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stern-Kolumne Winnemuth: Dessous und Gurkengläser

Der Fall Caitlyn Jenner wirft eine verwirrende Frage auf: Woran merken wir, abgesehen von der Anatomie, ob wir Mann oder Frau sind?

Von Meike Winnemuth

Caitlyn Jenner auf dem Cover der "Vanity Fair"

Caitlyn Jenner sorgte auf dem Cover der "Vanity Fair" für Aufsehen. Die 65-Jährige gewann als Bruce Jenner 1976 die Olympische Goldmedaille im Zehnkampf.

Als ich vor einigen Wochen Caitlyn Jenner auf dem Cover der "Vanity Fair" sah, die Frau, die als Olympiasieger Bruce Jenner und Stiefvater von Kim Kardashian berühmt wurde, war meine erste Reaktion: doll. Wie mutig. Ein Hoch auf alle, die sich trauen zu sein, wie sie sein wollen.

Meine zweite Reaktion: doll, aber … wieso im ersten öffentlichen Bild diese Pin-up-Pose, wieso die Seidendessous, der Schlafzimmerblick, die ganze Klaviatur femininer Klischees? Klar hat sie das Recht, genau die Sorte Frau zu werden, die sie will, aber warum ist es immer dieses verstaubte Stereotyp aus Lalaland, das das Ziel aller Träume zu sein scheint?

Sie ist nicht 13, sondern 65

Wenn es stimmt, dass Geschlechterrollen so fluide sind wie nie zuvor - und wer wäre ein besseres Beispiel dafür als Caitlyn Jenner -, wieso ist so oft das Botox- & Glitzerfummelding, die Diven- und Tussihaftigkeit das weibliche Leitbild? Wieso ist es für Jenner das Größte, endlich Nagellack tragen zu dürfen und "mit Mädels über Klamotten, Haare und Make-up zu reden", wie sie im Interview sagte? Gibt es nichts Interessanteres? Herrgott, sie ist nicht 13, sondern 65. Das heißt nun nicht, dass sie wie Mrs. Doubtfire auflaufen soll, aber muss es wirklich als Fifties-Sexobjekt sein? Dafür all die Jahrzehnte der Seelenqual, dafür die zukünftige Qual, bis ans Lebensende Symbol für irgendwas sein zu müssen, die ...

Stopp. Fresse, Winnemuth, denk erst mal nach. Das Großartige an Menschen wie Caitlyn Jenner und Kunstfiguren wie Conchita Wurst ist ja, dass sie Fragen aufwerfen, ohne sie selbst zu stellen. Zum Beispiel die schlichte, unfassbar schwer zu beantwortende Frage: Wie soll man denn nun sein als Frau? Wie als Mann? Und woher weiß man überhaupt, ob man das eine oder das andere ist?

Ich habe in letzter Zeit etlichen Frauen anlässlich des Falls Jenner diese Frage gestellt: Woran merkst du, dass du eine Frau bist, woran machst du das fest, jetzt mal jenseits der Anatomie, mit der du geboren bist (und die ja nun weiß Gott nicht identitätsstiftend ist)? Wir alle kamen ins Stocken. Schnelle, bequeme Antworten ("ich bin emotional/empathisch/mütterlich/kann gut multitasken/quatsche alle Leute voll/kriege keine Gurkengläser auf") entpuppten sich als völlig untaugliche Klischees, jede kannte genug Männer, auf die das genauso gut zutrifft. Umgekehrt nannte jede von uns Dutzende von Eigenschaften, die in dem guten alten Binärmodell maskulin/feminin traditionell der Gegenseite zugeordnet würden. Ich zum Beispiel kriege jedes Gurkenglas auf, kann supergut einparken, habe lieber mit Fischertechnik als mit Puppen gespielt, kann mir keine Geburtstage merken und schon gar nicht die Namen von Kindern entfernter Bekannter - und nun? Was machen wir mit Begriffen wie durchsetzungsfähig, autark, zartfühlend, versponnen, kompetitiv, romantisch? Sind die männlich? Weiblich? Und ist es nicht toll, dass die Antwort darauf in diesem Jahrtausend nahezu unmöglich geworden ist?

Selbst die Idee vom männlichen und weiblichen Gehirn bröckelt. Mädchen- und Jungshirne seien ununterscheidbar, sagt etwa die britische Neurologin Gina Rippon, erst später werden sie durch die steten Tropfen von Erwartung, Erziehung und Erfahrung geprägt – nicht anders als bei Londoner Taxifahrern die für das Orientierungsvermögen zuständige Hirnregion ausgeprägter ist als bei anderen Menschen und bei Violinisten die Region für die Bewegungen der linken Hand. "Es wird unterschätzt, wie formbar und durchlässig Gehirne sind. Sie verändern sich ein Leben lang." Und Menschen auch und Rollen auch und Identitäten erst recht. Wer wir sind, wird immer eine Frage sein, nie eine Antwort.

Die Kolumne

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VERNUFT -- grundsätzlich als KRIMINELL definiert ??
Kinder und Hartz4-Empfänger werden „zur Vernunft“ diszipliniert. Persönliches Fortkommen, ohne Stillstand, ist das, was man vorgibt. Zweifel seien unvernünftiges Verhalten; Widerspruch, krankhaftes. Rationales oder pragmatisches Verhalten wird nur der „Führung“ (also dem Regierungs- und Verwaltungsapparat) zugebilligt. Nirgends ist ein demokratische Verhalten hinsichtlich der „Führung“ definiert. Demokratie bedeutet: man gibt der gewählten Führung den Auftrag, dem Volk (exakt dem Wohl des Einzelnen) zu dienen. Statt dessen werden Gruppeninteressen vertreten, die ein starkes Veto einlegen oder die Richtung (eigene Vernunft) straffrei umsetzen dürfen. Was ist Vernunft ? Wir kennen nur „unsinnige“ Gruppeninteressen, wie a) den Bau eines Schutzwalles gegen Imperialisten b) den Bau eines weltbedeutenden Drehkreuz-Flughafens (als Abschreckung der Konkurrenz) c) die Einführung von Hartz4 (Motto: nur Billig-Arbeit macht reich) d) eine Mobilität, wo Jedem erlaubt wird so schnell zu fahren, wie er sich es finanziell leisten kann e) ein gewinnorientiertes Verhalten, das „Schwache“ (entgegen der Gesetzeslage) „übertölpelt und ausraubt“; 1) Menschen werden kaufsüchtig / spielsüchtig / sexsüchtig gemacht, mit staatlicher Förderung >> Vogelfreiheit 2) der Enkeltrick ist eine Ableitung des kapitalistischen Systems >> SUB-Randgruppe gegen SUB-SUB-Randgruppe Vernunft heißt ursprünglich: „den eigenen Trieben Einhalt zu gebieten -- Anderen Freiheiten zu geben !!“ (Antikes Rechtsmotto) „Vernunft heißt, Anderen Frieden zu gewähren und Selbst im Gegenzug zu beziehen“ (Biblisches Gemeinwohl ) Warum geht das nicht in einer DEUTSCHEN Demokratie ? Fehlt den Deutschen die Einsicht ? Fehlt den Deutschen ein demokratisches Verständnis ? .. oder sogar Beides ? Oder kann sich in Deutschland nur jemand (verhaltensgestörtes Egozentrisches) politisch an die Spitze setzen, der BEIDES eben gerade nicht praktiziert und umsetzt, gegen die Schwächeren „vernünftig Handelnden“ ???? ... ähnlich, wie das bei kriminellen Banden die Regel ist ? Ist kriminelle Egozentrik nicht die beste Vernunft ? ... Resumee: das sollten die Kinder und Hartz4-Empfänger angeleitet werden, solches ebenfalls umsetzen ? ... sich nicht manipulirren / ausnutzen zu lassen, um nicht in einer Endlosschleife einer Opferrolle zu verharren ?