsklage in den USA verworfen +++ Terrorist Carlos in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt +++ Bundesanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher türkischer Spionage +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Der Schatten einer Frau, die einen Kinderwagen schiebt und von einem Kleinkind begleitet wird (Symbolbild)

Ein 81-Jähriger hatte beim Einparken vermutlich Gaspedal und Bremse verwechselt und die Laterne umgefahren, wie die Polizei mitteilte

Die News des Tages im  -Ticker - ständig aktualisiert:

+++ 23.19 Uhr: May unterzeichnet historischen Brexit-Antrag +++

Die britische Premierministerin Theresa May hat den Brief an die EU unterzeichnet, mit dem ihre Regierung am Mittwoch den Brexit beantragen will. May setzte im Regierungssitz in der Downing Street ihre Unterschrift unter das historische Dokument, wie auf offiziellen Fotos zu sehen war. Mit dem Schreiben an EU-Ratspräsident Donald Tusk will die britische Regierung am Mittwoch Artikel 50 des EU-Vertrags auslösen und somit den Startschuss für zweijährige Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU geben.

+++ 22.42 Uhr: Justizkreise: Ermittlungsverfahren gegen Penelope Fillon eingeleitet +++

Gegen die Ehefrau des angeschlagenen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Penelope Fillon wird unter anderem die Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen erfuhr. François Fillon war in der Scheinbeschäftigungsaffäre bereits Mitte März formell beschuldigt worden.

+++ 21.36 Uhr: EU bedauert neue Klimapolitik der USA +++

Die EU-Kommission hat die Abkehr der US-Regierung von wichtigen Klimaschutzmaßnahmen bedauert. "Jetzt wird man sehen, mit welchen anderen Mitteln die USA ihre Zusagen aus dem Pariser Abkommen erreichen wollen", erklärte Umweltkommissar Miguel Arias Cañete in Brüssel. Er bekräftigte die Unterstützung der Europäischen Union für den Weltklimapakt von Paris, den auch die USA unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama ratifiziert hatten. Dessen Nachfolger Donald Trump kippte jetzt jedoch wichtige Klimaschutzbestimmungen, um wieder verstärkt Kohle einzusetzen. Diese gilt als klimaschädlich.

+++ 18.37 Uhr: Laterne fällt auf Kinderwagen - Baby bleibt unverletzt +++

Direkt auf einen Kinderwagen ist eine Straßenlaterne in Viersen am Niederrhein gestürzt - doch das wenige Monate alte Mädchen darin blieb unverletzt. Ein 81-Jähriger hatte beim Einparken vermutlich Gaspedal und Bremse verwechselt, wie die Polizei Viersen mitteilte. Der Wagen beschleunigte, streifte einen Baum, prallte gegen die Laterne und drückte sie um. Sie fiel genau dorthin, wo die 28 Jahre alte Mutter mit dem Kinderwagen stand. Mutter und Tochter kamen vorsichtshalber ins Krankenhaus. Die Mutter wurde leicht verletzt, das Kind überstand den Unfall unbeschadet.

+++ 18.33 Uhr: "Können Sie schauen, ob ich gesucht werde?" - 27-Jähriger stellt sich +++

Leichtes Spiel für die Polizei: Am Dortmunder Hauptbahnhof haben die Beamten einen Fahndungserfolg verbucht, ohne ihre Wache zu verlassen. Ein 27-Jähriger kam dort in die Dienststelle der Bundespolizei und fragte: "Können Sie mal schauen, ob ich gesucht werde?" Tatsächlich musste der Mann wegen Diebstahls für 70 Tage ins Gefängnis. Das Amtsgericht Wetter hatte den 27-Jährigen im Mai 2016 zu einer Geldstrafe von 1050 Euro verurteilt. Weil er das Geld nicht zahlen konnte, muss er nun ersatzweise für 70 Tage ins Gefängnis.

+++ 18.15 Uhr: Schottisches Parlament beschließt neues Unabhängigkeitsreferendum +++

Das schottische Parlament in Edinburgh hat für eine erneute Volksabstimmung über die Unabhängigkeit von Großbritannien gestimmt. Mit einer Mehrheit von 69 zu 59 Stimmen erteilten die Abgeordneten der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon das Mandat für Verhandlungen mit London.

+++ 17.40 Uhr: Germanwings-Katastrophe: Entschädigungsklage in den USA verworfen +++

Ein US-Bundesgericht hat die Sammelklage von Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe gegen eine Lufthansa-Flugschule verworfen. Das Gericht in Phoenix im Bundesstaat Arizona entschied, dass der Rechtsstreit besser in Deutschland ausgetragen werden sollte, wie aus der nun im Internet veröffentlichten Gerichtsentscheidung hervorgeht. Die Hinterbliebenen von mehr als 80 Opfern der Katastrophe werfen dem Airline Training Center Arizona (ATCA) im Südwesten der USA vor, einen in einer medizinischen Bescheinigung stehenden Hinweis auf die psychischen Probleme des Co-Piloten Andreas Lubitz nicht beachtet zu haben.

Der 27-Jährige hatte die Maschine des Lufthansa-Tochterunternehmens am 24. März 2015 an einem Berghang in den französischen Alpen zerschellen lassen und 149 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Er litt jahrelang unter Depressionen und hatte deswegen auch Ärzte aufgesucht. Das Gericht in Phoenix gelangte jedoch zu dem Schluss, dass über die Klage gegen die Flugschule besser von einem deutschen Gericht entschieden werden solle. Es verwies unter anderem darauf, dass 70 der 81 in der Klage aufgeführten Opfer aus Deutschland stammten. Auch sei das öffentliche Interesse an dem Fall in Deutschland "viel höher" als in den USA.

+++ 17.33 Uhr: Ungarn interniert Flüchtlinge +++

Ungarn sperrt jetzt alle Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens in Containerdörfer nahe der Grenze zu Serbien ein. Mit Inkrafttreten der neuen Bestimmung verloren Asylbewerber in Ungarn jegliche Bewegungsfreiheit: Sie dürften sich "nicht frei auf dem Staatsgebiet und dem Gebiet der EU bewegen, um die Gefahren im Zusammenhang mit der Migration zu reduzieren", erklärte das Innenministerium in Budapest. Nahe der Ortschaften Röszke und Tompa hatten die Behörden 324 Wohncontainer aufgestellt, wo die Asylbewerber festgesetzt werden. Diese Zonen dürfen sie nur verlassen, wenn über ihre Asylanträge entschieden ist oder wenn sie Richtung Serbien aus Ungarn ausreisen.

Von dem Gesetz betroffen sind alle neu ins Land kommenden sowie die bereits in Ungarn lebenden Flüchtlinge. International war das Vorgehen der ungarischen Regierung scharf kritisiert worden. Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen etwa hatte Ungarn vorgeworfen, "seine Verpflichtungen aus dem Völker- und Europarecht zu verletzen". Orban verteidigte das harsche Vorgehen gegen Flüchtlinge. Damit schütze Ungarn auch andere europäische Länder, sagte der rechtsgerichtete Regierungschef bei einem Besuch in Warschau. "Die Österreicher und die Deutschen können jetzt wieder ruhig schlafen", fügte er hinzu.

+++ 17.16 Uhr: Hacker-Angriff auf Bundestag: Führt die Spur nach Israel?+++

Unbekannte haben erneut versucht, in das Netz des Deutschen Bundestages einzudringen. Laut Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sollen alle Fraktionen betroffen sein, es geht um mindestens zehn Abgeordnete. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verfassungsschutz haben dem Bericht zufolge den Angriff bestätigt. Es sei versucht worden, von den Rechnern der Abgeordneten Verbindungen zu einer potentiell schädlichen Webseite aufzunehmen. Der Angriff sei nach einem Hinweis des Verfassungsschutzes entdeckt worden, wird ein Sprecher des BSI zitiert. Die IT-Abteilung des Parlament habe den Angriff abwehren können. Die Grünen-Abgeordnete Marieluise Beck sagte der Zeitung: "Mir wurde von den Verantwortlichen gesagt, dass sie unter anderem auf Serververbindungen zu einer israelischen Nachrichtenseite gestoßen seien." Es sei unklar, ob die echte Webseite besucht wurde oder eine gefälschte Version, über die Schadsoftware auf die Computer geladen wurde. Das BSI ermittelt jetzt in Zusammenarbeit mit der Bundestagsverwaltung in dem Fall.

+++ 17.09 Uhr: Nach Goldmünzen-Raub: Polizei fehlt noch eine heiße Spur +++


+++ 16.54 Uhr: Weißes Haus nach Fund von verdächtigem Paket abgeriegelt +++

Wegen eines verdächtigen Pakets ist das Weiße Haus in Washington abgeriegelt worden. Das berichteten mehrere Journalisten, die vor Ort waren, im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Secret Service teilte mit, man untersuche das Paket, das in der Nähe der Anlage gefunden worden sei. Inzwischen sei ein Verdächtiger festgenommen worden, die Hintergründe sind aber noch unklar. Dass das Weiße Haus aus Sicherheitsgründen abgeriegelt wird, kommt immer wieder vor. Meistens entpuppen sich die Vorfälle als harmlos.

+++ 16.42 Uhr: Fifa sperrt Messi wegen Beleidigung für vier Spiele +++

Argentiniens Fußballnationalmannschaft muss für vier Spiele auf Superstar Lionel Messi verzichten. Der 29-Jährige habe beim 1:0-Sieg der Albiceleste gegen Chile am vergangenen Donnerstag einen Schiedsrichter-Assistenten beleidigt, teilte die Fifa unmittelbar vor der Auswärtspartie Argentiniens in Bolivien mit. Die Sperre gilt bereits für das Quali-Spiel für die WM 2018 heute Abend in La Paz. Zusätzlich muss Messi 10.000 Schweizer Franken zahlen.

Argentinien belegt vor dem Spiel in Bolivien Platz drei in der Südamerika-Gruppe. Die ersten Vier qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde 2018 in Russland, der Fünfte muss in die Playoffs gegen ein Team aus Ozeanien. Der Offensivspieler fehlt seinem Team zudem in den Spielen gegen Uruguay am 31. August, Venezuela (5. September) und Peru (5. Oktober).

+++ 16.40 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher türkischer Spionage +++

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den türkischen Geheimdienst MIT, in Deutschland Anhänger der Gülen-Bewegung ausspioniert zu haben, hat die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Der Ermittlungserfolg werde davon abhängen, was die deutschen Spionageabwehrbehörden mitteilten, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Nach Angaben aus Niedersachsen hatte der MIT Informationen über rund 300 Menschen und Einrichtungen mit Bezug zur Bewegung des geistlichen Fethullah Gülen gesammelt. Ankara macht Gülen für den gescheiterten Putsch im Juli verantwortlich.

+++ 16.08 Uhr: Laterne fällt auf Kinderwagen - Säugling bleibt unverletzt +++

Auf seinen Schutzengel hat sich im nordrhein-westfälischen Viersen ein wenige Monate altes Mädchen verlassen können, auf dessen Kinderwagen bei einem Verkehrsunfall eine Straßenlaterne stürzte. Nach Angaben der Polizei verwechselte ein 81-jähriger Autofahrer beim Einparken in einem Schreckmoment anscheinend Gas- und Bremspedal. Als Folge fuhr er einen Laternenpfahl um. Die Laterne fiel auf die 28-jährige Mutter und ihr Töchterchen im Kinderwagen. Die Mutter kam dabei mit leichten Blessuren davon, das Kind blieb völlig unverletzt, wie ein Arzt im Krankenhaus feststellte.

+++ 16 Uhr: Kinderärztin Ingeborg Rapoport mit 104 Jahren gestorben +++

Die Kinderärztin Ingeborg Rapoport, die mit fast 80 Jahren Verspätung ihre Promotionsurkunde erhielt, ist tot. Sie starb bereits am Donnerstag im Alter von 104 Jahren in Berlin, wie die Charité jetzt mitteilte. Die renommierte Kinderärztin gilt als Begründerin der Neugeborenenmedizin in der DDR und hatte ab 1969 an der Charité den deutschlandweit ersten Lehrstuhl für Neonatologie inne. Das Fachgebiet befasst sich als ein Spezialbereich der Kinder- und Jugendmedizin mit den typischen Erkrankungen von Neugeborenen und mit der Behandlung von Frühgeborenen.

Schlagzeilen machte Rapoport im Juni 2015, als ihr in Hamburg nachträglich die Promotionsurkunde übergeben wurde. 1938 war ihr während der Nazizeit wegen ihrer jüdischen Abstammung die Teilnahme an der entscheidenden mündlichen Prüfung verweigert worden. Die Prüfung holte sie dann 2015 in ihrer Berliner Wohnung nach.

+++ 15.57 Uhr: Fifa ermittelt gegen Messi wegen angeblicher Beleidigung +++

Argentiniens Fußballnationalmannschaft bangt unmittelbar vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Bolivien heute Abend um den Einsatz von Lionel Messi. Wie der argentinische Verband mitteilte, ermittelt die Fifa gegen den Superstar vom FC Barcelona. Messi hatte sich beim 1:0-Sieg über Chile am vergangenen Donnerstag beim Assistenten über eine Abseitsentscheidung beschwert. Der brasilianische Schiedsrichter hatte zunächst nichts über eine mögliche Beleidigung mitgeteilt. Geprüft werden nun Fernsehbilder, die diese möglicherweise belegen könnten.

Der argentinische Verband wies die Vorwürfe zurück. Die Zeitung "La Nación" berichtete, Messi könnte eine Sperre von zwei bis zu vier Spielen drohen. Argentinien belegt vor dem Spiel in Bolivien Platz drei in der Südamerika-Gruppe. Die ersten Vier qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde 2018 in Russland, der Fünfte muss in die Playoffs gegen ein Team aus Ozeanien.

+++ 15.29 Uhr: Früherer Taliban-Befehlshaber im Ostallgäu gefasst +++

Ein früherer Kommandeur einer Kampfeinheit der Taliban in Afghanistan sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft. Der 30-Jährige wurde bereits am vergangenen Donnerstag im Ostallgäu festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft heute in Karlsruhe mitteilte. Dem Mann wird demnach vorgeworfen, in seiner Heimat für die radikal-islamischen Taliban gekämpft zu haben. Von 2004 bis 2008 soll er selbst zahlreiche Einsätze gegen ausländische und einheimische Soldaten befehligt haben.

Die Bundesanwaltschaft legt ihm insbesondere einen Angriff auf einen Militärkonvoi mit Sprengsätzen und Panzerfäusten zur Last. Dabei seien mindestens 16 US-amerikanische und afghanische Soldaten getötet worden. Der Mann hatte sich den Angaben zufolge schließlich selbst von der Kampfeinheit losgesagt und musste seither um sein Leben fürchten. Über Pakistan und die Balkan-Route sei er deshalb nach Deutschland geflüchtet, wo er sich seit 2011 aufhielt.

+++ 15.10 Uhr: Amri hätte laut de Maizière in Haft genommen werden können +++

Der islamistische Attentäter Anis Amri hätte nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verhaftet werden können. Spätestens Ende Oktober, nachdem Tunesien Amris Identität bestätigt hatte, hätte mit guten Gründen ein Antrag auf Sicherungshaft gestellt werden können, sagte der CDU-Politiker als Zeuge im Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zum Terrorfall Amri. "Es wurde aber nicht einmal versucht."

Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und zwölf Menschen getötet. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hatte sich zu dem Terroranschlag bekannt und Amri als ihren Soldaten bezeichnet. Der war in Deutschland bereits Monate vor der Tat als islamistischer Gefährder eingestuft und beobachtet worden.

+++ 14.56 Uhr: Ohne Vorlesung bekommt Bob Dylan kein Nobel-Preisgeld +++

Die Schwedischen Akademie hat darauf hingewiesen, dass US-Sänger Bob Dylan bis 10. Juni vor der Akademie in Stockholm eine Vorlesung halten müsse, um das Preisgeld für seinen Nobelpreis in Höhe von umgerechnet 840.000 Euro zu bekommen. Bei der Gestaltung des Auftritts hat Dylan relativ freie Hand: Er kann eine kurze Rede halten, ein Lied singen oder sich per Video-Schaltung zu Wort melden. Was der Folk-Sänger plant, weiß die Akademie nicht. "In den vergangenen Monaten hat kein Telefongespräch mit Bob Dylan stattgefunden", schrieb ihre ständige Sekretärin, Sara Danius, in einem Blog-Eintrag. Dylan plant am 1. und 2. April Konzerte in Stockholm und am 9. April in Lund. Es wird spekuliert, dass er bei dieser Gelegenheit auch bei der Schwedischen Akademie vorstellig wird. Danius betonte, dass Dylan den Preis auch behalte, wenn er nicht vor der Akademie auftritt.

Bob Dylan auf der Bühne


Dylan war am 13. Oktober 2016 als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Tagelang reagierte er nicht, erst zwei Wochen später kündigte er an, er nehme die Ehre selbstverständlich an und wolle "falls möglich" auch zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Schweden kommen. Im November sagte er aber in einem Schreiben an die Schwedische Akademie wegen "anderweitiger Verpflichtungen" ab. Er schickte stattdessen eine Dankesrede, die laut verlesen wurde.

+++ 14.54 Uhr: Ryanair nimmt Flugbetrieb aus Lufthansa-Nest Frankfurt auf +++

Der irische Billigflieger hat seinen Linienbetrieb vom Hauptdrehkreuz der Lufthansa in Frankfurt aufgenommen. Mit einer leichten Verspätung von 19 Minuten ist eine nahezu voll besetzte Boeing 737-800 nach Mallorca gestartet, wie der Flughafenbetreiber Fraport auf Anfrage berichtete. Der Billigflieger hat zunächst nur zwei Jets am Heimatdrehkreuz der Lufthansa stationiert, das er lange wegen zu hoher Gebühren gemieden hatte. Zunächst werden täglich vier Urlaubsziele in Spanien und Portugal angeflogen. Auch mit Hilfe des umstrittenen Fraport-Rabattprogramms für Neukunden soll die Flotte aber zügig ausgebaut werden. Bereits ab September werden 21 Ziele angeboten. Ab Ende Oktober will Ryanair dann mit sieben Flugzeugen 24 Destinationen ansteuern, darunter auch viele, die eher für Geschäftsleute interessant sind. Die Lufthansa hat 190 Maschinen in Frankfurt stationiert und füttert an ihrem Drehkreuz die Langstreckenflieger mit hunderten Zubringerflügen. 


+++ 14.46 Uhr: Unbekannte teeren und federn Radarfalle +++

Es wirkt wie ein verfrühter April-Scherz, ist für Stadtverwaltung und Polizei aber gar nicht lustig: Unbekannte haben in Saarbrücken zwei stationäre Radarfallen mit Teerfarbe bestrichen und im Anschluss mit weißen Vogelfedern bedeckt. Nach der Aktion waren die Blitzer für mehrere Stunden nicht funktionstüchtig, weil die geschossenen Bilder unscharf waren. "Das ist kein Kavaliersdelikt", sagte ein Polizeisprecher. Teeren und Federn ist eine Strafe aus  der Antike: Verurteilte wurden mit Teer überstrichen, mit Federn beworfen und anschließend ausgesetzt. Dabei ging es neben der Strafe auch um die Bloßstellung etwa von Betrügern oder Falschspielern. In diesem Sinne hat sich Teeren und Federn auch als Redensart erhalten. Die beiden Blitzer wurden gründlich gesäubert und nacheinander wieder in Betrieb genommen.

+++ 14.35 Uhr: Anklage fordert lange Haft für 282-fachen Bahn-Diebstahl +++

Im Prozess um den Diebstahl von 1,3 Millionen Euro bei der Nord-Ostsee-Bahn  hat die Staatsanwaltschaft vier Jahre und drei Monate Haft für den Angeklagten gefordert. Der frühere NOB-Mitarbeiter habe als IT-Fachkraft aus zwei , in die Zugbegleiter ihre Einnahmen von Fahrgästen und Schwarzfahrern deponierten, insgesamt 282-mal Geld entwendet, sagte die Staatsanwältin. "Mangels Kontrolle wurde es ihm leicht gemacht, die Beträge zu entnehmen", sagte sie. Er habe Zugriff auf Schlüssel und Dateien der zwei Automaten gehabt und habe die Software der Geräte manipuliert. Mit dem Geld habe sich der Angeklagte von 2006 bis 2011 ein ordentliches Zusatzeinkommen verschafft. Der Verteidiger beantragte Freispruch für seinen wegen besonders schweren Diebstahls angeklagten Mandanten. "Das Verfahren begann vor vielen, vielen Jahren, Beweise liegen bis heute nicht vor", sagte er. Niemand habe Zugriff auf die Schlüssel von sowohl Automat als auch der darin gelagerten Geldkassette gehabt.

+++ 14.24 Uhr: Terrorist Carlos in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt +++

Carlos

Der einstige Top-Terrorist "Carlos" ist in Frankreich ein weiteres Mal zu lebenslanger Haft verurteilt worden

Der international bekannte Terrorist Carlos ist in Frankreich wegen eines Anschlags vor mehr als 40 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Pariser Gericht sprach den 67-jährigen Venezolaner schuldig, 1974 eine Handgranate in einem Nobelkaufhaus der französischen Hauptstadt gezündet zu haben. Dabei waren zwei Menschen getötet und 34 weitere verletzt worden.

+++ 14.04 Uhr: Größte russische Bank zieht sich aus der Ukraine zurück +++

Die größte russische Bank zieht sich aus der zurück: Nach der Verschärfung von Sanktionen und wiederholten Protesten vor ihren Filialen gab die Sberbank den Verkauf ihrer ukrainischen Tochter bekannt. Die staatliche Bank verkauft ihr Ukraine-Geschäft nach eigenen Angaben an ein Investoren-Konsortium, dem die lettische Norvik Banka und ein ungenanntes weißrussisches Privatunternehmen angehören. Nach Angaben von Norvik gehört das Unternehmen dem britischen Geschäftsmann Said Guzerijew, einem Sohn des russischen Oligarchen Michail Guzerijew. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Der Verkauf soll den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2017 abgeschlossen werden, benötigt aber noch grünes Licht von den zuständigen Behörden.

+++ 14.01 Uhr: Mutter gesteht Missbrauch ihres Sohnes +++

Eine Mutter hat sexuelle Übergriffe auf ihren kleinen Sohn vor dem Berliner Landgericht gestanden. Zu den Taten sei es jeweils auf Geheiß und auf Drängen des 38-jährigen Mitangeklagten gekommen, erklärte die 35-Jährige zu Prozessbeginn. Der Junge war laut Ermittlungen vier bis fünf Jahre alt, als sich die Mutter in ihrer Wohnung an ihm verging. Der Frau werden vier Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs zur Last gelegt. Die Verteidigerin der Angeklagten sagte, ihre Mandantin habe sich ihrem damaligen Partner "bis zur Selbstaufgabe untergeordnet" und sei "gegen seine Übermacht" wehrlos gewesen. Im Nachhinein seien es für die Mutter "nicht nachvollziehbare Taten, die sie nicht wollte". Der Mitangeklagte habe die 35-Jährige auch zur Prostitution gezwungen. Der 38-Jährige gab zu, dass er die Mutter zum "Sex mit dem Jungen animiert hatte". Die Frau habe aber keinerlei Bedenken geäußert. Es sei auch auf Initiative der 35-Jährigen zu sexuellen Handlungen an dem Kind gekommen. Der Mann muss sich zudem wegen des Besitzes von Kinderpornografie verantworten.

+++ 13.44 Uhr: Mann stirbt in Altkleidercontainer +++

Er wollte nur in einem Altkleidercontainer nach etwas Verwertbarem suchen - doch das ist einem 32 Jahre alten Tschechen zum Verhängnis geworden. Ein Passant habe den Mann leblos gefunden, eingeklemmt in der Schließvorrichtung des Containers, teilte eine Polizeisprecherin im osttschechischen Ostrava mit. Die Feuerwehr habe ihn nur noch tot bergen können, er sei dort offensichtlich mehrere Stunden gefangen gewesen. Zu ähnlichen Unfällen kommt es in Tschechien immer wieder. Erst im Oktober war ebenfalls in der Industriestadt Ostrava ein 41-Jähriger in einem Altkleidercontainer erstickt. Auch in anderen Städten des Landes kam es in den vergangenen Jahren zu derartigen Todesfällen.

+++ 13.22 Uhr: Angeklagter im Höxter-Prozess stoppt Aussage - "überfordert" +++

Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im "Horror-Haus" von hat der Angeklagte Wilfried W. seine Aussage überraschend abgebrochen. In einem Brief habe er kurzfristig mitgeteilt, er sehe sich zurzeit nicht in der Lage, in der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Paderborn. Der Verteidiger des unter Mordverdacht stehenden Angeklagten erläuterte, bevor dieser seine Aussage möglicherweise fortsetze, wolle er ausführlich mit dem psychiatrischen Gutachter sprechen, der ihn seit einiger Zeit untersucht. Sein Mandant sehe sich derzeit "hoffnungslos überfordert" durch die Anwesenheit der mitangeklagten Ex-Frau. Missfallensäußerungen und Gelächter im Publikum am vergangenen Verhandlungstag hätten ihn verunsichert. Außerdem sei er auf die Vielzahl der Fragen nicht ausreichend vorbereitet, sagte Strafverteidiger Detlev Binder. Nach der Entscheidung wurde die Verhandlung frühzeitig unterbrochen. In der kommenden Woche sollen nun weitere Zeugen aussagen.

+++ 13.21 Uhr: Regierung beschließt Burka-Verbot in Österreich +++

Österreich verbietet die Vollverschleierung von Frauen im öffentlichen Raum. Das im Vorfeld heftig kritisierte Burka-Verbot ist Teil eines neuen Integrationsprogramms. Die rot-schwarze Regierung hatte sich nach ihrem Koalitions-Neustart im Januar auf die Eckpunkte des Pakets geeinigt. Neben der Burka, einem Ganzkörpergewand, sind noch weitere Kleidungsstücke, die das Gesicht von Frauen verhüllen, im öffentlichen Raum verboten. Gemäß dem neuen Programm ist auch das Verteilen von Koranen künftig untersagt. Außerdem sieht das Paket ein verpflichtendes Integrationsjahr vor, in dem spezielle Deutsch- und Wertekurse besucht werden sollen. Die Maßnahmen gelten für anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive.

+++ 13.18 Uhr: Amazon gewinnt Bieter-Gefecht um Nahost-Rivalen Souq.com +++

Amazon hat sich nach einem Bieter-Wettstreit den größten Online-Händler im Mittleren Osten, Souq.com, gesichert. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Nach vorherigen Informationen der "Financial Times" soll es um 650 bis 750 Millionen Dollar gegangen sein. Der Einkaufszentren-Betreiber Emaar Malls aus Dubai hatte für Souq.com nach eigenen Angaben 800 Millionen Dollar geboten. Der Zukauf zeigt, dass der weltgrößte Online-Händler auch bereit ist, neue Märkte mit Hilfe von Übernahmen zu erschließen. Mit Souq.com bekommt Amazon Zugang zu rund 50 Millionen Menschen in der Region. Der Dienst betreibt Niederlassungen in Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

+++ 12.18 Uhr: Kinderpfleger wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht +++

Ein Kinderpfleger-Azubi soll in Rheinland-Pfalz mehrere kleine Jungen sexuell missbraucht haben. Mindestens eines der Kinder habe davon erzählt, dass der 22-Jährige ihm in einem Jugendhaus in Hattgenstein im Hunsrück zwischen die Beine fassen wollte, sagte ein Zeuge beim Landgericht in Würzburg. Dort in der Region hatte der Angeklagte zuletzt gewohnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in mindestens 34 Fällen Jungen im Alter von zehn bis 13 Jahren an und in die Hose gefasst zu haben. Zudem soll er kinderpornografische Schriften in 131 Fällen besessen haben. In einem ersten Prozess am Amtsgericht war der Auszubildende zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Dagegen hatte er dann Berufung eingelegt. Deshalb wird nun vor dem Landgericht erneut verhandelt. Im ersten Prozess hatte der Mann die Taten noch eingestanden. Jetzt hingegen gab er der Staatsanwaltschaft zufolge nur noch einen Teil der Übergriffe zu; er stritt zudem ab, selbst die kinderpornografischen Bilder auf seinen Computer geladen zu haben.

+++ 11.53 Uhr: Fahrer rutscht von der Bremse - Auto rollt in den Rhein +++

Er wollte die Schiffe auf dem Rhein anschauen - doch dann ist ein Autofahrer in Bornheim bei Bonn von der Bremse gerutscht und mit seinem Wagen direkt in den Fluss gefahren. Der 59-Jährige hatte auf einer abschüssigen Rampe angehalten. Während er den Blick auf den Fluss genoss, setze sich der Wagen in Bewegung und rollte in den Rhein. Der Mann habe sich selbst aus dem Wasser retten können, sagte ein Polizeisprecher. Sein Wagen trieb noch 60 Meter flussabwärts und versank dann. Rettungskräfte zogen das Auto später wieder an Land. Der Mann blieb bis auf eine Unterkühlung unverletzt.

+++ 11.40 Uhr: Copilot fällt aus - Stewardess übernimmt im Cockpit seinen Platz +++

Eine Stewardess hat einen Copiloten mit Kreislaufproblemen im Cockpit eines Ferienfliegers erfolgreich ersetzt. "Die Crew hat sich dabei vorbildlich verhalten", bestätigte Jan Hillrichs, der Sprecher der Airline TuiFly. Der Vorfall an Bord der Boeing 737-800 hatte sich nach Angaben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am 11. Oktober 2016 in französischem Luftraum ereignet und wurde nach Abschluss von deren Untersuchung jetzt durch einen Bericht der "Neuen Presse" bekannt. "Sowas kommt extrem selten vor, und die Sicherheit war in keiner Weise beeinträchtigt", erklärte Hillrichs. Nach seiner Darstellung war der Copilot gegen 5.30 Uhr nach einem Toilettengang plötzlich wegen Schwindel und niedrigem Blutdruck ausgefallen. Daraufhin nahm die Stewardess seinen Platz ein und half dem Piloten bei der Landung. Dabei wird unter anderem eine Checkliste abgearbeitet, die sie dem verbliebenen Flugzeugführer vorlas.

Flugzeug Blitzeinschlag Gewitter Blitz


+++ Uhr: Lebendig begrabenes Baby in Indien durch Zufall gerettet +++

Durch Zufall ist in Indien ein neugeborenes Mädchen gerettet worden, das bei lebendigem Leibe begraben worden war. Ein Passant entdeckte das wenige Stunden alte Baby in einer Sandgrube auf einem Feld, wie die Behörden im Bezirk Jajpur in dem armen östlichen Bundesstaat Odisha mitteilten. Im Krankenhaus wurde dem Mädchen der Name Dharitri gegeben, was auf Sanskrit Erde bedeutet. Der Retter des Mädchens war am Wochenende an einem Feld vorbei gekommen. Dort bemerkte er nach Angaben der Polizei, das der Fuß eines Neugeborenen aus dem Sand herausragte. Das Baby wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es nun unter Beobachtung steht. Das 2,5 Kilogramm schwere Baby sei wohlauf, erklärten die Ärzte. Sie vermuteten, dass das Kind bei seinem Fund nicht älter als sechs Stunden alt war. Es habe noch eine intakte Nabelschnur gehabt, sagte ein Vertreter der Gesundheitsbehörden von Jajpur. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus sollen sich die Sozialbehörden des Kindes annehmen. Die Polizei vermutet, dass das Mädchen wegen seines Geschlechts umgebracht werden sollte oder weil es ein uneheliches Kind ist.

+++ 11.29 Uhr: 35 Festnahmen nach Protesten gegen tödliche Polizeischüsse in Paris +++

Nach tödlichen Polizeischüssen auf einen Chinesen in Paris sind in der französischen Hauptstadt Ausschreitungen ausgebrochen. Dabei wurden 35 Menschen festgenommen, wie die Pariser Polizeipräfektur mitteilte. Drei Polizisten wurden leicht verletzt, ein Polizeiauto und mehrere andere Fahrzeuge wurden durch Flammen beschädigt. Rund 150 Menschen "aus der asiatischen Gemeinschaft" versammelten sich nach Polizeiangaben am Montagabend vor dem Kommissariat des 19. Pariser Bezirks im Nordosten der Hauptstadt. Sie protestierten dabei gegen tödliche Polizeischüsse auf einen Chinesen am Sonntagabend. Die Beamten waren wegen eines mutmaßlichen Familienstreits zu einer Wohnung gerufen worden. Bei ihrem Eintreffen wurden sie nach Polizeiangaben von einem Chinesen mit einer Stichwaffe attackiert. Ein Polizist sei verletzt worden, ein anderer Beamte habe daraufhin das Feuer auf den Angreifer eröffnet.

+++ 11.07 Uhr: Bus mit Speed: Zoll findet Amphetamine im Wert von 300.000 Euro +++

Mit diesem Koffer wollte keiner der Passagiere auch nur das Geringste zu tun haben: Bei der Kontrolle eines Reisebusses in Hamburg haben Ermittler 20 Kilo Amphetamine sichergestellt. Die synthetischen Drogen hätten einen Verkaufswert von 300.000 Euro, hieß es in einer Mitteilung des Zolls, in der die Beamten über "Speed im Bus" berichteten. Den Fund machten sie diesen Monat, als sie in den frühen Morgenstunden die Fahrgäste des Busses aus den Niederlanden überprüften. "Am Ende der Intensivkontrolle blieb ein blauer Reisekoffer übrig", berichtete der Zoll. "Beim Öffnen des Gepäckstückes kam eine Kühltasche zum Vorschein. In dieser befanden sich zwanzig Kunststoffbeutel mit jeweils einem Kilogramm Amphetamin." Kein Fahrgast wollte den Koffer mitgebracht haben. Jetzt ermittelt das Zollfahndungsamt.

+++ 10.46 Uhr: "Carlos" nennt Prozess um Anschlag "eine Absurdität" +++

Der einst international gesuchte Terrorist "Carlos" hat seinen Pariser Gerichtsprozess um einen Anschlag vor 42 Jahren als "absurd" bezeichnet. "Ich bin kein Unschuldiger", sagte er in seinem Schlusswort. Aber dieses Verfahren sei in jeder Hinsicht eine Absurdität. "Da ist nichts", sagte er. Dem als "Carlos" bekannten Venezolaner Ilich Ramírez Sánchez wird eine Handgranaten-Attacke in einer Pariser Einkaufsgalerie zur Last gelegt, bei der 1974 zwei Menschen starben. Ihm droht eine weitere Verurteilung zu lebenslanger Haft. Die Verteidigung fordert einen Freispruch, weil es keine Beweise gebe.


+++ 10.41 Uhr: Japanisches Gericht genehmigt Wiederinbetriebnahme zweier Atomreaktoren +++

Ein Berufungsgericht in Japan hat die Wiederinbetriebnahme zweier Atomreaktoren genehmigt. Die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Takahama in der Präfektur Fukui dürften wieder ans Netz gehen, urteilte das Oberste Gericht in Osaka. Das Urteil ist ein Sieg für Ministerpräsident Shinzo Abe. Japan hatte nach der Atomkatastrophe von Fukushima in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis im März 2011 alle Reaktoren im Land heruntergefahren. Angesichts des Widerstandes der Bevölkerung gingen nur schleppend einige Reaktoren wieder ans Netz. Vor dem Gericht in Osaka protestierten Kläger und Atomkraftgegner gegen das Urteil. Die öffentliche Meinung werde ignoriert, kritisierten die Demonstranten. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, es gebe ernste Sicherheitsbedenken. Regierungschef Abe argumentiert, das Land sei auf die Atomkraft angewiesen, weil es nur über wenige eigene Rohstoffe verfüge. Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

+++ 10.13 Uhr: Frau des Attentäters von London: "Bin schockiert" +++

Die Frau des Attentäters von London hat den Anschlag mit insgesamt fünf Toten und etwa 50 Verletzten verurteilt. "Ich bin traurig und geschockt", sagte sie. Sie sprach den Familien der Todesopfer ihr Beileid aus und wünschte den Verletzten, dass sie sich schnell wieder erholten. Ihre Stellungnahme war von der Londoner Polizei Scotland Yard veröffentlicht worden. Die Mutter des Täters Khalid Masood hatte erklärt: "Ich möchte absolut deutlich machen, damit es keine Zweifel geben kann, dass ich weder seine Tat billige noch den Glauben unterstütze, der ihn dazu gebracht hat, diese Gräueltat zu begehen." Masood war am vergangenen Mittwoch mit einem Mietauto in sehr hohem Tempo gezielt in Passanten auf der Westminster-Brücke gerast. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen.


+++ 10.12 Uhr: Bekennerschreiben von G20-Gegnern zu Brandanschlag auf Polizeiautos +++

Nach dem Brand von acht Polizeiautos in Hamburg ist ein Bekennerschreiben von Gegnern des G20-Gipfels aufgetaucht. Die Polizei machte dazu zunächst keine weiteren Angaben. In dem Schreiben in einem linken Online-Portal heißt es: "Wir wollten es uns (...) nicht nehmen lassen, die heißen Tage vor dem Gipfel anzuheizen." Unbekannte Täter hatten in der Nacht zu Montag acht Polizeiautos in Brand gesetzt. Am 7. und 8. Juli treffen sich in Hamburg beim G20-Gipfel Staats- und Regierungschefs aus Industrie- und Schwellenländern.

+++ 9.32 Uhr: Überfall auf Juwelier - Täter fahren mit Wagen in Geschäft +++

Auf brachiale Weise haben bislang unbekannte Täter ein Juweliergeschäft in der Frankfurter Innenstadt ausgeraubt. Wie die Polizei mitteilte, rasten die Räuber am frühen Dienstagmorgen mit einem Wagen rückwärts in den Laden, so dass Schaufenster zerstört wurden. Mit Schmuck als Beute fuhren sie davon. "Das Ganze hat ein oder zwei Minuten gedauert", sagte ein Polizeisprecher. Verletzte habe es bei dem Blitzüberfall nicht gegeben. Wie hoch der Wert der Beute ist, war zunächst unklar. Nach den Tätern wird gefahndet.

+++ 9.09 Uhr: Boliviens Präsident Morales lässt sich in Kuba operieren +++

Boliviens Präsident Evo Morales unterzieht sich einer Stimmband-OP in Kuba. Morales werde am Donnerstag nach Kuba reisen, um sich dort am Freitag operieren zu lassen, teilte die Regierung mit. Der Sozialist hatte sich bereits Anfang März zur Behandlung nach Havanna begeben; dabei war ein Knoten an den Stimmbändern entdeckt worden. Damals hatte es Kritik der Opposition gegeben, die Morales vorwarf, er habe kein Vertrauen in das Gesundheitssystem seines eigenen Landes. Morales hat hohe Beliebtheitswerte, die Wahlen in den Jahren 2005, 2009 und 2014 konnte er klar gewonnen. Obwohl die Verfassung Boliviens eine vierte Amtszeit verbietet, strebt Morales ein viertes Mandat an. Im vergangenen Jahr hatte der Präsident ein Referendum über eine entsprechende Verfassungsänderung abhalten lassen und knapp verloren. Die Sozialisten kündigten daraufhin an, Möglichkeiten zu prüfen, wie sie dem Präsidenten dennoch eine verfassungskonforme neuerliche Kandidatur ermöglichen können.

+++ 9.05 Uhr: Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot +++

Die Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot. Sie starb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 72 Jahren, wie ihr Management der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuletzt hatte sich die Familie sehr besorgt über den Gesundheitszustand der erkrankten Künstlerin geäußert. Christine Kaufmann war ein Kinderstar: Als Neunjährige eroberte sie 1954 in dem Film "Rosen-Resli" unter der Regie von Harald Reinl die Herzen der Kino-Zuschauer. Für ihr Hollywooddebüt in "Stadt ohne Mitleid" (1961) erhielt sie einen Golden Globe. Darin spielte Kaufmann an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Es folgten weitere Engagements in Hollywoodfilmen wie "90 Minuten nach Mitternacht" (1962) und "Taras Bulba" (1962). Schlagzeilen machte 1963 ihre Heirat mit dem 20 Jahre älteren Hollywoodstar Tony Curtis. Nach fünf Jahren wurde die Ehe geschieden, Kaufmann kehrte mit den beiden Töchtern in die Bundesrepublik zurück.


+++ 8.38 Uhr: Zeitung: Amazon braucht länger für automatisierten Einkaufsladen +++

Die Eröffnung von Amazons Supermarkt der Zukunft, der ohne Kassierer auskommen soll, verzögert sich laut einem Zeitungsbericht wegen Problemen mit der Technologie. Das Geschäft in der Amazon-Heimatstadt Seattle soll mit Hilfe von Kameras und Sensoren selbst erkennen, welche Waren die Kunden mitnehmen, wie das "Wall Street Journal" am Dienstag berichtete. Doch im Moment funktioniere das nur mit bis zu 20 Leuten im Geschäft oder wenn sich die Menschen langsam bewegen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die ursprünglich für Ende des Monats geplante Eröffnung verzögere sich deshalb um unbestimmte Zeit. 

Amazon hatte beim Start erster Tests mit Mitarbeitern im Dezember lediglich angekündigt, dass der Laden Anfang 2017 öffnen solle. Auch der Finanzdienst Bloomberg berichtete bereits, dass die Technologie schwächele, wenn viele Leute in dem Geschäft seien.

+++ 7.31 Uhr: Mutter mit zwei Kindern läuft vor Rangierlok - verletzt in Klinik +++

Eine Mutter mit zwei Kindern ist am Montagabend in Peine vor eine Rangierlok gelaufen. Bei dem Unfall wurden sowohl die 35-Jährige als auch ein einjähriges Kind im Kinderwagen und ein zweijähriges Kind verletzt. Sie mussten ebenso wie der Fahrer der Lok, der einen Schock erlitt, in ein Krankenhaus gebracht werden. Warum die Frau den Bahnübergang trotz Warnsignal überquerte, ist bislang unklar, wie die Polizei mitteilte.

+++ 7.08 Uhr: Tarifkonflikt beim Bodenpersonal an Berliner Flughäfen beigelegt +++

Der Tarifkonflikt beim Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen ist beigelegt. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi hätten sich am frühen Dienstagmorgen auf einen Tarifkompromiss geeinigt, teilte die Gewerkschaft mit. Der Tarifkompromiss beinhaltet demnach eine Laufzeit des Vertrages über drei Jahre und ein Volumen von etwa 14 Prozent, die Stundenlöhne werden in vier Schritten bis 2019 erhöht.

+++ 6.55 Uhr: Südafrikanischer Anti-Apartheid-Kämpfer Ahmed Kathrada gestorben +++

Der südafrikanische Anti-Apartheid-Kämpfer Ahmed Kathrada ist tot. Kathrada sei am frühen Dienstagmorgen im Alter von 87 Jahren gestorben, teilte seine Stiftung mit. Er starb demnach in einem Krankenhaus in Johannesburg nach kurzer Krankheit infolge einer Hirnoperation.

Kathada war ein Weggefährte und Mithäftling des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela. Er wurde 1964 im sogenannten Rivonia-Prozess gemeinsam mit Mandela verurteilt. Der Prozess sorgte weltweit für Aufmerksamkeit und warf ein Schlaglicht auf das brutale Rechtssystem unter dem Apartheid-Regime. Kathrada verbrachte 26 Jahre und drei Monate in Haft, 18 davon auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island.

+++ 6.36 Uhr: Schottisches Parlament stimmt über Unabhängigkeitsreferendum ab +++

 Nur einen Tag vor der EU-Austrittserklärung Großbritanniens stimmt das schottische Parlament am Abend über ein neues Unabhängigkeitsreferendum ab. Es gilt als sicher, dass die Abgeordneten grünes Licht für die Volksabstimmung über die Trennung von Großbritannien geben werden. Am Mittwoch wird die britische Premierministerin Theresa May dann die Scheidung von der Europäischen Union einreichen. 

Hintergrund für das geplante Unabhängigkeitsreferendum ist ein Streit über den harten Brexit-Kurs der britischen Regierung. Schottland,  das mehrheitlich gegen den Brexit stimmte, will zumindest im Binnenmarkt bleiben. May lehnt einen solchen Sonderweg kategorisch ab. Sie stellte Edinburgh aber zusätzliche Kompetenzen in Aussicht. May will ihr Land nicht nur aus den politischen Institutionen der EU, sondern auch aus dem Europäischen Binnenmarkt führen.

+++ 6.01 Uhr: Große Lohnunterschiede in den einzelnen Wirtschaftszweigen +++

Die Monatslöhne in Deutschland unterscheiden sich je nach Wirtschaftszweig um mehrere tausend Euro. Am wenigsten wird im Bereich persönlicher Dienstleistungen wie in Friseursalons oder in Wäschereien verdient, am meisten bei der Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Am unteren Ende der Einkommensskala stehen demnach auch chemische Reinigungen, Kosmetiksalons, Bestattungsunternehmen, Saunas, Solarien und Bäder. Hier liegt das mittlere Einkommen bei 1672 Euro brutto im Monat. Es folgen das Spiel-, Wett- und Lotteriewesen (1676 Euro), die Gastronomie (1707 Euro), die Arbeit in privaten Haushalten (1729 Euro) und in der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (1758 Euro).

Die höchsten mittleren Bruttomonatsentgelte werden außer bei der Gewinnung von Erdöl und Erdgas auch in Kokerein und bei der Mineralölverarbeitung erzielt. Mit einem mittleren Lohn von 5200 Euro sind die Entgelte hier im Schnitt rund dreimal so hoch wie in den Bereichen mit geringem Lohn. Auch bei Versicherungen und Pensionskassen verdienen die Menschen mit im Mittel 4853 Euro brutto gut.

+++ 5.23 Uhr: Saar-Regierungschefin zeigt sich offen für Kompromisse +++

 Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zeigt sich vor den Koalitionsgesprächen mit der SPD selbstbewusst - ist aber offen für Kompromisse. "Die Koalitionsverhandlungen sind immer darauf angelegt, dass sich beide Seiten entsprechend wiederfinden", sagte die Wahlsiegerin der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. "Wir sind uns in vielen Zielen ja einig als CDU und SPD, haben eher Unterschiede in dem Weg dorthin. Deswegen wird es da sicherlich auch zu Kompromissen kommen, das war in den letzten fünf Jahren so." Sie werbe für einen Koalitionsvertrag, der wie der von 2012 vieles sehr genau regle.

+++ 4.55 Uhr: Wiener Experten schlagen Alarm: Partydrogen immer höher dosiert +++

Partydrogen wie Ecstasy und Kokain werden nach Erkenntnissen von Experten wegen höherer Dosierungen und Reinheit immer gefährlicher. "Der Trend geht in den letzten drei, vier Jahren zu sehr, sehr hohen Dosierungen", erklärt Rainer Schmid, medizinischer Leiter und Mitbegründer des Wiener Präventionsprojekts "Checkit!". Das von der Stadt Wien finanzierte Projekt der Drogenhilfe und der Medizinischen Universität analysiert seit rund 20 Jahren auf Partys auf freiwilliger Basis die Drogen der Besucher.

Da die Konsumenten nicht wüssten, welche Streckmittel ihre Droge enthalte oder wie hoch sie dosiert sei, könne "Checkit!" gesundheitliche Schäden vermeiden. "Das kann Leben retten", sagt Projektleiter Steve Müller.

+++ 3.23 Uhr: Museumsinsel Berlin: Diebe der Goldmünze weiter auf der Flucht +++

Nach dem Diebstahl einer wertvollen kanadischen Goldmünze aus einem Ausstellungshaus auf der Museumsinsel in Berlin sucht die Polizei die Täter. Unbekannte hatten in der Nacht zu Montag die Münze mit einem geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro aus dem Münzkabinett im Bode-Museum gestohlen. Die 100 Kilo schwere und 53 Zentimeter große "Big Maple Leaf" mit dem Bild von Königin Elizabeth II. hat einen Nennwert von einer Million kanadischer Dollar (700.000 Euro).

Am Montagnachmittag rief die Polizei Zeugen auf, sich bei ihr zu melden. Dabei wollte sie unter anderem wissen, wer rund um das Bode-Museum und den Monbijoupark am Montag zwischen 2.00 und 4.00 Uhr Verdächtige gesehen hat. Gefragt wurde auch, wem größere Mengen Gold angeboten worden seien. Das Museum sollte am Dienstag nach der regulären Schließung am Montag wieder öffnen.


+++2.12 Uhr: US-Justizminister fordert von Städten hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderer +++

US-Justizminister Jeff Sessions hat Städten in den USA, die illegalen Einwanderern Zuflucht bieten, mit dem Verlust von Bundesmitteln gedroht. Städte, die sich den Status einer sogenannten Sanctuary City gegeben hätten, müssten illegale Migranten zur Ausweisung an die Bundesbehörden übergeben, forderte Sessions am Montag. Sein Ministerium werde sich bei mangelnder Kooperation Gelder im Umfang von 4,1 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) zurückholen.

Städte wie New York, San Francisco, Boston oder Los Angeles gelten als sogenannten Sanctuary Cities, sie arbeiten mit den Bundesbehörden nicht zusammen, um illegale Einwanderer zu finden und festzunehmen. Das Justizministerium habe die "Pflicht", die Bundesgesetze anzuwenden, darunter die Einwanderungsgesetze, betonte Sessions.

+++ 1.54 Uhr: Amnesty: Hunderte Zivilisten bei Luftangriffen in Mossul getötet +++

Im Kampf um die irakische IS-Hochburg Mossul sind nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hunderte Zivilisten bei Luftangriffen getötet worden. Die irakische Regierung habe sie zuvor aufgefordert, an Ort und Stelle zu bleiben und nicht aus Häusern oder vermeintlich sicheren Orten zu fliehen, wie Überlebende und Augenzeugen der Organisation berichten.

In zahlreichen Fällen erzählten Überlebende und Nachbarn demnach, dass sich IS-Kämpfer in oder in der Nähe der zerstörten Häuser befanden - meist auf dem Dach oder im Garten - oder sich in benachbarten Gebäuden verschanzt hatten, die nicht Ziel der Angriffe waren, hieß es in der am Dienstag verbreiteten Amnesty-Mitteilung.

+++ 0.24 Uhr: Selbstfahrende Uber-Autos nach Unfall wieder auf den Straßen +++

Drei Tage nach einem Unfall sind die selbstfahrenden Autos des US-Fahrdienstanbieters Uber wieder auf die Straßen in den USA zurückgekehrt. Bereits am Montagmorgen (Ortszeit) fuhren Uber-Autos wieder in San Francisco, im Laufe des Tages sollten sie auch in den Bundesstaaten Arizona und Pennsylvania wieder im Verkehr zu sehen sein, wie Uber mitteilte. Das Unternehmen hatte die Fahrzeuge nach dem Unfall vorübergehend zu Testzwecken aus dem Verkehr gezogen.

Bei dem Zusammenstoß am Freitag in Tempe im Bundesstaat Arizona wurde nach Angaben Ubers niemand schwer verletzt. Fahrgäste seien nicht an Bord des Sportgeländewagens der Marke Volvo gewesen. Nach Polizeiangaben hatte der Fahrer eines anderen Autos dem Uber-Wagen die Vorfahrt genommen. Das selbstfahrende Fahrzeug kippte nach der Kollision auf die Seite.


mad/jen/amt / DPA / AFP