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Afghanistan-Einsatz: Bundeswehrtrupp gerät in Hinterhalt - drei Soldaten getötet

In einem der heftigsten Gefechte seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes hat die Bundeswehr schwere Verluste erlitten. Mindestens drei Soldaten wurden getötet, mehrere schwer verletzt.

Eine Einheit der Bundeswehr ist am Freitagmorgen (Ortszeit) im Norden Afghanistans in ein schweres Gefecht mit Taliban-Kämpfern verwickelt worden. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr betätigte am Nachmittag, dass bei dem Hinterhalt drei Bundeswehrsoldaten bei dem Gefecht getötet worden sind. Mindestens fünf weitere Bundeswehrangehörige seien schwer verletzt worden.

Die Kämpfe fanden in Tschahar Dara, rund zwölf Kilometer von Kundus, statt. Die Deutschen hätten - wohl gemeinsam mit afghanischen Polizisten - den Bau einer Brücke und eine Minenräumung vorbereitet. Nach Angaben des Polizeichefs von Kundus begann das Gefecht, nachdem eine Mine unter einem Bundeswehrfahrzeug explodiert war. Anschließend seien die Soldaten von etwa 200 Taliban-Kämpfern aus mehreren Richtungen gleichzeitig angegriffen worden.

"Spiegel online" berichtet, dass im Zuge der Schießerei drei Bundeswehrsoldaten getötet und mehrere weitere verletzt wurden. Als die Deutschen den Angreifern schließlich ausweichen wollten, sei ein gepanzertes Fahrzeug auf eine an der Straße platzierte Bombe gefahren. Bei der Explosion wurden weitere Soldaten schwer verletzt.

Die Bundeswehr und die afghanischen Polizisten könnten keine schweren Waffen einsetzen, weil die Taliban-Schützen sich in Häusern von Zivilpersonen verschanzt hätten, sagte der Verwaltungschef des Bezirks Tschahar Dara, Abdul Bahid Omar Khil. Trotzdem seien viele Häuser nach Angaben von Dorfbewohnern zerstört worden. In der Nähe seien Hubschrauber im Einsatz.

Die Kämpfe dauern noch an, wie ein Bundeswehrsprecher sagte. Auch Hubschrauber seien im Einsatz. Über Opfer auf Seiten der Taliban gibt es noch keine genauen Angaben. Erste Berichte sprachen von einem Toten und einem Verletzten. Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Char Darah eine große deutsch-afghanische Offensive gegeben, um die radikalislamischen Taliban zurückzudrängen.

Bis zu diesem Angriff sind beim Einsatz in Afghanistan 36 Soldaten der Bundeswehr ums Leben gekommen. Der Angriff am Karfreitag ist der erste tödliche Zwischenfall für die deutschen Einsatzkräfte in diesem Jahr.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat "mit großer Betroffenheit" auf den Tod von drei deutschen Soldaten in Afghanistan reagiert. "Ich bin in Gedanken und Gebeten bei den Soldaten und ihren Familien. Angesichts von Gefechten dieses Ausmaßes wird deutlich, wie gefährlich der gleichwohl notwendige Einsatz in Afghanistan ist", erklärte der Politiker nach Angaben seines Ministeriums. Guttenberg habe seinen Urlaub unterbrochen und werde über die Entwicklung laufend informiert, teilte ein Sprecher mit. Der Minister werde früher nach Deutschland zurückkehren.

DPA/APN/AFP / DPA