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Flechtsandale entdeckt: Spektakulärer Steinzeit-Fund am Bodensee

Archäologen haben bei Sipplingen eine nahezu vollständig erhaltene Sandale gefunden, die rund 5000 Jahre alt ist. Der aus Gehölzbast geflochtene Schuh sei historisch ähnlich bedeutend wie die Kleidungsstücke des Gletschermannes Ötzi, sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl.

Die Sandale - etwa in der Größe 36 - wurde in den Ablagerungen einer früheren Pfahlbausiedlung gefunden. Johannes Schmalzl sprach von einer "kleinen Sensation" und kündigte ein umfangreiches Forschungsprojekt für die Konservierung der Pfahlbaufunde aus dem 4. bis 1. Jahrhundert v. Chr. mit EU-Hilfe an.

Pfahlbaureste finden sich in der gesamten Alpenregion von Ostfrankreich bis nach Slowenien. Die Reste, die in den Flachwasserzonen vom Sauerstoff abgeschlossen und geschützt unter Schlamm liegen, sind aufgrund von Klimawandel, Hafenbauten und Schiffsverkehr von Erosion bedroht. "Dieses Unterwasserarchiv ist in Gefahr", betonte Schmalzl. Ferner sollen die Pfahlbauten im Alpenraum Unesco-Weltkulturerbe werden. Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart unterstützt nach Schmalzls Angaben die internationale Initiative unter Federführung der Schweiz. Der Aufnahmeantrag soll bis Ende dieses Jahres am Unesco-Sitz in Paris eingereicht werden. Die Initiatoren versprechen sich von dem Titel einen besseren Schutz der Unterwasser-Denkmäler, die auch künftig von einer Besichtigung ausgeschlossen sein sollen. "Wir wollen kein Hollywood mit Stegen unter Wasser", betonte Schmalzl.

An dem Forschungsprojekt "Ufererosion und Denkmalschutz im Bodensee und Zürichsee" beteiligen sich Baden-Württemberg, das österreichische Bundesland Vorarlberg und die Schweiz. Die Wissenschaftler wollen unter anderem umweltschonende Schutzkonstruktionen erproben. Dabei werden Fundstellen mit Kies oder Geotextilien abgedeckt.

DPA