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Antwort auf Sanktionen Russland steigt 2020 aus Raumstation ISS aus


Russland will sein Engagement bei der ISS überraschend bereits 2020 beenden. Die russische Raumfahrt könne ohne die Nasa funktionieren. Umgekehrt sei dies nicht der Fall, erklärt Russland.

Mitten in der Ukraine-Krise hat Russland die US-Pläne zur Nutzung der Internationalen Raumstation (ISS) bis 2024 zurückgewiesen. Moskau sehe nur einen Bedarf bis zum Jahr 2020, erklärte der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin. "Nach 2020 wollen wir unsere finanziellen Ressourcen für in die Zukunft gerichtete Weltraumprojekte nutzen", sagte Rogosin den Angaben zufolge.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte Anfang Januar mitgeteilt, mit den internationalen Partnern eine Verlängerung der Nutzung der ISS um vier Jahre bis 2024 abgesprochen zu haben. Außer den USA und Russland sind elf europäische Länder sowie Kanada, Japan und Brasilien an der Station beteiligt. Technisch gesehen wäre die ISS, die etwa 350 Kilometer oberhalb der Erde kreist, laut Nasa sogar bis 2028 einsatzfähig.

"Unsere amerikanischen Kollegen haben ein gewisses Interesse ausgedrückt, die Arbeit der ISS bis 2024 zu verlängern", sagte Rogosin. Die russische Weltraumforschung sei aber für "neue strategische Vorschläge" bereit. Der Vizeregierungschef merkte dabei an, dass die russische Raumfahrt "unabhängig" von der Nasa funktionieren könne. Umgekehrt sei dies nicht der Fall.

USA sind auf "Sojus"-Kapseln angewiesen

Seit dem letzten Flug eines Space Shuttles im Sommer 2011 sind die USA für bemannte Flüge zur ISS auf die russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen. Die neue US-Raumkapsel "Orion" wird erst in einiger Zeit vollständig einsatzbereit sein.

Der Bau der ISS hatte im Jahr 1998 begonnen, seit Ende 2000 forschen Raumfahrer auf dem Außenposten der Menschheit im Weltall. Die Station wird von einer wechselnden internationalen Besatzung betreut. Auch Deutschland ist an dem Technologieprojekt beteiligt. Ende Mai soll der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur ISS fliegen.

Ungeachtet der Ukraine-Krise haben der Westen und Russland bei der Raumstation bislang weiter zusammengearbeitet. Die USA und die Europäische Union werfen Moskau vor, mit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben und auch separatistische Bestrebungen in der Ostukraine anzuheizen. Erste Sanktionen des Westens treffen ranghohe russische Regierungsvertreter, darunter Rogosin.

Raumfahrer kehren von ISS zurück

Unterdessen sind am Mittwoch nach fast einem halben Jahr im All drei Raumfahrer zur Erde zurückgekehrt. Der Russe Michail Tjurin, der US-Amerikaner Rick Mastracchio und der Japaner Koichi Wakata landeten planmäßig am frühen Morgen in der Steppe von Kasachstan, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Etwa dreieinhalb Stunden zuvor hatten sie an Bord einer russischen Sojus-Kapsel die Internationale Raumstation ISS verlassen.

Die drei waren am 7. November zur ISS gestartet und hatten die Fackel für die Olympischen Winterspiele an Bord, die im Februar im russischen Sotschi stattfanden. Auf der Raumstation sind zur Zeit noch die beiden russischen Kosmonauten Alexander Skwortsow und Oleg Artemiew sowie der US-Astronaut Steven Swanson. Am 28. Mai wird die Crew dann wieder komplettiert, wenn der deutsche Astronaut Alexander Gerst mit einem US- und einem russischen Kollegen zum Vorposten der Menschheit im All aufbricht.

ivi/AFP AFP

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