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Tiefpunkt der Diplomatie #smalldickenergy: Russische Botschaft blamiert sich auf Twitter

#smalldickenergy: Mit diesem Hashtag rief die russische Botschaft in Belarus ungewollt einen Trend ins Leben 
#smalldickenergy: Mit diesem Hashtag rief die russische Botschaft in Belarus ungewollt einen Trend ins Leben 
© Screenshot Twitter
In der russischen Außenpolitik vergeht fast kein Tag ohne einen neuen diplomatischen Fauxpas. Nun löste die russische Botschaft in Belarus auf Twitter Furore aus.

Die russische Botschaft in Belarus sorgt mit einem Hashtag auf Twitter für Aufsehen. Am vergangenen Samstag setzte die Vertretung einen Tweet ab, mit dem sie die Ausweisung von russischen Diplomaten aus den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen kommentierte. Die Mitarbeiter der Botschaft versahen einen Retweet des litauischen Außenministers Gabrielius Landsbergis, in dem die Entscheidung zur Ausweisung verkündet wurde, mit dem Hashtag #smalldickenergy. 

Wörtliche Übersetzung: "die Energie eines kleinen Penis". Wobei die vulgäre Bezeichnung für das männliche Genitalorgan verwendet worden ist. Damit unterstellte die russische Botschaft den baltischen Staaten eine schlechte Verlierermentalität – blamierte sich dabei aber nur selbst.

"#SmallDickEnergy ist seit 20 Jahren das Motto der russischen Außenpolitik"

Prompt sorgte der Hashtag auf Twitter für eine Flut an Spott und sarkastischen Kommentaren, die die Karte zurückspielen. "#SmallDickEnergy ist seit 20 Jahren das Motto der russischen Außenpolitik", schrieb etwa ein Nutzer. 

"Arroganz und Dummheit: Das ist die Botschaft der russischen Diktatur, die Terroranschläge und Morde in ganz Europa begeht. Tatsächlich kommt die #smalldickenergy ganz von dieser Seite", twitterte ein anderer User. 

"Stellt euch vor, für Putin zu arbeiten und sowas zu twittern", schreib ein weiterer Nutzer ungläubig. "Als ob nicht alles, was er tut, etwas mit seinem kleinen Penis zu tun hätte."

Und für die Ermittler des Antikorruptions-Fonds von Alexej Nawalny steht der mittlerweile weltweit bekannte Palast von Waldimir Putin repräsentativ für #smalldickenergy der russischen Politik. 

Nachdem der Hashtag sogar unter den Top-Twitter-Trends in Russland gelandet ist, ruderte die russische Botschaft zurück. Der entsprechende Tweet wurde gelöscht und kurz darauf durch einen neuen Retweet des Posts von Landsbergis ersetzt: dieses Mal mit dem Kommentar: "#smalldipenergy und #smalldickenergy – entscheiden Sie selbst." Was genau #smalldipenergy sein soll, erklärt die Botschaft jedoch nicht. 

Die Korrektur des Tweets löst aber fast noch mehr Häme aus: 

Agenten-Skandal zwischen Russland und Tschechien

Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wiesen am vergangenen Freitag aus Solidarität mit Tschechien insgesamt vier russische Diplomaten aus. Auf Aufforderung der Außenministerien in Tallinn, Riga und Vilnius müssen die Mitarbeiter der russischen Botschaften in den Hauptstädten der drei EU- und Nato-Staaten binnen sieben Tagen das jeweilige Land verlassen.

Tschechien macht russische Geheimdienste für Explosionen in einem Munitionslager im Osten des Landes im Jahr 2014 verantwortlich. Dabei starben zwei Menschen. Der Kreml bestreitet die Vorwürfe vehement. Prag und Moskau wiesen zuletzt gegenseitig Diplomaten aus. Die Slowakei hatte als erstes EU-Land aus Solidarität zu Tschechien drei russische Diplomaten ausgewiesen, die angeblich als Agenten tätig gewesen seien.

Mehr zu dem Agenten-Skandal lesen Sie hier: 

Zwei Männer stehen im Fokus der schweren Anschuldigungen. Die tschechische Polizei veröffentlichte Fahndungsfotos der beiden Tatverdächtigen – und sie sind keine Unbekannten. Sie stehen im dringenden Verdacht, am 4. März 2018 das Attentat auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter im britischen Salisbury verübt zu haben, die beide dem Nervengift Nowitschok ausgesetzt wurden.


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