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Natur & Welt: Die Wettermaschine ist aus dem Takt

Unwetter, Dürren, Überschwemmungen – noch nie spielte das Klima so verrückt wie in diesem Jahr. Ist die Häufung von meteorologischen Katastrophen Folge des Treibhauseffekts?

Noch eine Menge Unheil

Die Katastrophe an Elbe und Mulde, Donau und Inn war nur der Anfang. Ouvertüre zu weitaus Üblerem. »Wer jetzt noch bestreitet, dass ein Klimawandel stattfindet, dem ist nicht zu helfen«, sagt Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Schützenhilfe bekommt der Forscher aus Brandenburg. Zwar lasse sich prinzipiell nicht nachweisen, dass ein einzelnes Unwetter direkte Folge der Atmosphären-Verschiebungen ist, meint Hans-Joachim Schellnhuber, Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, doch habe er »kaum Zweifel daran, dass ein Wandel des Weltklimas eingesetzt hat«. Und der, so die Prognosen, wird der Menschheit noch eine Menge Unheil bringen.

Überschwemmungskatastrophen gab es schon früher

Zu gern verweisen Chronisten darauf, dass die Wolkenbrüche der vergangenen Wochen keineswegs einmalig seien. Weitaus schlimmer traf demnach die Menschen etwa der hydrologische GAU von 1342, als der Himmel seine Schleusen öffnete, die Flusspegel in nie gekanntem Maße stiegen, und eine Überschwemmungskatastrophe ganz Mitteleuropa heimsuchte. Ortschaften soffen ab, Brücken wurden weggerissen, massenhaft ertranken Vieh und Mensch. Anderes Extrembeispiel aus unseren Tagen: die Oderflut von 1997. Heftige Regengüsse ließen im Sommer jenes Jahres den Fluss bis an die Deichkronen schwellen, 30.000 Bundeswehrsoldaten waren Tag und Nacht im Einsatz, um die Bevölkerung und ihre Habe vor dem Wasser zu retten.

Zahl der Wetterextreme in den letzten 50 Jahren vervierfacht

Doch so zufällig den Historikern all solche Desaster erscheinen - inzwischen gibt es einen Trend. Das beweisen Aufzeichnungen der bayerischen Wetterstation Hohenpeißenberg. Dort haben extreme Niederschlagsereignisse in den vergangenen 100 Jahren zugenommen. Auch Meteorologe Wolfgang Seifert von der Hamburger Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes berichtet: »Unsere sommerlichen Unwetterwarnungen sind in den vergangenen zehn Jahren im Mittel häufiger geworden.« Und Klimaforscher Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut analysierte ganze Berge von Daten und fand heraus: »Zwischen 1950 und 2000 hat sich die Zahl der Wetterextreme vervierfacht.«

Durchschnittliche Temperaturzunahme in diesem Jahrhundert: bis zu 5,8 Grad

Der Wandel ist in vollem Gange. Und passt genau ins Szenario der Klimaänderung, das Wissenschaftler seit über einem Jahrzehnt entwerfen. Demnach leidet die Luftglocke des Planeten unter Hitzestau. So konnten Meteorologen im Laufe des 20. Jahrhunderts eine Erwärmung der Erdatmosphäre um 0,6 Grad messen. Und für die Zukunft sagen sie eine noch weitaus schlimmere Aufheizung voraus. Laut Studie des UN-Klimagremiums Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), an der 3000 Experten mitarbeiteten, werden in diesem Jahrhundert die durchschnittlichen Temperaturen auf der Erde um bis zu 5,8 Grad zunehmen.

Der globale Klimaumschwung hat noch mehr Gesichter

Der Zusammenhang zwischen globalem Temperaturanstieg und der Sintflut der vergangenen Woche liegt für Experten auf der Hand. »In einer wärmeren Atmosphäre kann sich mehr Wasserdampf bilden, so entstehen stärkere Regenfälle und Unwetter«, erklärt Max-Planck-Mann Latif. Doch nicht nur Hitze und Wolkenbruch drohen - der globale Klimaumschwung hat noch mehr Gesichter. Gerät die Wettermaschine aus dem Takt, kommt es lokal zu den verschiedensten Atmosphärenkapriolen, sogar zu extremen Kältewellen. Das prognostizieren die komplizierten Computermodelle, mit denen die IPCC-Forscher ihre Szenarien errechnen.

Übeltäter CO2

Und vor allem zeigen sie: Schuld am Wandel ist der Mensch. Er heizt besonders durch Kohlendioxid (CO2), das er bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas produziert, und den dadurch entstehenden Treibhauseffekt die Atmosphäre auf. Etwa fünf Milliarden Tonnen quellen jährlich aus den Schloten der Fabriken, den Kaminen der Haushalte sowie den Auspuffen der Autos.

Kritiker mahnen, die Prognosen mit Vorsicht zu betrachten

Immer wieder gibt es Streit um die Modelle, die nur die größten Computer mit immensem Zeitaufwand bewältigen. So mahnen Kritiker, die Prognosen mit Vorsicht zu betrachten. Zu vereinfacht seien die Kalkulationen, zu kurz die Betrachtungszeiträume. Und somit könne niemand mit letzter Sicherheit beweisen, dass die Erde in Zukunft zur Sauna wird; möglicherweise handele es sich nur um ganz normale Fieberanfälle des Planeten, die ihn seit Urzeiten immer mal wieder schütteln. Doch die Forscher in den Klimarechenzentren wehren ab. Die heutigen Simulationen, so der Potsdamer Experte Schellnhuber, hätten »in vielen Tests ihre Leistungsfähigkeit bewiesen«, vor allem wenn es darum gehe, »die künftige Erwärmung des Planeten« zu kalkulieren. Denn selbst wenn die Wissenschaftler bei ihren Rechnungen alle möglichen Bedingungen variieren - das Ergebnis ist immer dasselbe: CO2 ist der Haupttäter.

Selbst ein sofortiger Stopp würde sich erst verzögert auswirken

Bislang haben alle Bemühungen, das Klimadrama abzuwenden, wenig gebracht. Seit Jahrzehnten debattieren und konferieren Politiker auf der ganzen Welt, doch es gelang ihnen nicht, den CO2-Ausstoß der Menschheit spürbar zu reduzieren; auch für die Zukunft ist kein Durchbruch in Sicht. Unterschätzt wird die Tragweite des Problems. Denn für die nahe Zukunft würde nicht einmal mehr ein sofortiger Stopp etwas bringen, zu langsam reagiert die Atmosphäre. »Selbst wenn wir heute um Mitternacht alle Fabriken der Welt schließen, ist noch genug CO2 in der Atmosphäre, um sie für Generationen warm zu halten«, sagt der britische Klimaforscher Mike Hulme.

Das Atmosphärenchaos nimmt seinen Lauf

So nimmt das Atmosphärenchaos seinen Lauf. Und Wissenschaftlern bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, ein detailliertes Bild der Katastrophe zu entwerfen. Demnach verwüsten etwa in den nächsten Jahrzehnten häufiger Hurrikane die amerikanische Ostküste; in Asien droht der lebensspendende Monsun zu versiegen, tropische und subtropische Regionen werden von verheerenden Dürren heimgesucht. Am Südpol verhungern die Pinguine, und manch eine Insel in der Südsee wird für immer untergehen. Afrika wird unter noch schlimmeren Hungersnöten leiden. Und in vielen Ländern Südamerikas und Asiens werden die Trinkwasserreserven schrumpfen.

Sintfluten in Südamerika, Trockenheit in Australien

Vor allem El Nino, das »Christkind«, spielt hier eine entscheidende Rolle. So nennen die Wetterforscher eine Veränderung der Wind- und Strömungssysteme des Pazifiks, die bislang unregelmäßig alle zwei bis zehn Jahre auftritt und deren Auswirkungen um die Weihnachtszeit ihren Höhepunkt erreicht - oft mit fatalen Folgen. 1982 etwa gingen an der Westküste Südamerikas sintflutartige Regenfälle nieder, Schlammlawinen spülten ganze Wohnviertel von der Berghängen, 40.000 Familien wurden obdachlos. Derweil blieb auf der anderen Seite des Pazifiks der Regen aus, Australien erlebte die schlimmste Trockenheit seit 200 Jahren. »Unsere Rechnungen liefern erste Hinweise, dass es einen Zusammenhang zwischen der El-Nino-Stärke und dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre gibt«, sagt Latif, »aber wir haben noch keine endgültigen Beweise.« Auf alle Fälle baut sich gerade ein neuer El Nino auf. Ob und welche Katastrophen er mit sich bringen wird, weiß niemand.

Parasiten und Krankheiten werden sich ausbreiten

Zwar bleibt Europa vom fernen »Christkind« verschont, doch bekommt es vom globalen Klimawandel auch jede Menge ab. Was, das haben Forscher des »Jackson Environment Institute« im englischen Norwich in ihrer Studie »Assessment of Potential Effects and Adaptations for Climate Change in Europa« ermittelt. Folglich werden in den nächsten Jahrzehnten im Süden die Ernten mager, mehren sich Stürme und Sturmfluten an vielen Küsten, und Schwärme von Sandmücken infizieren die Bewohner des Kontinents mit Parasiten.

Touristen werden in die Nord- und Ostsee flüchten

Mallorca, die Kykladen und die Costa Brava werden so heiß werden, dass die Touristen zu den Stränden und auf die Inseln von Nord- und Ostsee flüchten. Derweil säuft Venedig ab. Über Gassen und Plätze der Lagunenstadt schwappt immer öfter die Adria, Pizzerien und Boutiquen machen Pleite. Und in den Alpen bleiben die Wintersportler aus - chronischer Schneemangel herrscht an kahlen Hängen, die Gletscher schmelzen. Weil der Permafrostboden aufweicht, kippen die Seilbahnbauwerke aus den Fundamenten.

Vorsorge ist dringend nötig

Vorsorge zu treffen ist dringend geboten - hier wie überall auf der Welt. Vielen Ländern fehlt das Geld dafür, doch Europa könnte es sich leisten. Da müssten beispielsweise besonders gefährdete Regionen identifiziert, neue Deiche und Kanalisationen gebaut, Bewässerungssysteme konstruiert und weite Teile der Landwirtschaft umstrukturiert werden. Doch umfassende Pläne gibt es nicht - zu sehr verdrängen Politiker die Gefahr. Im Bundesland Brandenburg immerhin wollen die Behörden, alarmiert durch eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, nun zur Tat schreiten. Weil für die Region in Zukunft weniger Niederschlag erwartet wird, steht zum Beispiel fest, dass auch die Neubildung von Grundwasser abnimmt. Das aber wird vielen Bäumen den Garaus machen; deshalb baut die Forstwirtschaft Nadelwald in resistenteren Mischwald um. Andere Maßnahmen sind in Vorbereitung.

Ein Anfang. Um den Kontinent vor der nächsten Katastrophe zu schützen, lächerlich wenig.

Horst Güntheroth

Mitarbeit: Detlef Schmalenberg

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(