HOME

Unwetter in Deutschland: So nass hat das Wetter unser Wochenende im Griff

Wieder toben schwere Gewitter und Stürme über Deutschland: Bei Berlin wird eine Bahnstrecke gesperrt, am Rhein entgleist ein Regionalzug. Ein Musikfestival in Baden-Württemberg fällt ganz ins Wasser.

Ein junger Mann badet im Schlamm

Wegen Unwetterwarnungen durften die Besucher des Hurricane-Festivals in Scheeßel nicht aufs Gelände – sie fanden alternative Beschäftigungen. So wie Timo.

Eine Unwetterfront ist am Wochenende über gezogen und hat vielerorts erhebliche Schäden angerichtet. Mehr als 90 Menschen wurden verletzt. Das "Southside Festival" in Baden-Württemberg wurde wegen der Unwetter abgebrochen; ebenso die Premiere der Karl-May-Spiele von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Starker Regen stoppte auch die Schifffahrt auf dem Rhein. Am Ufer des Flusses entgleiste ein Regionalzug, bei Berlin wurde eine Bahnstrecke gesperrt. Deutlich besser klingen die Aussichten: Den tropischen Temperaturen folgt durchwachsenes Sommerwetter.

Über den östlichen Bundesländern regnete es in der Nacht zu Sonntag teilweise heftig. In Brandenburg etwa hielten starke Regenfälle und Gewitter die Feuerwehr in Atem. Schäden an der Oberleitung und umgestürzte Bäume blockierten eine Regionalbahnstrecke nördlich von , wie die Regionalleitstelle Nordost am Sonntag mitteilte. In Thüringen verlor eine Frau wegen des starken Regens die Kontrolle über ihren Wagen, der sich auf der Autobahn 4 überschlug. Die Frau kam der Autobahnpolizei zufolge mit leichten Verletzungen davon.

Größere Schäden im Westen und Südwesten

Während Sachsen und Sachsen-Anhalt die Unwetterfront am Sonntag ohne schlimme Folgen überstanden, hinterließen Stürme und Gewitter am Samstag größere Schäden im Westen und Südwesten: In Rheinland-Pfalz führte sintflutartiger dazu, dass Bäche teilweise meterhoch über ihre Ufer traten, Keller und Tiefgaragen überflutet wurden. Ein Regionalzug nahe Bacharach entgleiste, als Starkregen Erde von einem Steilhang auf die Gleise spülte. Zehn Menschen wurden verletzt, einer von ihnen - der Lokführer – schwer. 

Beim "Southside Festival" in Baden-Württemberg mit 60.000 Besuchern wurden am Freitagabend 82 Musikfans verletzt, davon kamen laut Veranstaltern 25 leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen. Die Sicherheit auf dem Gelände habe nicht mehr gewährleistet werden können. Der Campingplatz war verwüstet. Das Gelände sehe "zermalmt" aus, so als sei jemand "mit einem Bagger darin rumgefahren – fürchterlich", sagte ein Festivalgast.

Polizisten versperren beim "Southside Festival" wegen eines Unwetters den Zugang zum Gelände


Regen, Regen, Regen

Das "Southside" findet traditionell gleichzeitig mit dem "Hurricane Festival" in Niedersachsen statt. Auch dort wurde die Veranstaltung am Freitagabend wegen eines unterbrochen. Wegen Regenmassen fand am Samstag kein einziges Konzert statt. Am Sonntag standen für die Zehntausenden Musikfans dann wieder Konzerte auf dem Programm. So wurden unter anderem die Headliner Mumford & Sons und Deichkind erwartet. Anfang Juni hatten Unwetter beim Festival "Rock am Ring" in der Eifel 71 Menschen verletzt.

Im rheinland-pfälzischen Stromberg im Hunsrück waren am Freitag etwa 60 Gebäude überflutet worden. Einer ersten Schätzung zufolge sind mehrere Menschen vorerst obdachlos. Blitz und Donner tobten am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag auch in Bayern, betroffen war vor allem Schwaben. 

Gewitter und Hagel

In Mittelosteuropa richteten Unwetter, Gewitter und Hagel in der Nacht zum Sonntag ebenfalls größere Schäden an. In Polen etwa rückten die Feuerwehren zu fast 2000 Einsätzen aus, im benachbarten Tschechien zu mehr als 1000. Starkregen überflutete zahlreiche Straßen und Keller. Mehr als 65.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Dutzende Häuser wurden beschädigt. 

In den kommenden Tagen soll es bei uns nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ruhiger werden – allerdings kann es am Montag bewölkt bleiben, auch einzelne Gewitter sind demnach möglich. Am Dienstag zeige sich bei wechselnder Bewölkung zeitweise die Sonne.

DPA