HOME

Stern Logo Ratgeber Stiftung Warentest

Stiftung Warentest - Lebensmittel-Kennzeichnung: Etikettenschwindel

Für jedes vierte Etikett gab es in den Tests seit 2008 deutliche Kritik.

Etikettenschwindel

Schauen Sie genau hin, wenn sie etwas kaufen. 

Vanilleeis mit verfälschter Vanille, Rahmspinat ohne Rahm und ein Wildlachs, der in Wirklichkeit ein Zuchtlachs war - das sind drastische Beispiele für Etikettenschwindel aus Lebensmitteltests der Stiftung Warentest. Und sie sind keine Einzelfälle wie eine Auswertung der Urteile für die Lebensmittel-Kennzeichnung von 30 Tests des Jahre 2008 bis 2010 zeigt: Für 205 von 749 Produkten, also gut ein Viertel, hieß es im Prüfpunkt Deklaration nur ausreichend oder gar mangelhaft. Dabei täuschten Etiketten, Aufmachung oder Werbung die Verbraucher oft über die wahre Qualität. Lediglich 6 Produkte waren sehr gut, meist Mineralwässer. Häufig führte die Kritik der Warentester dazu, dass Anbieter ihre Produkte verbesserten und manchmal sogar die amtliche Lebensmittelkontrolle eingriff.

Mitunter reicht schon ein kritischer Blick auf die Zutatenliste, um Täuschungen zu entlarven - etwa bei Smoothies. So wurden auf den Smoothie-Packungen im Test hochwertige Früchte im Namen oder auf Bildern angepriesen, im Zutatenverzeichnis rangierten diese Zutaten aber an hinterer Stelle (test 11/08). Dort müssen alle Zutaten absteigend nach ihren Gewichtsanteilen aufgelistet sein. Auch bei Tiefkühl-Apfelrotkohl lohnt es sich, aufs Zutatenverzeichnis zu sehen. Im Test enthielten zwei von sieben Produkten nicht die 10 Prozent Apfelbestandteile, die die Leitsätze für Gemüseerzeugnisse erwarten lassen (test 12/09).

Überzogene Werbung

Auf die meisten Kennzeichnungsmängel stieß die Stiftung Warentest aber erst im Labor. Da fielen zum Beispiel beim Test von Würzölen zwei Öle höchst unangenehm auf, die originäres Trüffel- und Steinpilzaroma anpriesen. Ihr Aroma stammte nicht von den edlen Pilzen, sondern aus der Retorte (test 3/10). Solche Verstöße kann der Verbraucher selbst nicht aufdecken. Daher werden die Lebensmittel umfangreich und gründlich untersucht, etwa auf einen bestimmen Inhalt, Zusammensetzung, chemische und mikrobiologische Qualität sowie Echtheit.

Die Stiftung Warentest kritisiert im Prüfpunkt Deklaration auch Werbung, die in die Irre führt oder überzogen ist. Das passierte zum Beispiel beim Test von Kakaogetränkepulvern. Einige dieser Zuckerbomben waren als Kinderprodukte aufgemacht, gaben sich aber mit Nährstoffversprechen den Anschein gesunder Lebensmittel (test 12/08). Minuspunkte gibt es in den Tests auch für Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Ein als "vegetarisch" und "glutenfrei" gerühmtes Rapsöl etwa bietet nur vordergründig Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Denn alle Pflanzenöle sind so beschaffen (test 11/09).

Allergiker auf Leserlichkeit angewisen

Etiketten müssen aber nicht nur richtig, sondern auch lesbar sein. Allergiker oder Menschen mit Unverträglichkeiten sind darauf angewiesen, für sie kritische Zutaten wie Milch oder Eier problemlos zu erkennen. Wenn diese und weitere Angaben schlecht zu finden oder zu entziffern sind, schlägt sich auch das negativ auf die Deklarationsnote nieder.

Alle Informationen über den Test finden sie auf test.de sowie in der Ausgabe 02/2011 der Zeitschrift "test".

Stiftung Warentest / Stern (online) NICHT BENUTZEN