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Millionen Menschen in Quarantäne Jetzt grassiert die "Pingdemic": Briten stehen vor leeren Supermarktregalen

In einem Supermarktregal stehen nur noch wenige Produkte
In Großbritannien leeren sich die Supermarktregale: Bilder wie dieses kursieren derzeit in den sozialen Netzwerken
© @hapg86/PA Media / DPA
In Großbritannien leeren sich die Supermarktregale. Das liegt nicht am Brexit, sondern an Corona. Oder genauer gesagt an der neuen "Pingdemic", die das Land erfasst hat.

Was passiert, wenn viele Menschen wegen Corona gleichzeitig in Quarantäne geschickt werden, erlebt derzeit Großbritannien: Das Land muss sich aktuell ganz unerwarteten Herausforderungen stellen. Mehrere Supermärkte haben Probleme, ihre Regale zu befüllen, wie britische Medien am Donnerstag berichteten. In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos von ersten leeren Regalen.

In manchen Orten fällt der BBC zufolge außerdem die Leerung der Mülltonnen aus. Auch die Polizei warnt vor längeren Wartezeiten, da viele Kräfte ausfallen. Zudem wurden wegen der Personalengpässe Tankstellen geschlossen und Schüler vorzeitig in die Sommerferien geschickt.

Schätzungen zufolge sollen sich derzeit rund 1,7 Millionen Briten selbst isolieren, da sie entweder an Covid-19 erkrankt sind oder als enge Kontakte von Infizierten "gepingt" – also von der englischen Corona-App oder vom Gesundheitsdienst – benachrichtigt wurden.

Medien haben schon einen Ausdruck für das Phänomen: "Pingdemic"

Die "Pingdemic", wie das Phänomen von britischen Medien bezeichnet wird, hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob vollständig Geimpfte der Pflichtquarantäne entgehen können und sich stattdessen täglich testen dürfen. Ab Mitte August soll diese Regelung gelten. Bislang galten Ausnahmen nur für Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Pilotprojektes oder etwa für Beschäftigte des Gesundheitsdienstes. Viele Branchen, darunter das British Retail Consortium sowie die Fleischindustrie, forderten deshalb weitere Ausnahmen für ihre Beschäftigten.

Und diese Forderungen wurden jetzt zumindest zum Teil erhört: Denn als Reaktion auf die kritischer werdende Lage führte die britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson kurzfristig Ausnahmeregelungen für Mitarbeiter im Lebensmittelhandel ein, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. Die Downing Street teilte am späten Donnerstagabend mit, dass Mitarbeiter in Lebensmittel-Verteilzentren nun von der Pflicht zur Selbstisolation ausgenommen seien und stattdessen regelmäßige Coronatests durchführen müssen.

Wieder mehr Corona-Fälle in Großbritannien

In Großbritannien steigen die Infektionszahlen seit Wochen wieder an. Das wird vor allem auf die starke Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurückgeführt. Hinzu kommt, dass die britische Regierung für den größten Landesteil England inzwischen fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben hat. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 488 angegeben (Stand: 17. Juli).

Millionen Menschen in Quarantäne: Jetzt grassiert die "Pingdemic": Briten stehen vor leeren Supermarktregalen

Sehen Sie im Video: Zuletzt sind die Infektionszahlen in Großbritannien kontinuierlich gestiegen, Premierminister Boris Johnson bleibt aber bei seiner Öffnungs-Strategie.

anb

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