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Fellhandel-Verbot: Damit aus Bello keine Rheumadecke wird

Bis zu einer halben Million Hunde- und Katzenfelle landen nach Angaben des Tierschutzbundes jährlich auf dem deutschen Markt. Erst jetzt schiebt das Bundeskabinett dem einen Riegel vor, da die Tiere grausam getötet werden.

Der Handel mit Hunde- und Katzenfellen soll aus Tierschutzgründen in Deutschland verboten werden. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch die Einzelheiten zur Umsetzung des entsprechenden EU-Rechts, das Anfang 2009 in Kraft tritt. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden Hunde und Katzen in asiatischen Ländern - vor allem China - unter grausamen Bedingungen für den Fellhandel gefangen. "Das ist eine pure Tierqual", sagte der Geschäftsführer des Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die Felle werden zu Rheumadecken oder Verzierungen an Jacken, Taschen oder Schlüsselanhängern verarbeitet.

Die Hunde und Katzen werden nach Angaben des Tierschutzbundes mit Schlingen gefangen und erdrosselt, manche Hunde würden erstochen und verbluteten. In Asien werden nach Schätzungen der Tierschützer pro Jahr rund zwei Millionen Hunde und Katzen nur wegen ihrer Felle und Häute getötet. Bis zu 500.000 Katzen- und 100.000 Hundefelle aus Asien landeten nach Zahlen des Verbandes bisher pro Jahr in Deutschland. Offizielle Daten gibt es allerdings nicht. Der Tierschutzbund hält das Verbot für nicht ausreichend und fordert die Kennzeichnung aller Pelzwaren nach Tierart und Herkunft, um Schlupflöcher für den Handel zu vermeiden.

Bußgelder von bis zu 30.000 Euro

Das Verbot umfasst alle Produkte, auch verarbeitete Waren. "Eine Ausnahme stellen Tierpräparate dar", sagte eine Sprecherin des Bundesverbraucherministeriums. Händlern drohen künftig Sanktionen. Bei Verstoß gegen die EU-Verordnung drohen nach Angaben des Ministeriums Bußgelder von bis zu 30.000 Euro. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung soll die Kontrolle für Im- und Exporte übernehmen. Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetz noch zustimmen.

Die Europäische Union (EU) brachte das Verbot in Reaktion auf besorgte Bürger auf den Weg. Die meisten Produkte aus Katzen- und Hundefellen stammen aus Ländern außerhalb der EU, heißt es in der Verordnung. Es gebe Anzeichen, dass diese Tiere "auf unmenschliche Art gehalten und getötet werden". Ein freiwilliger Verhaltenskodex von Pelzhändlern habe sich als unzureichend erwiesen.

DPA / DPA