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Tornado in Oklahoma: Behörden rechnen nicht mit weiteren Leichenfunden

Es war einer der schwersten Wirbelstürme in der US-Geschichte. Ganze Wohnviertel stürzten ein, zu hohe Opferzahlen kursierten. Experten schätzen die Wiederaufbaukosten auf sechs Milliarden Dollar.

Nach dem schweren Tornado in Oklahoma halten die US-Behörden den Fund weiterer Leichen für unwahrscheinlich. Er gehe "zu 98 Prozent davon aus", dass unter den Trümmern keine weiteren Toten und Überlebenden entdeckt werden, sagte der zuständige Feuerwehrchef Gary Bird am Dienstag. Offiziellen Angaben zufolge kamen bei dem Wirbelsturm 24 Menschen ums Leben, mehr als 230 wurden verletzt.

Die Schäden dürften in die Milliarden gehen. Die auf Risikoabschätzung spezialisierte Agentur AIR Worldwide schätzte die Kosten für den Wiederaufbau einer ersten Bestandsaufnahme vom Dienstag zufolge auf etwa sechs Milliarden Dollar. Der Versicherungsbeauftragte von Oklahoma, John Doak, geht davon aus, dass die versicherten Schäden die des Wirbelsturms von Joplin im US-Bundesstaat Missouri von vor zwei Jahren übertreffen werden. Diese lagen bei über zwei Milliarden Dollar. Allerdings sind noch nicht alle Fälle beglichen.

Basketball-Star Kevin Durant spendete eine Million Dollar

Nach der Katastrophe richtet sich nun der Blick auf den Wiederaufbau. Präsident Barack Obama versprach rasche Hilfe. "Da sind nun leere Flächen, wo einst Wohnzimmer und Schlafzimmer und Klassenzimmer waren. Und wir müssen diese Orte bald wieder mit Liebe und Lachen und Gemeinschaft füllen", sagte Obama.

Basketball-Superstar Kevin Durant und sein Club Oklahoma City Thunder spendeten je eine Million Dollar für Aufräumarbeiten. "Ich bete für die Opfer der Tornados in den letzten Tagen in Oklahoma City", twitterte Durant am Dienstagabend. Auch die nordamerikanische Profiliga NBA und die NBA-Spielergewerkschaft stellten spontan eine Million Dollar an Unterstützungsgeld für die Opfer zur Verfügung.

Der Sturm hatte nach Angaben der nationalen Wetterbehörde die höchste Stufe auf der in den USA gebräuchlichen Skala. Es habe sich um einen Tornado Stärke EF5 mit Geschwindigkeiten von 320 Stundenkilometern gehandelt. Zunächst hatte die Behörde von der zweithöchsten Stufe EF4 auf der erweiterten Fujita-Skala gesprochen.

Sieben Kinder starben

Widersprüchliche Angaben über die Opferzahlen hatten im Laufe des Dienstags für Irritationen gesorgt. Zeitweise war von über 90 Toten die Rede. Dann bestätigten Gerichtsmediziner die Zahl von 24 Toten. Offenbar seien Leichen doppelt gezählt worden, hieß es zur Begründung. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass weitere Leichen direkt zu Bestattungsunternehmen gebracht worden sein, meinte Gouverneurin Mary Fallin.

Am stärksten war die Ortschaft Moore in der Nähe von Oklahoma-City betroffen. Der Ort wurde über weite Strecken dem Erdboden gleichgemacht. Der Tornado schlug eine gut drei Kilometer breite Spur der Verwüstung. Auch eine Grundschule wurde völlig zerstört. Sieben Kinder starben unter den Trümmern.

lin/DPA / DPA