Sonnenfinsternis Am 31. Mai geht die Sonne als Sichel auf


So eindrucksvoll wie die totale Sonnenfinsternis in Deutschland 1999 wird das Naturschauspiel zwar nicht werden, dennoch wird die partielle Sonnenfinsternis am 31. Mai mit einer Abdeckung von bis zu 84 Prozent zu beobachten sein.

So etwas kennt man sonst nur vom Mond: Am frühen Morgen des kommenden Samstags erhebt sich die Sonne als schmale Sichel über den Horizont. Während einer partiellen Sonnenfinsternis ist sie zum größten Teil vom Mond verdeckt. Mit schätzungsweise 83 bis 84 Prozent Bedeckung der Sonnenscheibe wird die Düsternis in Nord- und Nordwestdeutschland am intensivsten sein, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Wochenende mitteilte. Nach Süden und vor allem Südwesten hin ist die Verfinsterung geringer.

„Besonders spektakulär dürfte der Sonnenaufgang an der Nordseeküste und auf den ostfriesischen Inseln sein, wo sich eine schmale Sonnensichel aus dem Meer erheben wird“, schrieb der Wetterdienst. Unter den größeren Städten dürfte Kiel den Verdunkelungsrekord aufstellen. Dort wird die Sonnenscheibe zwar beim Aufgang um 04.55 Uhr nur zu einem Fünftel verdeckt sein, aber beim Höhepunkt um 05.33 Uhr sollen 84 Prozent Bedeckung erreicht werden. Dicht dahinter folgen mit Maxima von jeweils 83 Prozent zahlreiche Städte im Norden und Nordwesten, darunter Hamburg, Bremen, Hannover, Münster, Essen und Düsseldorf.

"Sofi" am besten im Nordosten zu sehen

Am längsten sichtbar ist die „Sofi“ im Nordosten. In Schwerin beispielsweise geht die Sonne um 04.54 Uhr auf, sie ist dabei zu 21 Prozent bedeckt. Der Höhepunkt wird um 05.31 Uhr mit 83 Prozent Bedeckung erreicht. Die Sonnenfinsternis endet um 06.30 Uhr, wenn der Mond vollständig vor der Sonnenscheibe vorbeigezogen ist.

Im Westen und Süden folgen die Maxima schon unmittelbar auf den Sonnenaufgang oder fallen mit ihm zusammen. In Aachen wird die zu 83 Prozent verdeckte Sonne um 05.30 Uhr schon als Sichel am Horizont aufsteigen. Im Südwesten ist die Beobachtungszeit am kürzesten. Hier wird das Maximum schon vor Sonnenaufgang erreicht, man kann also nur verfolgen, wie die Sonne wieder zunimmt. In Freiburg etwa geht die noch zu 68 Prozent bedeckte Sonne um 05.35 Uhr auf und ist um 06.22 Uhr komplett geräumt.

Ringförmige Sonnenfinsternis

Bei dem Himmelsspektakel handelt es sich um eine ringförmige Sonnenfinsternis. Der Mond, der auf einer leicht elliptischen Bahn um die Erde kreist, erreicht am 28. Mai mit etwa 406.170 Kilometer seinen größten Abstand von der Erde und ist am 31. Mai immer noch rund 403.590 Kilometer von ihr entfernt. Er erscheint deswegen kleiner als sonst und kann damit für den Betrachter die Sonnenscheibe nicht ganz verdecken.

Anders ist es bei einer totalen Sonnenfinsternis, wie sie letztmals am 11. August 1999 in Mitteleuropa zu sehen war; damals war die Sonnenscheibe ganz verdeckt. Allerdings zog damals der Schatten des Mondes als relativ schmaler Streifen über die Erde. Die jetzige Teilsonnenfinsternis hingegen ist in einem etwa 1.100 Kilometer breiten Streifen zu beobachten, beispielsweise in ganz Island, im Norden Schottlands.

Augen unbedingt schützen

Wer das Himmelsschauspiel verfolgen will, sollte unbedingt seine Augen schützen, beispielsweise mit einer der mit Folien-Lichtfilter ausgestatteten speziellen Sonnenfinsternisbrillen, von denen anlässlich der „Sofi“ 1999 unzählige verkauft wurden. Wer mit bloßem Auge oder mit unzureichendem Schutz, etwa durch eine rußgeschwärzte Glasscheibe, in die Sonne blickt, riskiert schwerste Augenschäden bis hin zur Erblindung.


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