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Virus: Vogelgrippe erreicht die Türkei

Das Vogelgrippe-Virus breitet sich unaufhörlich in Richtung Europa aus: Nachdem das Virus Russland und auch Rumänien erreicht hatte, traten nun die ersten Fälle in der Türkei auf.

Die Vogelgrippe hat nach Rumänien auch die Türkei erreicht und damit seine Ausbreitung in Richtung Westeuropa fortgesetzt. Allerdings war zunächst unklar, ob es sich bei den dort festgestellten Erregern um den auch für Menschen gefährlichen Virusstamm handelte. In beiden Ländern wurden am Wochenende Hunderte Geflügeltiere getötet, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker sagte dem Fernsehsender CNN, dass die Krankheit erstmals in der Türkei entdeckt worden sei. Mehr als 2000 Truthähne seien auf einem Bauernhof an der ägäischen Küste im Westen der Türkei an der Vogelgrippe verendet. Der örtliche Provinzgouverneur sagte, die Tiere hätten sich möglicherweise bei Zugvögeln aus Russland angesteckt, die Station in einem nahe gelegenen Nationalpark gemacht hätten. Eker nannte keine Details, sagte aber, die Lage sei unter Kontrolle. "Alle Maßnahmen wurden ergriffen, um eine Verbreitung zu verhindern."

In der Nacht zum Sonntag wurden rund 1500 Hühner und Truthähne getötet, wie der türkische Fernsehsender NTV berichtete. Die Tötungen sollten am Sonntagabend fortgesetzt werden. Über ein Gebiet von drei Kilometern rund um die betroffene Geflügelfarm sei eine Quarantäne verhängt worden. Bei den türkischen Landwirtschafts- und Gesundheitsministerien war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Ungarn verhängt Importstopp für Geflügel aus Rumänien

Nach den ersten Fällen von Vogelgrippe in Rumänien hat Ungarn ein Importstopp für Geflügel aus dem Nachbarland verhängt.

Damit folge Ungarn anderen EU-Ländern wie etwa Österreich und Polen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur MTI am Sonntagabend. Am Montag sollen Vertreter der ungarischen Gesundheitsbehörden zusammenkommen, um über weitere Maßnahmen zu beraten. In Rumänien waren im Donau-Delta am Schwarzen Meer einheimische Enten positiv auf die bislang vor allem in Asien grassierende Vogelgrippe getestet worden. Die Behörden töteten daraufhin Hunderte Vögel und setzten die betroffenen Gebiete unter Quarantäne, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Auch die Türkei meldete am Wochenende im Westen des Landes erste Fälle von Vogelgrippe und schlachtete Tausende Tiere. Für Deutschland sah die Bundesregierung keine unmittelbare Gefahr.

Unklar blieb, ob es sich bei den in Rumänien und der Türkei festgestellten Erregern um den auch für Menschen gefährlichen Virusstamm H5N1 handelt. Im Fall von Rumänien wäre dies die erste Infektion in Europa. Nach Einschätzung der EU-Kommission handelt es sich in beiden Ländern um verschiedene Erreger-Typen. In Asien sind bislang mehr als 60 Menschen nach einer Infizierung mit H5N1 gestorben.

Auch in Rumänien setzten die Behörden derweil die Tötung von hunderten Vögeln fort. Im Donau-Delta wurde die Jagd verboten. Dort waren am Freitag einheimische Enten positiv auf die vor allem in Asien grassierende Vogelgrippe getestet worden. Ärzte suchten nach Infizierten unter den rund 14.000 Bewohnern des Deltas. "Bisher haben wir aber noch keinen Fall bei Menschen festgestellt", sagte Gesundheitsminister Eugen Nicolaescu. Rund die Hälfte der Bevölkerung des Deltas am Schwarzen Meer sei vorsichtshalber gegen die herkömmliche Grippe geimpft worden.

Die Fälle in Rumänien sind die ersten in Europa, nachdem bereits in Russland und Kasachstan Vögel infiziert wurden. In Asien sind bislang mehr als 60 Menschen an der Krankheit gestorben. Erst am Wochenende wurde in Indonesien ein vierjähriger Junge positiv auf Vogelgrippe getestet.

Keine unmittelbare Gefahr für Deutschland

Nach den jüngsten Fällen in Rumänien und der Türkei sieht die Bundesregierung keine unmittelbare Gefahr für Deutschland. "Die Gefährdung für Europa und damit auch für die Bundesrepublik ist nur schwer einzuschätzen", sagte Staatssekretär Alexander Müller im Verbraucherschutzministerium. So sei noch unklar, ob es sich um den gleichen Erreger wie in Asien handele. Eine Übertragung durch Zugvögel nach Deutschland sei wegen deren Flugrouten zudem unwahrscheinlich. Dennoch nehme man die Entwicklung sehr ernst.

Das Virus wird bisher von einem Tier auf den Menschen übertragen. Sollte es so mutieren, dass es direkt von Mensch zu Mensch verbreitet werden kann, könnte dies eine weltweite Epidemie auslösen. Die Vereinten Nationen hatten kürzlich davor gewarnt, dass in diesem Fall das Leben von bis zu 150 Millionen Menschen bedroht werden könne.

Reuters / Reuters