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Unwetter über Deutschland: Raubkatzen können im überschwemmten Eifel-Zoo bleiben - Gehege für sicher erklärt

Elbjazz-Festival in Hamburg wegen Unwetter unterbrochen +++ Greller Blitz führt zu Unfall auf der A7 +++ Nasser Start für "Rock am Ring" - Blitzschutzzonen eingerichtet  +++ Die aktuelle Unwetter-Lage im stern-Ticker.

Eifel-Zoo

Der Eifel-Zoo in Lünebach wurde bei Unwettern überschwemmt

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Keine Entspannung in Sicht: Nachdem Unwetter mit Starkregen in der Nacht auf Freitag vor allem im Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wüteten, müssen sich einige Teile Deutschlands auch an diesem Samstag auf ungemütliches Wetter einstellen - im Tagesverlauf soll die Schauer- und Gewitterneigung steigen.

Der stern-Ticker hält Sie über die aktuelle Unwetter-Lage in Deutschland auf dem Laufenden:

+++ 13.22 Uhr: Raubkatzen können in Eifelzoo bleiben - Gehege für sicher erklärt +++

Nach der Aufregung um die angeblich ausgebrochenen Raubkatzen eines Zoos in der Eifel besichtigen Experten nun die Schäden an den Gehegen. "Im Moment gehen wir davon aus, dass die Tiere bleiben können" sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, Andreas Kruppert, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.
Der Zoo bleibt aber bis auf weiteres geschlossen.

Anwohner waren am Freitag gewarnt worden: Zwei Löwen, zwei Tiger und ein Jaguar seien aus ihren überschwemmten Gehegen in dem Ort Lünebach ausgerissen. Als das Wasser sank, kam die Entwarnung: Die Tiere hatten ihre Gehege nicht verlassen, sondern sich nur versteckt. Ein Bär, der tatsächlich aus seinem Gehege geflohen war, wurde jedoch noch im Zoo erschossen.

Zwei Baustatiker haben nach den Worten Krupperts die Gehege noch am Freitagabend kontrolliert und für sicher erklärt. Insofern dürften die Raubkatzen vorerst dort bleiben, auch müssten die Gehege nicht mehr überwacht werden. Am Samstagnachmittag sollte eine weitere Prüfung mit Statikern und Veterinäramt stattfinden.

+++ 08:42 Uhr: Elbjazz-Festival in Hamburg wegen Unwetter unterbrochen +++

Wegen Starkregens musste das Elbjazz-Festival auf dem Gelände der Werft Blohm und Voss in Hamburg unterbrochen werden

Wegen Starkregens musste das Elbjazz-Festival auf dem Gelände der Werft Blohm und Voss in Hamburg unterbrochen werden

DPA

Wegen heftigem Regen und Gewitter musste am Freitagabend das Elbjazz-Festival im Hamburger Hafen unterbrochen werden. Das Festival startete zunächst bei sommerlichen Temperaturen. Gegen 21 Uhr zog jedoch ein schweres Unwetter auf. Die Besucher suchten Schutz in Zelten, in geöffneten Lagerhallen oder verließen das Gelände.

Das am Donnerstag gestartete Elbjazz hat tausende Jazzfans an die Waterkant gelockt. Es dauert noch bis Samstag. Auf acht Bühnen - darunter etwa in der Elbphilharmonie, auf dem Werftgelände von Blohm+Voss und in der Hauptkirche St. Katharinen - gibt es Konzerte zahlreicher Newcomer sowie vieler internationaler Künstler. Laut Veranstalter wurden für das Jazz-Event über 21 000 Tickets verkauft.

+++ 21.19 Uhr: Unwetter über Berlin - Flughäfen stellen Abfertigung zeitweise ein +++

 Wegen starken Unwetters haben die Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel den regulären Flugbetrieb am Freitag zeitweise eingestellt. In Schönefeld gab es zwischen 17.45 Uhr und etwa 20.00 Uhr aus Sicherheitsgründen keine Abfertigung von Maschinen, wie die Flughafenbetreiber mitteilten. Maschinen, die bereits Passagiere und Gepäck aufgenommen hatten oder kurz vor dem Unwetter gelandet waren, mussten warten. Auf dem Flughafen Tegel wurde die Abfertigung um 19.45 Uhr eingestellt. "Passagiere, die sich schon oder noch in den Flugzeugen befinden, müssen sich gedulden, bis ein gefahrloses Be- und Entladen der Maschinen wieder möglich ist", teilte die Flughafengesellschaft mit.

+++ 19.09 Uhr: Gewitter und starker Regen über Teilen Berlins +++


+++ 18.05 Uhr: Zehntausende Fans feiern bei Rock im Park +++

Nicht zu heiß, nicht zu kalt, kein Regen: Bei bestem Festival-Wetter hat das Musikspektakel "Rock im Park" begonnen. Zehntausende Rock-Fans strömten am Freitag auf das Zeppelinfeld in Nürnberg. Die Veranstalter erwarteten rund 70.000 Besucher und damit etwas weniger als im Jahr zuvor. Auf drei Bühnen drehten Musiker wie die Punkrock-Band Bad Religion schon am Nachmittag mächtig auf. Am Abend standen noch Headliner wie die Foo Fighters und Gorillaz auf dem Programm.

Weniger Glück mit dem Wetter hatten dagegen die rund 70.000 Besucher beim Zwillingsfestival "Rock am Ring" in der Eifel. Die campenden Fans hatten dort schon in der Nacht zum Freitag mit einem Gewitter zu kämpfen.

+++ 17.15 Uhr: Starkregen überschwemmt Innenstadt von Soest +++

Nach Starkregen sind Teile der Innenstadt von Soest überschwemmt worden. Vor allem die Altstadt stehe unter Wasser, sagte ein Feuerwehrsprecher. Straßen seien überflutet worden und Keller bis unter die Decke vollgelaufen. Mancherorts sei das Wasser etwa 15 Zentimeter hoch. Die Feuerwehr sei mit allen Kräften im Einsatz und habe Verstärkung angefordert. Auch andere Teile des Kreises Soest sind demnach von dem Unwetter betroffen. Wegen einer überschwemmten Fahrbahn wurde die Autobahn 44 Richtung Kassel gesperrt.

+++ 14.37 Uhr: Greller Blitz führt zu Unfall auf der A7 +++

Ein greller Blitz während eines Gewitters hat in der Nacht zu Freitag auf der Autobahn 7 indirekt einen Verkehrsunfall mit drei Leichtverletzten verursacht. Nach Angaben der Autobahnpolizei hatte das plötzlich auftretende gleißende Licht einen 27 Jahre alten Autofahrer so sehr erschreckt, dass er kurz vor Mitternacht auf einen vorausfahrenden Kleintransporter auffuhr. Dessen Fahrer habe daraufhin die Kontrolle über seinen Wagen verloren, sagte ein Sprecher. Der Kleintransporter kippte auf die Seite. Beide Fahrer und ein Beifahrer erlitten bei der Kollision leichte Verletzungen.

+++ 13.21 Uhr: Nasser Start für "Rock am Ring" - Blitzschutzzonen eingerichtet

Das an diesem Wochenende stattfindende Festival "Rock am Ring" hat einen ziemlich nassen Start erwischt. Ein starkes Gewitter sorgte für große Pfützen, Zelte wurden verwüstet. Für die kommenden Tage habe auf dem Festivalgelände sowie in den Campingbereichen Blitzschutzzonen für die Besucher eingerichtet, teilte der Veranstalter auf seiner Homepage mit. In diesen sei der Aufenthalt bei Gewittern so sicher wie in einer geschlossenen Ortschaft, heißt es dort. Und weiter: "Eine Räumung des Festivalgeländes im Gewitterfall ist deshalb nicht notwendig."

Unwetter hatten bei dem Festival in der Eifel schon in den vergangenen Jahren Probleme gemacht. Dabei gab es auch Verletzte.

+++ 12.35 Uhr: Mehrere Raubtiere aus Zoo ausgebrochen +++

Womöglich aufgrund von einem Unwetter verursachten Überschwemmungen konnten mehrere Raubtiere aus einem Zoo in der Eifel ausbrechen. Gesucht werde derzeit nach zwei Löwen, zwei Tigern und einem Jaguar, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Ein Bär sei erschossen worden. Im nachfolgend angefügten Artikel halten wir Sie über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden:

+++ 12.23 Uhr: Feuerwehr rettet entkräftetes Rehkitz aus Bachlauf +++

Nach einem Unwetter hat die Feuerwehr im hessischen Wiesbaden ein völlig entkräftetes Rehkitz aus einem Bachlauf gerettet. Wie die Einsatzkräfte am Freitag mitteilten, hatten Passanten das Tier dort völlig durchnässt entdeckt. Zwei Feuerwehrleute stiegen mit einer Steckleiter in den Bachlauf ab und retteten das verwirrte Kitz mit einem Tierfanggerät. Sie brachten ihren Schützling auf die Wache und wärmten das kleine Reh auf, dann wurde es Wildtierfreunden für die weiter Pflege übergeben.

unwetter heute - rehkitz

Das Rehkitz hatte Glück im Unglück

DPA


Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass das Tier Opfer der starken Niederschläge in der Nacht zu Freitag geworden war: Der Salzbach sei durch die Regenmassen zwischenzeitlich stark angeschwollen, wahrscheinlich sei das Tier dort hineingeraten und längere Zeit darin geschwommen. Als die Wassermassen wieder weniger wurden, habe sich das geschwächte Tier zwar ans Ufer retten können, sei aber nicht aus eigener Kraft aus dem Bachgraben hinausgekommen.

+++ 11.59 Uhr: Entspannung erst am Samstag in Sicht - und auch nicht überall

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet erst in der Nacht auf Samstag mit einem zögernden Abklingen der heftigen Schauer und Gewitter. Punktuell sei jedoch weiterhin mit Starkregen und Hagel zu rechnen. Während am Freitag vor allem im Norden und der Mitte Deutschlands mit schweren Gewittern und erhöhter Unwettergefahr zu rechnen ist, treffe dies am Samstag insbesondere auf den Nordosten zu, twitterte der DWD.

+++ 11.31 Uhr: A40 bei Essen wegen Überflutung gesperrt +++

Die A40 ist nach einem starken Gewitter am Morgen in Höhe Essen-Huttrop überflutet und deshalb gesperrt. Die Feuerwehr sei mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz, um die Wassermassen abfließen zu lassen und die Strecke wieder befahrbar zu machen., berichtet "Der Westen".

+++ 11.16 Uhr: Stundenlanger Starkregen im Westen Deutschlands erwartet +++

Einem aktuellen Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge muss im Westen noch bis zum Mittag mit teils heftigen Gewittern im Westen gerechnet werden. Regional bestehe aufgrund kurzzeitigen Starkregens, teilweise mit Hagel, auch Unwettergefahr. Gebietsweise müssen sich Bewohner demnach "über mehrere Stunden hinweg mit ergiebigem Starkregen gerechnet werden", heißt es.

Im Tagesverlauf sollen die Unwetter dann vor allem in der Nordhälfte wüten. Küstennahe Regionen bleiben laut DWD vermutlich jedoch verschont.

+++ 10.15 Uhr: Live-Wetter:  +++

Sie wollen wissen, wo Unwetter, Gewitter und Starkregen aktuell wüten? Dieser Live-Tracker zeigt Ihnen in Echtzeit, wo es gerade besonders ungemütlich ist:


+++ 10.01 Uhr: Deutsche Bahn warnt vor Einschränkungen im Zugverkehr +++

Die Deutsche Bahn warnt auf ihrer Internetseite, dass es in Regionen, die vom Unwetter betroffen sind, zu Einschränkungen im Zugverkehr kommen könnte.

+++ 9.47 Uhr: Unwetter trifft weite Teile Bayerns +++

Starkregen und Gewitter haben in der Nacht auch in weiten Teilen Bayerns Keller volllaufen lassen und Straßensperrungen verursacht. In Oberfranken lösten sich nach Polizeiangaben mehrere Schlammlawinen und rutschten auf Straßen. Teile einer Kreisstraße seien weggespült worden. Alleine im Landkreis Wunsiedel waren mehr als 350 Feuerwehrleute im Einsatz.

Im nördlichen Oberbayern sei die Polizei zu 42 wetterbedingten Einsätzen ausgerückt, sagte ein Sprecher am frühen Morgen: Keller liefen voll Wasser und Unterführungen mussten wegen Überflutungen gesperrt werden. In der Oberpfalz blockierten nach Polizeiangaben umgefallene Bäume mehrere Straßen.

+++ 8.19 Uhr: Überflutete Keller und Straßen in Rheinland-Pfalz und Saarland +++

Heftige Unwetter haben im Saarland und Rheinland-Pfalz in der Nacht Straßen sowie Keller unter Wasser gesetzt. "Die Lage ist dramatisch", sagte eine Polizeisprecherin in Saarbrücken am Morgen. Vor allem die Ortschaften St. Ingbert, Kleinblittersdorf, Blieskastel sowie ein Ortsteil von Saarbrücken seien überflutet. "Wir haben wegschwimmende Autos und unterspülte Straßen."

Unwetter - Deutschland - Gewitter - Starkregen

Mit einem Räumgerät beseitigt das Technische Hilfswerk THW angespültes Geröll und Schlamm von einer Straße im saarländischen Kleinblitterdorf. Im Westen Deutschlands muss ab dem Morgen und bis zum Mittag mit teils stundenlangem Starkregen und Unwettern gerechnet werden.

DPA

In Kleinblittersdorf stürzte demnach eine Brücke ein. Die Autobahn 1 wurde auf der Höhe Riegelsberg gesperrt, die Autobahn 620 auf der Höhe Saarbrücken. Die meisten Straßen in den betroffenen Gemeinden waren ebenso nicht befahrbar. Auch in Rheinland-Pfalz wurden einige Regionen überschwemmt. In den Landkreisen Birkenfeld und Saarburg sowie im Raum Ludwigshafen gab es überflutete Straßen und vollgelaufene Keller, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. In Morbach schlug ein Blitz in eine Kapelle ein. Die Turmspitze hatte Feuer gefangen. Das Gebäude selbst brannte laut Polizei aber nicht ab.


mod / DPA / AFP