Afrika-Mission EU gibt Marschbefehl für Kongo-Truppe


Die EU hat offiziell den Marschbefehl für ihre Truppen zur Absicherung der Wahl im Kongo gegeben. Das Hauptkontingent der Bundeswehr, mehr als 500 Soldaten, startet am 10. Juli in die Krisenregion.

Die EU-Außenminister bestätigten in Luxemburg den Einsatz der insgesamt rund 2000 Soldaten aus 18 Ländern, darunter auch der Türkei. Deutschland stellt 780 Soldaten bereit, davon sind 280 Unterstützungstruppen.

Der in Deutschland umstrittene Einsatz soll den Vereinten Nationen (UN) bei der Absicherung der ersten freien Wahlen im Kongo seit seiner Unabhängigkeit helfen. Mit der Entscheidung der Außenminister kann der deutsche Kommandeur der EU-Truppe, General Karlheinz Viereck, den Abmarschbefehl geben. Die Bundeswehr startet am 10. Juli in den Kongo. Damit beginnt Deutschland drei Wochen vor den Wahlen in dem zentralafrikanischen Land mit der Verlegung des Hauptkontingents. Die meisten der EU-Soldaten werden in Nachbarländern der Demokratischen Republik Kongo stationiert und sollen nur auf Anforderung der Vereinten Nationen einrücken. Neben Deutschland ist Frankreich der größte Truppensteller.

Kein zweites Bundeswehrkontingent nötig

Der Bundestag erteilte den deutschen Soldaten ein Mandat für vier Monate als so genannte Kernzeit und begrenzte ihren Einsatz auf die Hauptstadt Kinshasa. Ihre volle Stärke erreicht die Bundeswehr- Einheit wenige Tage vor den Wahlen. Mit Vor- und Nachbereitung im Land könnte der Einsatz etwa sieben Monate dauern. In der Regel bleiben die Soldaten vier Monate in Auslandseinsätzen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte aber, es sei kein zweites Bundeswehrkontingent nötig, da nicht alle Soldaten mehr als vier Monate im Einsatz seien. Kräfte, die jetzt in den Kongo fahren, verließen ihn auch früher, da eine Nachhut das Ende des Einsatzes abwickele. Zu dem Kontingent zählen Teile der Luftlande- Brigade im saarländischen Merzig sowie Sanitäts- und Logistiksoldaten aus Niedersachsen. Eine Voraus-Truppe ist bereits im Kongo.

Die UN unterhält bereits eine 17.000 Mann starke Truppe aus afrikanischen Staaten, die den Osten des wertstoffreichen Kongo stabilisieren sollen. Dort sind durch Gewalt rivalisierender Milizen und Hungersnöte seit 1998 vier Millionen Menschen umgekommen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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