Eruptionen Sonne macht Sturm


Einer der stärksten je beobachteten Sonnen-Ausbrüche beeinträchtigt bereits den Flugverkehr. Für die Menschheit soll der Sonnensturm allerdings ungefährlich sein.

Einer der stärksten je beobachteten Sonnen- Ausbrüche beeinträchtigt den Luftverkehr über Deutschland. Aus Sicherheitsgründen hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Mittwoch die Zahl der Flüge im deutschen Luftraum begrenzt. Die Kapazität der rund 100 einzelnen Luftraum-Sektoren sei bundesweit um etwa 10 Prozent gekürzt worden, sagte DFS-Sprecher Axel Raab in Langen bei Frankfurt am Main. Einzelne Flieger hätten dadurch bis zu eine halbe Stunde Verspätung gehabt. Für den Menschen selbst ist das Phänomen der so genannten Sonnenstürme auf der Erde nicht gefährlich. Astronauten im All müssen sich bei starken Stürmen allerdings gegen Strahlung schützen.

Störungen im Flugverkehr aufgetreten

Einige Sprechfunkverbindungen zu den Piloten seien gestört und einzelne Flugzeuge für wenige Sekunden nicht auf den Radarschirmen der Lotsen dargestellt worden, berichtete Raab. Ernste Sicherheitsprobleme gebe es bislang aber nicht. In den nächsten Tagen sei mit weiteren Verspätungen im Luftverkehr zu rechnen, da sich das Phänomen verstärke. Die DFS erwäge weitere Kapazitätseinschränkungen vor allem im von München aus kontrollierten süddeutschen Luftraum.

Stärkster Ausbruch seit 1976

Die zurzeit außergewöhnlich aktive Sonne hatte am Dienstag eine gigantische Wolke elektrisch geladener Teilchen ins All geschleudert. Es handelt sich nach Daten der US-Raumfahrtbehörde NASA um den drittgrößten derartigen Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1976. Der US-Ozean- und Atmosphärenforschungsbehörde NOAA in Boulder (US-Staat Colorado) zufolge ist die Wolke 13 Mal größer als die Erde. Nach Messungen des Geoforschungszentrums Potsdam erreichte sie am frühen Mittwochmorgen unseren Planeten und störte das Erdmagnetfeld erheblich.

"Radio Blackout" möglich

Dieser schwere "geomagnetische Sturm" kann Satelliten, Kommunikationsverbindungen, die Navigation und - vor allem großräumige - Stromnetze beeinträchtigen. Der Funkverkehr auf der sonnenbeschienenen Seite der Erde könne für mehrere Stunden unterbrochen werden, warnte die NOAA. Ein derartiger "Radio Blackout" ist nach Daten der Behörde etwas seltener als einmal im Jahr zu erwarten. Am Nachthimmel können vermehrt Polarlichter auftreten, die in Extremfällen und bei klarem Himmel noch weit im Süden bis auf Höhe von Mailand sichtbar sind.

Momentane Sonnenaktivität außergewöhnlich

Bereits in der vergangenen Woche hatte die NOAA von einem starken Sonnen-Ausbruch berichtet. Der resultierende geomagnetische Sturm verlief jedoch glimpflich. Berichte über große Störungen wurden nicht bekannt. Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam ist die derzeitige Aktivität der Sonne außergewöhnlich, da das Maximum der periodisch schwankenden Sonnenaktivität bereits drei Jahre zurückliegt. Die Flugsicherung hat bereits bei früheren Sonnenstürmen Beeinträchtigungen ihrer Technik festgestellt. Bei dicht geschlossenen Wolkendecken sei die Wirkung oft schwächer.


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