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News von heute "Deutschlandtrend"-Umfrage: Union weiter vor Grünen

Der Deutsche Bundestag
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© Kira Hofmann / DPA
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News von heute im stern-Ticker:

21.41 Uhr: Anklage gegen Trump-Organisation wegen Steuerbetrugs

Nach jahrelangen Ermittlungen erhebt die Staatsanwaltschaft in New York erstmals Anklage gegen die Geschäftspraktiken der Trump-Organisation. In der am Donnerstag veröffentlichten Anklage vor einem New Yorker Gericht wird dem Konzern sowie seinem Finanzchef Allen Weisselberg vorgeworfen, über mindestens 15 Jahre systematisch Steuern hinterzogen zu haben. Dabei geht es um Abgaben auf Leistungen im Wert von mehr als 1,7 Millionen Dollar. Weisselberg und die Trump-Organisation plädierten auf "nicht schuldig". Ex-US-Präsident Donald Trump ist nicht persönlich angeklagt.

"Der Zweck des Systems bestand darin, Weisselberg und andere Führungskräfte der Trump-Organisation auf eine Art und Weise zu entschädigen, die "nicht in den Büchern" stand", heißt es in der Anklage. Die Begünstigten hätten demnach erhebliche Teile ihres Einkommens auf indirekte und verschleierte Weise erhalten, die der Steuerbehörde nicht gemeldet worden seien. Bei den nicht besteuerten Leistungen handelte es sich unter anderem um Zahlungen für Apartments, Autos oder die Schulausbildung von Angehörigen.

18.01 Uhr: OECD einigt sich auf Mindeststeuer für Großkonzerne

Durchbruch in den Verhandlungen über eine globale Mindeststeuer für Großkonzerne: Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einigten sich 130 Länder auf einen Steuersatz von "mindestens 15 Prozent". Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach bei einem Besuch in Washington von einem "kolossalen Fortschritt im Bereich der internationalen Besteuerung von Unternehmen".

18.00 Uhr: "Deutschlandtrend": Kaum Bewegung bei Sonntagsfrage

Zwölf Wochen vor der Bundestagswahl gibt es einer Umfrage von Infratest dimap zufolge bei der Parteienpräferenz kaum Bewegung. Würde an diesem Sonntag gewählt, kämen CDU und CSU laut dem vom Institut erhobenen ARD-"Deutschlandtrend" wie im Vormonat auf 28 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft wären die Grünen, die ebenfalls unverändert bei 20 Prozent landen würden. Dahinter folgen in der Wählergunst die SPD mit 15 Prozent (+1), die FDP mit 11 (-1) und die AfD mit ebenfalls 11 (-1) Prozent. Die Linke liegt unverändert bei 7 Prozent. Alle anderen Parteien kommen zusammen auf 8 Prozent (+1).

Könnten die Deutschen ihren Kanzler oder ihre Kanzlerin direkt bestimmen, würden sich die meisten für Olaf Scholz (SPD) entscheiden: 29 Prozent (+3 Punkte im Vergleich zum Vormonat). Für Armin Laschet (CDU) würden 28 Prozent stimmen (-1), Annalena Baerbock (Grüne) käme auf 18 Prozent (+2). Ein Viertel der Befragten machte keine Angaben oder antwortete mit "weiß nicht".

Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap. Befragt wurden vom 28. bis 30. Juni 1317 Wahlberechtigte in Deutschland (Telefoninterviews und Online-Interviews). Die Fehlertoleranz liegt bei 2 (bei einem Anteilswert von 10 Prozent) bis 3 (bei einem Anteilswert von 50 Prozent).

17.36 Uhr: Jugendliche werden nach Quarantäne auf Mallorca zurück ans Festland gebracht 

Nach einem Corona-Ausbruch unter Schülerinnen und Schülern auf Mallorca sind viele der von Quarantäne-Maßnahmen betroffenen Jugendlichen zurück ans spanische Festland gebracht worden. Ein Fährboot mit 118 Jugendlichen an Bord lief am Vormittag im Hafen von Palma aus. Sie wurden auf der Fähre in einem abgeschotteten Bereich untergebracht, um Ansteckungen anderer Reisender zu vermeiden.

Die spanischen Behörden hatten rund 250 Schülerinnen und Schüler im Hotel "Palma Bellver" unter Quarantäne gestellt. Weitere Hotels der Ferieninsel waren zu Isolierstationen umfunktioniert worden. Nachdem junge Menschen aus ganz Spanien auf Mallorca ihre Schulabschlüsse gefeiert hatten, war es dort zu zahlreichen Ansteckungen gekommen.

16.49 Uhr: Vorerst Pause bei Sucharbeiten in Florida wegen Sicherheitsbedenken

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida haben die Einsatzkräfte ihre Suche nach Verschütteten aus Sorge um die Stabilität des noch stehenden Gebäudeteils vorübergehend gestoppt. Die Bürgermeisterin des Bezirks Miami-Dade, Daniella Levine Cava, sagte an der Unglücksstelle in Surfside nahe Miami, die Sucharbeiten seien aus diesem Grund in den frühen Morgenstunden vorerst unterbrochen worden. Die Pause der Suchaktion habe nichts mit dem Besuch von US-Präsident Joe Biden zu tun, betonte sie.

Der Leiter der örtlichen Feuerwehr, Alan Cominsky, sagte, Experten, die den Zustand des noch stehenden Gebäudeteils kontinuierlich überwachten, hätten Veränderungen beobachtet, die den Stopp erforderlich gemacht hätten. Die Behörden betonten, die Sicherheit der Suchtrupps müsse gewährleistet sein. Die Suche werde sofort weitergehen, sobald dies sicher sei.

News von heute: "Deutschlandtrend"-Umfrage: Union weiter vor Grünen

17.03 Uhr: Waldbrände: 2020 weniger Fläche verbrannt als 2019

 Im vergangenen Jahr ist in Deutschland deutlich weniger Fläche in Wäldern verbrannt als noch 2019. Die Brandfläche habe sich um mehr als das Siebenfache im Vergleich zum Vorjahr verringert, teilte das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft mit. Demnach seien 2020 etwa 368 Hektar Land (3,68 Quadratkilometer) abgebrannt. 2019 waren es noch 2711 Hektar (27,11 Quadratkilometer). Diese Entwicklung sei dem Waldbrandschutzmanagement zu verdanken: "Waldbrände können früher entdeckt, schneller bekämpft und Schäden somit geringer gehalten werden". Die Anzahl der Brände sank 2020 den Angaben zufolge um 163 auf 1360. Die Zahlen gehen aus der aktuellen Waldbrandstatistik hervor.

16.44 Uhr: Florian Silbereisen verlängert Vertrag als "Traumschiff"-Kapitän

Florian Silbereisen wird auch die nächsten Jahre als "Traumschiff"-Kapitän im Zweiten zu sehen sein. "Ja, wir haben den Vertrag verlängert und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger", so eine ZDF-Sprecherin in Mainz. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, der 39-Jährige habe seinen Vertrag vorzeitig bis 2024 verlängert. Die bisherige Vereinbarung wäre demnach Ende 2021 ausgelaufen.

15.42 Uhr: Stiko ändert Impfempfehlung wegen Delta-Variante: nach erster Dosis Astrazeneca immer mRNA als zweite

Mit der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in Deutschland passt die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung an. So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten, teilte das Gremium mit. Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle dann mindestens vier Wochen betragen. Die Empfehlung gelte "vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren", hieß es.

Die Expertinnen und Experten begründen diesen Rat damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten – erst Vektor-, dann mRNA-Impfstoff – der Immunantwort nach zwei Dosen Astrazeneca "deutlich überlegen" sei. Fachleute sprechen von einem heterologen Impfschema. Die Stiko betonte, es sei angesichts der deutlich ansteckenderen Delta-Variante wichtig, die zweite Impfstoffdosis "zeitgerecht wahrzunehmen". Nach nur einer Impfstoffdosis scheine der Schutz gegen Delta "deutlich herabgesetzt" zu sein. Der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen durch Delta sei nach vollständiger Impfung im Vergleich zum Schutz vor anderen Corona-Varianten ähnlich gut, hieß es unter Berufung auf Daten aus dem Vereinten Königreich.

14.58 Uhr: Maredo kommt zurück – Investor kauft Markenrechte

Ein knappes halbes Jahr nach der Schließung aller Restaurants der insolventen Steakhouse-Kette Maredo sollen wieder Lokale mit dem Traditionsnamen öffnen. Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis hat die Markenrechte von Maredo an einen Investor verkauft. Den Anfang sollen in den ersten beiden Juli-Wochen Maredo-Restaurants in Dortmund, Berlin und Mülheim an der Ruhr machen, wie Antoniadis mitteilte. Bis Jahresende sollen dann in bis zu 12 Maredo-Lokalen wieder Steaks gegrillt werden, unter anderem in Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Etwa 300 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

14.45 Uhr: Polizei in Münster gibt nach Plazentafund Entwarnung

Nach dem Fund einer Plazenta in Münster hat die Polizei Entwarnung gegeben. Nach einem Fahndungsaufruf meldete sich ein Mann bei den Ermittlern und gab an, er habe vor wenigen Tagen die Plazenta nach der Geburt seines Kinds in der Nähe des Fundorts vergraben, berichtete die Polizei in Münster. Einem Brauch zufolge wollte der Kindsvater darauf einen Lebensbaum pflanzen.

Untersuchungen bestätigten seine Aussagen. Mutter und Kind seien wohlauf, hieß es. Die Ermittlungen seien nun "glücklicherweise komplett und mit einem erfreulichen Ergebnis" eingestellt worden, schrieben die Polizeibeamten.

14.16: Corona-Teststationen-Betreiber sollen massiv betrogen haben

Betreiber zweier Corona-Teststationen in Köln stehen unter massivem Betrugsverdacht. Nach den von ihnen eingereichten Unterlagen wären in ihren beiden Teststationen zeitweise bis zu 36 Prozent aller Tests von rund 800 Teststationen in Köln ausgeführt worden, teilte die Polizei mit.

Die 25, 26 und 31 Jahre alten Betreiber der Teststationen sollen den Angaben zufolge im Mai und im Juni Unterlagen gefälscht und nicht ausgeführte Tests bei der Kassenärztlichen Vereinigung zur Bezahlung eingereicht haben. Das Verfahren war nach anonymen Anzeigen ins Rollen gekommen. Die Teststationen befanden sich in einer Shisha-Bar in der Innenstadt und im Stadtteil Ehrenfeld.

Aufgefallen waren sowohl die Gesamtzahl der zur Bezahlung eingereichten Tests als auch der im Verhältnis zur Gesamtzahl zu hohe Anteil negativer Ergebnisse – bei denen für das Gesundheitsamt gar keinen Handlungsbedarf entsteht. Die Auszahlung von annähernd zwei Millionen Euro habe aufgrund der frühzeitigen Ermittlungen verhindert werden können, so die Polizei. Die Ermittler wollen nun anhand der sichergestellten Unterlagen prüfen, wieviele Tests tatsächlich ausgeführt wurden.

14.12: Curevac-Chef Haas geht von Impfstoff-Zulassung in der EU aus

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac geht weiterhin davon aus, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema seinen Impfstoff ungeachtet der geringen Wirksamkeit zulassen wird. "Die Population der 18- bis 60-Jährigen ist besonders begünstigt von unserem Impfstoff. Darüber haben wir mit der EMA gesprochen", sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas bei einer Online-Pressekonferenz.

Das Curevac-Präparat zeigt einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg. Damit wurde das enttäuschende Zwischenergebnis von Mitte Juni bestätigt. In der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren liegt die Wirksamkeit bei 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und bei 77 Prozent gegen einen moderaten und schweren Krankheitsverlauf, wie Curevac am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Einen vollständigen Schutz gab es in dieser Altersgruppe demnach vor einem Krankenhausaufenthalt oder dem Tod. In der Gruppe der über 60-Jährigen liegen laut Curevac keine statistisch soliden Wirksamkeitsdaten vor.

13.59: Dienstmütze als Nest: Polizei bringt Entenfamilie in Sicherheit

Sechs verirrte Entenküken und ihre Mama hat die Polizei in Hagen zurück in einen Park gebracht. Für den Transport der Kleinen nutzte der Polizeioberkommissar kurzerhand seine Dienstmütze, wie die Polizei über die Rettungsaktion mitteilte. Die Entenfamilie war an dem Polizisten und einem Kollegen mitten in der Innenstadt vorbeigewatschelt. Damit sie nicht Gefahr liefen, von Autos überfahren zu werden, brachten die Polizeibeamten die Tiere in einen nahe gelegenen Park und entließen sie dort behutsam in die Freiheit, wie es hieß.

13.33 Uhr: Italiens Staatsschulden schießen wegen Corona-Krise weiter in die Höhe

Die ohnehin bereits enorme Staatsverschuldung Italiens ist in der Corona-Pandemie weiter stark angestiegen. Im ersten Quartal 2021 nahm das Land neue Schulden in Höhe von 13,1 Prozent der Wirtschaftsleistung auf, wie das nationale Statistik-Amt Istat mitteilte. Die Staatsausgaben stiegen demnach um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Einnahmen um nur 1,4 Prozent wuchsen.

Traditionell macht Italien in den ersten drei Monaten immer am meisten Schulden. Auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Anstieg aber erheblich. Zu Beginn der Corona-Pandemie im ersten Quartal 2020 hatte sich das staatliche Defizit auf 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) belaufen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte im April ihre Defizitprognose für 2021 von 9,5 Prozent des BIP auf 11,8 Prozent angehoben. Grund ist ein ehrgeiziges Konjunkturprogramm.

13.25 Uhr: RKI: So wenige wöchentliche Corona-Labortests wie noch nie 2021

Die Zahl der wöchentlichen Labortests auf das Coronavirus ist mittlerweile so niedrig wie noch nie in diesem Jahr. Für die vergangene Woche weist das Robert Koch-Institut 705 520 Testungen aus, wie aus dem Lagebericht vom Mittwochabend hervorgeht. Das ist weniger als halb so viel wie in der Woche vom 19. bis 25. April, als noch rund 1,4 Millionen Tests erfasst worden waren.

Die Zahlen sind bereits seit einigen Wochen rückläufig und liegen seit Ende Mai unter der Schwelle von einer Million PCR-Tests pro Woche. In den Angaben können auch mehrfach getestete Patienten enthalten sein. Die aktuellen Werte sind höher als jene aus dem Frühsommer 2020. Erst ab August vergangenen Jahres war eine wöchentliche Größenordnung an Tests wie derzeit erreicht worden. Von damals bis heute hat sich aber auch die Zahl meldender Labore erhöht.

13.22 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Europa nehmen nach zehnwöchigem Rückgang wieder zu

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Europa nimmt nach einem zehnwöchigen Rückgang erstmals wieder zu. Angetrieben von "Reisen, Zusammenkünften und Lockerungen der sozialen Beschränkungen" sei die Fallzahl vergangene Woche um zehn Prozent gestiegen, sagte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Hans Kluge, bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Europa drohe eine neue Pandemie-Welle, "es sei denn, wir bleiben diszipliniert".

Länder wie Portugal und Großbritannien haben derzeit mit einer Zunahme der Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Die Entwicklung wird insbesondere auf die Ausbreitung der hochansteckenden Virus-Variante Delta zurückgeführt. In Deutschland sind die Fallzahlen weiterhin rückläufig. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag bei 5,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Allerdings nimmt auch hierzulande der Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen rapide zu.

13.22 Uhr: Anklage nach Angriff auf 17-jährigen Syrer in Erfurt erhoben

Mehr als zwei Monate nach dem Angriff auf einen 17-jährigen Syrer in einer Erfurter Straßenbahn ist Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben worden. Dem 41-Jährigen werden gefährliche sowie vorsätzliche Körperverletzung, versuchte Nötigung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen, wie die Erfurter Staatsanwaltschaft mitteilte.

Der Beschuldigte soll im April in einer Straßenbahn sein Opfer wiederholt ins Gesicht geschlagen und getreten sowie ihn "auf das Übelste" rassistisch beleidigt haben. Außerdem soll er das Handy des 17-Jährigen zerstört und den Straßenbahnfahrer zur Weiterfahrt genötigt haben

12.16 Uhr: Geldstrafe für Polizisten wegen Beleidigung von Grünen-Politikerin

Wegen Beleidigung von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) ist ein Augsburger Polizist zu einer Geldstrafe von 4400 Euro verurteilt worden. Der Beamte hatte auf seinem öffentlich sichtbaren Facebook-Profil das Gesicht der Grünen-Politikerin mit einem Pferdehintern verglichen. "Das geht zu weit", entschied Richterin Rita Greser. 

Der 53 Jahre alte Polizeioberkommissar war allerdings noch wegen zahlreicher weiterer Fälle vor dem Amtsgericht Augsburg angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Anklage sechs Fälle der Beleidigung, Volksverhetzung in 26 Fällen sowie auch einmal das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen im Zusammenhang mit einer Hakenkreuzdarstellung aufgelistet. In allen weiteren Fällen wurde der Beamte freigesprochen.

Sein Verteidiger und auch die Richterin betonten, dass etliche Text- und Bildposts geschmacklos seien, aber nicht strafbar. Der Anwalt hatte einen vollständigen Freispruch verlangt und kündigte Rechtsmittel an. Der Polizist ist seit eineinhalb Jahren suspendiert. Gegen ihn läuft auch noch ein Disziplinarverfahren, das erst nach Abschluss des Strafverfahrens fortgeführt wird.

12.12 Uhr: Negativ getestete spanische Jugendliche verlassen Mallorca

Die meisten der 181 spanischen Schüler, die negativ auf das Coronavirus getestet worden waren, sind am aus der Zwangsquarantäne auf Mallorca zu ihren Heimatregionen aufgebrochen. Sie sollten per Schiff nach Valencia gebracht werden, schrieb die Zeitung "Última Hora". Einige wenige seien schon am Vorabend auf eigene Faust per Flugzeug abgereist.

Zuvor hatte ein Gericht die von der Regionalregierung angeordnete Einweisung der Schüler in das eigens angemietete Corona-Hotel "Palma Bellver" für rechtswidrig erklärt und die Freilassung der teilweise minderjährigen Schüler angeordnet. Die Behörden hatten die Zwangsquarantäne für die Teilnehmer von Abiturfahrten mit den engen Kontakten der Schüler bei Partys zu positiv Getesteten begründet. Weitere 51 positiv getestete Schüler mussten in Quarantäne bleiben.

11.37 Uhr: Bundesregierung bereitet Bevölkerung auf Delta-Variante vor

Deutschland steht nach Einschätzung der Bundesregierung vor der weiteren Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in der Bevölkerung. Delta werde mit steigendem Anteil auch bald in Deutschland die dominierende Variante sein, nun müssten die absoluten Infektionszahlen möglichst niedrig gehalten werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin.

Gegen die Ausbreitung von Delta helfe das Impfen, mahnte Spahn. "Doppelt geimpft schützt gegen Delta", betonte der Minister. Dies sei mittlerweile erwiesen. Die Menschen ohne Impfung mahnte Spahn, sich testen zu lassen. "Wir haben Tests en masse verfügbar." Spahn betonte: "Es liegt an uns, ob Delta eine Chance hat." Die Deutschen hätten es selbst in der Hand, ob nach einem schönen Urlaub auch eine schöne Zeit im Herbst komme. Die generelle Empfehlung an Ungeimpfte, sich regelmäßig testen zu lassen, gelte natürlich auch für Reiserückkehrer.

11.26 Uhr: WHO: Corona-Neuinfektionen in Europa nehmen erstmals seit zehn Wochen wieder zu

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Europa nimmt nach einem zehnwöchigen Rückgang erstmals wieder zu. Angetrieben von "Reisen, Zusammenkünften und Lockerungen der sozialen Beschränkungen" sei die Fallzahl vergangene Woche um zehn Prozent gestiegen, sagte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Hans Kluge, bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Europa drohe eine neue Pandemie-Welle, "es sei denn, wir bleiben diszipliniert".

11.07 Uhr: Seehofer zu Zuschauerdebatte: Uefa"absolut verantwortungslos"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Europäische Fußball-Union in der Diskussion um die Zuschauerzulassung bei der Europameisterschaft scharf kritisiert. "Ich halte diese Position der Uefa für absolut verantwortungslos", sagte der 71-Jährige bei der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wir alle wissen, dass die Kontaktvermeidung und bestimmte Hygienevorschriften unabdingbar sind, um die Infektionen eines Tages zu überwinden." Wenn man aber die Bilder sehe von "Menschen, die sehr dicht aufeinander sind" und "Erfolge feiern mit großen Umarmungen", sei "vorgezeichnet, dass dies das Infektionsgeschehen befördert".

England: Fußballfans feiern den Einzug ihrer Mannschaft ins EM-Viertelfinale euphorisch.

10.51 Uhr: Spahn: Portugal und Großbritannien womöglich bald keine Virusvariantengebiete mehr

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus werden Portugal und das Vereinigte Königreich womöglich bald nicht mehr als Virusvariantengebiete eingestuft – mit Auswirkungen für Heimkehrer. Wenn die Delta-Variante in Deutschland vorherrschend werde und mit dem Wissen, dass die zweifache Impfung auch bei dieser Virusvariante schütze, "werden wir uns in den nächsten Tagen die Situation anschauen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. "Wenn sich das beides so bestätigt, wird man Portugal und das Vereinigte Königreich dann auch wie Hochinzidenzgebiete behandeln können."

Portugal war kürzlich ebenso wie Russland und zuvor Großbritannien wegen der Ausbreitung der Delta-Variante als Virusvariantengebiet eingestuft worden. Damit gelten für Heimkehrer strenge Beschränkungen. Die Rückkehrer müssen auf jeden Fall für 14 Tage in Quarantäne, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Sie können sich auch nicht freitesten.  

10.35 Uhr: Oberstes Gericht setzt Frankreich Neun-Monats-Frist zum Klimaschutz

Das oberste französische Verwaltungsgericht hat dem Staat eine Frist von neun Monaten gesetzt, um "alle nötigen Maßnahmen" zur Einhaltung der UN-Klimaziele zu ergreifen. Der Staatsrat gab damit einer Klage des Dünkirchener Vororts Grande-Synthe am Ärmelkanal statt, der sich durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sieht. 

Dem Staatsrat zufolge würde Frankreich mit den bisher ergriffenen Klimamaßnahmen seine Verpflichtungen aus dem Pariser Weltklimaabkommen von 2015 verfehlen. Es sieht einen Abbau der französischen Treibhausgase um mindestens 37 Prozent bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 2005 vor. Frankreich hat sich selbst zu einem noch ehrgeizigeren Ziel verpflichtet: Das Land will die Emissionen bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 kappen. 

10.11 Uhr: Schon hunderte Tote während heftiger Hitzewelle in Kanada

Angesichts der Rekordtemperaturen in Kanada und den USA wächst die Angst vor weiteren Hitzetoten. Allein in der Provinz British Columbia starben seit Freitag vergangener Woche hunderte Menschen wahrscheinlich im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen, wie die kanadischen Behörden am Mittwoch (Ortszeit) erklärten. "Die Temperaturen, die in dieser Woche gemessen wurden, sind beispiellos – Menschen sind gestorben und die Waldbrandgefahr ist gefährlich hoch", sagte Premierminister Justin Trudeau. Auch US-Präsident Joe Biden warnte vor einer nie dagewesenen Bedrohung durch Waldbrände.

Den dritten Tag in Folge waren in Kanada am Dienstag Rekordtemperaturen gemessen worden. Im 250 Kilometer östlich von Vancouver gelegenen Lytton zeigten die Thermometer 49,5 Grad Celsius an, wie der kanadische Wetterdienst meldete. Auch am Mittwoch galt für die Region eine Hitzewarnung. Schulen und Corona-Impfzentren mussten wegen der Hitze schließen, die Behörden richteten Abkühl-Zentren ein.

9.37 Uhr: Experte rechnet dauerhaft mit mehr Hitzewellen und Starkregentagen im Sommer

Hitzewellen und sommerliche Starkregenereignisse werden nach Auffassung von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Deutschland wegen des Klimawandels dauerhaft häufiger auftreten. "Wetterlagen, die uns früher noch erträgliche Sommertemperaturen oder einen ersehnten Landregen beschert haben, wandeln sich", sagte PIK-Experte Peter Hoffmann der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. In der Folge nähmen Intensität und Dauer von Hitzewellen und Starkregentagen zu.

Nach Angaben des Forschers wurde in Deutschland früher im Schnitt eine viertägige Hitzewelle je Sommer registriert, inzwischen sind bereits zwei. In extremeren Sommern wie 2018 und 2019 seien es sogar drei und mehr, erläuterte Hoffmann. Der Trend werde sich in den kommenden Jahrzehnten "sehr wahrscheinlich weiter fortsetzen". Er sei aber durch weitreichende Klimaschutzmaßnahmen zu begrenzen.

8.58 Uhr: Moderna liefert 2021 voraussichtlich 90 Millionen Impfstoffdosen nach Deutschland

Der US-Impfstoffhersteller Moderna will in diesem Jahr voraussichtlich 90 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs nach Deutschland liefern. Zwischen dem ersten und zweiten Quartal sei die Menge bereits verdreifacht worden und vom zweiten zum vierten Quartal werde die Menge erneut erhöht, sagte Moderna-Europachef Dan Staner im ZDF-"Morgenmagazin".

Die Impfstoffproduktion in solchen Mengen sei auch angesichts der Knappheit einiger Rohstoffe eine "Herausforderung". Es werde zusätzlich alles getan, um die Kapazitäten für das kommende Jahr zu erhöhen und die Lieferketten auszubauen. Dieses Jahr will der US-Pharmahersteller insgesamt rund eine Milliarde Impfdosen produzieren. Nächstes Jahr sollen das "signifikant mehr" werden, wie Staner sagte.

"Wir werden keine Kontrolle über die Pandemie haben, wenn wir nicht die gesamte Weltbevölkerung immunisieren." Deshalb seien auch angesichts der sich ausbreitenden Delta-Virusvariante gerade für die Risikogruppen Auffrischungsimpfungen nach sechs bis neun Monaten nötig.

8.52 Uhr: H&M erzielt wieder Gewinn – Corona-Belastungen schwinden zunehmend

Die Bekleidungskette Hennes & Mauritz (H&M) ist im zweiten Geschäftsquartal dank gelockerter Corona-Maßnahmen in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. In den drei Monaten bis Ende Mai verdiente der Konzern dank eines höheren Umsatzes und strikter Kostenkontrolle vor Steuern 3,6 Milliarden schwedische Kronen (355 Mio Euro), wie der Konkurrent des spanischen Konzerns Inditex (Bershka und Massimo Dutti) in Stockholm mitteilte.

Vor einem Jahr hatte der Konzern mit Marken wie & Other Stories oder COS wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wie Ladenschließungen einen Vorsteuerverlust von 6,5 Milliarden Kronen angehäuft. Auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 hatte der Konzern noch rote Zahlen verbucht.

8.48 Uhr: Einzelhandelsumsatz legt im Mai zu – Textilhandel um 72 Prozent

Im Einzelhandel geht es dank Lockerungen der Corona-Beschränkungen aufwärts. Der Umsatz der Unternehmen stieg im Mai im Vergleich zum Vormonat April preisbereinigt um 4,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum letzten Monat vor Beginn der Corona-Krise, dem Februar 2020, lag der Umsatz der Branche demnach um 3,9 Prozent höher. 

Vor allem Geschäfte, die wegen der Corona-Krise lange geschlossen waren, meldeten Umsatzsteigerungen: Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verzeichnete im Mai ein Plus von 72,1 Prozent gegenüber April, im Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) waren es 15,3 Prozent mehr, wie die Statistiker mitteilten. Auch der Umsatz im Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf lag im Mai 9,6 Prozent höher als im April. 

7.11 Uhr: Quellcode von Internet-Begründer Berner-Lee als NFT versteigert

Der Quellcode des Internet-Begründers Tim Berner-Lee ist in den USA in Form eines NFT für umgerechnet 4,5 Millionen Euro versteigert worden. Das New Yorker Auktionshaus Sotheby's organisierte die einwöchige Versteigerung für das Programm, das den Weg für das Internet in seiner heutigen Form ebnete. Das digitale Werk umfasst eine animierte Version von Berners-Lees fast 10.000 Zeilen langen Code sowie einen Brief des in Großbritannien geborenen Informatikers.

NFT steht für Non-Fungible Token – ein virtuelles Gut, das einmalig und nicht austauschbar ist. Das System basiert wie Kryptowährungen auf der Blockchain-Technologie. Im Gegensatz zu Kryptowährungen ist ein Non-Fungible Token aber einzigartig und gewissermaßen ein virtuelles Sammlerstück, das anhand eines Zertifikats verkauft oder getauscht werden kann. 

7.00 Uhr: Pepsi will Zuckeranteil in Getränken senken

Der Getränke- und Snack-Konzern Pepsi will den Zuckeranteil in Getränken deutlich senken. In seinen in der EU angebotenen Getränken strebt der Konzern ein Viertel weniger Zucker bis 2025 an, bis 2030 sollen es 50 Prozent sein. Die Kalorien des deutschen Getränke-Portfolios sollen um 90 Prozent sinken – im Vergleich zu 2015 sei bereits die Hälfte der Kalorien verbannt worden. Pepsi wolle Gutes tun, was aber auch gut für das Geschäft sei, sagte Garret Quigley, Chef von Pepsico Westeuropa.

6.47 Uhr: Lauterbach hält Auffrischungsimpfungen bei starker Delta-Ausbreitung für nötig

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält im Falle einer starken Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus Auffrischungsimpfungen für nötig. "Sobald Fälle beobachtet werden, bei denen es trotz zweifacher Impfung zu einer Ansteckung zum Beispiel mit der gefährlichen Delta-Variante und auch zu schweren Krankheitsverläufen kommt, wird man zur Booster-Impfung aufrufen", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Derzeit sei allerdings noch nicht sicher, ob sich die Delta-Variante "gegen die Impfungen durchsetzen" werde. "Deswegen kann man derzeit noch nicht zu den Auffrischungsimpfungen aufrufen. Dafür fehlt noch das Wissen", sagte der SPD-Politiker.

5.52 Uhr: Corona-Inzidenz sinkt leicht auf 5,1

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut leicht zurückgegangen und liegt nun bei 5,1. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 892 Neuinfektionen sowie 63 weitere Todesfälle registriert.

Am Vortag hatte die Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche angibt, bei 5,2 gelegen, vor einer Woche bei 7,0. Vor einer Woche waren laut RKI zudem 1008 Neuansteckungen sowie 93 Todesfälle verzeichnet worden.

5.35 Uhr: Strikter Corona-Lockdown in Bangladesch in Kraft getreten

In Bangladesch ist ein strikter Corona-Lockdown in Kraft getreten. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen nur noch zum Einkäufen und in Notfällen verlassen. Geschäfte und Büros bleiben geschlossen, nur Lebensmittel-Märkte dürfen noch für einige Stunden am Tag öffnen. Polizisten und Soldaten sollen die Einhaltung der Regeln überwachen.

Das südasiatische Land ächzt derzeit unter einer heftigen Infektionswelle, die auf eine starke Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zurückgeht. Die Regionen an der Grenze zum Nachbarland Indien, wo die Delta-Variante zuerst aufgetreten war, sind besonders hart betroffen. Krankenhäuser sind teilweise komplett überlastet.

Seit die Regierung den Lockdown vergangene Woche ankündigte, verlassen tausende Tagelöhner die Hauptstadt Dhaka und drängen sich auf überfüllten Fähren. Ausgenommen von den Beschränkungen sind Textilfabriken, die für Ketten wie H&M and Walmart produzieren.

5.30 Uhr: Online-Einkäufe aus Nicht-EU-Staaten werden teilweise teurer

Teils höhere Kosten, aber auch keine bösen Preisüberraschungen mehr: Für Online-Einkäufe aus Nicht-EU-Staaten wie China oder den USA gelten neue Regeln. Kleinere Waren mit einem Wert unter der bisherigen Freigrenze von 22 Euro sind künftig auch umsatzsteuerpflichtig, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. Zugleich sollen aber auch versteckte Zusatzkosten wegfallen und die Transparenz für Kundinnen und Kunden erhöht werden.

Konkret bedeuten die neuen Regeln, dass in Deutschland ab sofort auch bei Waren mit einem Wert von unter 22 Euro 19 Prozent Mehrwertsteuer aufgeschlagen werden, unter anderem für Bücher oder Lebensmittel fallen sieben Prozent an. Kostete beispielsweise eine CD von einem US-Versandhändler bislang 20 Euro, werden mit Steuern künftig 23,80 Euro fällig. Der eigentliche Zoll, der gesondert erhoben wird, gilt weiter für Waren mit einem Wert ab 150 Euro.

5.00 Uhr: Deutsche-Bank-Chef Sewing übernimmt BdB-Präsidentschaft

Die deutsche Bankenbranche hat ein neues Sprachrohr: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing übernimmt an diesem Donnerstag (1.7.) das Präsidentenamt beim Bundesverband deutscher Banken (BdB). Damit stellt Deutschlands größtes Geldhaus für drei Jahre wieder den Chef-Lobbyisten der privaten Banken in Deutschland.

Sewing beerbt in dieser Rolle Hans-Walter Peters. Der Berenberg-Manager war im vergangenen August wieder als BdB-Präsident eingesprungen, weil dem Verband Peters' Nachfolger abhanden gekommen war. Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte im Sommer wegen seines Rückzugs von der Commerzbank-Spitze auch das Ehrenamt beim Bankenverband abgegeben.

Die Deutsche Bank hatte Sewing im April 2018 auf den Chefposten befördert. Der Manager verordnete dem Frankfurter Dax-Konzern einen radikalen Umbau inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Nach fünf Verlustjahren in Folge schaffte die Deutsche Bank im Jahr der Corona-Krise die Trendwende. Im März verlängerte die Deutsche Bank den Vertrag mit ihrem Vorstandsvorsitzenden bis April 2026.

4.41 Uhr: Kolumbien: Präsident rät wegen Protesten zu Anti-Vandalismus-Gesetz

Inmitten der seit Wochen andauernden Proteste in Kolumbien hat der kolumbianische Präsident Iván Duque ein Gesetz gegen Vandalismus und Krawalle vorgeschlagen. Er rief das Parlament dazu auf, in der kommenden Legislaturperiode ein solches Gesetz zu verabschieden, "damit diejenigen, die diese Praktiken fördern, nicht versuchen, ungestraft davonzukommen", wie die kolumbianische Zeitung "El Tiempo" am Mittwoch (Ortszeit) berichtete.

Seit Ende April ein Streik ausgerufen wurde, hat es in verschiedenen Städten des südamerikanischen Landes zahlreiche Proteste gegeben, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Mindestens zwei Dutzend Menschen kamen bei den Protesten bislang ums Leben, die meisten durch Polizeigewalt. Protestierende zerstörten Infrastruktur-Einrichtungen, blockierten wichtige Zufahrtsstraßen und griffen Polizeistationen an. Zuletzt bedrohten Demonstranten in der Hauptstadt Bogotá mehrere Busfahrer mit Messern und kaperten fünf Busse.

4.31 Uhr: Hongkong begeht Jahrestag der Rückgabe an China – Proteste verboten

Mit einer Flaggenzeremonie hat Hongkong den Jahrestag der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 an China gefeiert. Bei einer Zeremonie im Victoria Hafen wurde die Hongkonger Flagge neben der chinesischen Nationalflagge gehisst. Zum zweiten Jahr in Folge verboten die Behörden einen zuvor üblichen Protestmarsch, an den sich in der Vergangenheit oft mehrere Hunderttausende Hongkonger beteiligt hatten. Begründet wurde das Verbot wie im Vorjahr mit der Corona-Pandemie. Kritiker vermuten jedoch politische Motive hinter der Entscheidung.

Während das Protest-Verbot im Vorjahr noch von Tausenden Demonstranten ignoriert worden war, blieb es zunächst ruhig auf den Straßen. Die Polizei hatte zuvor vor Verstößen gewarnt und angekündigt, 10 000 Polizisten bereitzustellen. Der Rückgabetag fiel in diesem Jahr auf den gleichen Tag mit dem 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas, der zeitgleich in Peking gefeiert wurde. 

Dramatische Rettung: 82-jährige Autofahrerin aus sinkendem Auto befreit

4.30 Uhr: Noch kein Normalbetrieb an Schulen nach dem Sommer

Auch im kommenden Schuljahr wird es zunächst keinen Normalbetrieb an den Schulen wie vor Corona geben. Zumindest am Anfang müssen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte weiter mit Einschränkungen rechnen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur DPA in den Kultusministerien der 16 Bundesländer ergab. Die Maske dürfte in vielen Ländern nach den Sommerferien weiter zum Schulbild gehören – zum Teil auch im Klassenzimmer.

Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen planen mit einer Maskenpflicht oder denken darüber nach. Zumindest in den ersten beiden Wochen des Schuljahres sollen Masken als Sicherheitsmaßnahme wegen möglicher Ansteckungsgefahren durch Reiserückkehrer vorgeschrieben werden.

Andere Länder wollen Entscheidungen zu Masken in der Schule erst treffen, wenn das neue Schuljahr näher rückt und die Lage klarer ist. An den zwei Tests pro Woche wollen viele Bundesländer festhalten. Zusagen, dass die Schulen dieses Mal dauerhaft geöffnet bleiben, kommen aus keinem Bundesland.

4.16 Uhr: Wetter in Deutschland weiterhin wechselhaft

Nach mehreren Tagen Unwetter in vielen Regionen Deutschlands beruhigt sich die Wetterlage allmählich. Das Gewittertief "Xero", das in den vergangenen Tagen für Überflutungen und Überschwemmungen sorgte, verabschiedet sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch am Donnerstag über die Ostsee aus Deutschland. Vor allem in manchen Regionen Schleswig-Holsteins und in Brandenburg sorgte das Tief aber noch einmal für Gewitter und Starkregen.

Mit Temperaturen zwischen 17 und 23 Grad bleibt es vergleichsweise kühl. Zum Wochenende soll es laut DWD aber wieder sommerlichere Temperaturen bis 25 Grad geben. Zumindest im Südwesten und in Küstennähe räumen die Meteorologen auch längeren sonnigen Abschnitten eine Chance ein, ansonsten bleibt es eher bewölkt. Gebietsweise sind Schauer möglich, im Osten auch Gewitter.

4.05 Uhr: EMA verkündet Entscheidung über Zulassung von Moderna-Impfstoff ab zwölf Jahren

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will ihre Entscheidung über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bekannt geben. Nachdem Moderna Anfang Juni den Zulassungsantrags für Zwölf- bis 17-Jährige gestellt hatte, hatte die EMA eine "beschleunigte Prüfung"zugesagt. 

Bisher hat nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe. In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren seit dem 7. Juni gegen das Coronavirus geimpft werden. Da einige Erwachsene noch nicht geimpft sind und es weltweit nicht genügend Corona-Impfstoff gibt, ist die Immunisierung von Kindern allerdings umstritten. Kinder leiden nur sehr selten unter schweren Covid-19-Erkrankungen.

News von heute: "Deutschlandtrend"-Umfrage: Union weiter vor Grünen

3.53 Uhr: Verurteilter Mörder nach monatelangem Pandemie-Aufschub in Texas hingerichtet

ach einem monatelangen Aufschub wegen der Corona-Pandemie ist im US-Bundesstaat Texas ein verurteilter Mörder hingerichtet worden. Der 45-jährige John Hummel wurde am Mittwochabend im Gefängnis von Huntsville mit einer Giftspritze exekutiert, wie die texanischen Behörden mitteilten.

Hummel war wegen der Tötung seiner schwangeren Frau, der gemeinsamen fünfjährigen Tochter und seines Schwiegervaters im Jahr 2009 zum Tode verurteilt worden. Ursprünglich sollte er schon am 17. März 2020 hingerichtet werden, ein Berufungsgericht setzte die Hinrichtung aber unter Verweis auf "die aktuelle Gesundheitskrise" aus.

yak / wue DPA AFP

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