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Syrien Mehr als 1000 Menschen können Aleppo verlassen

Aleppo: In der Nacht zu Montag wurde die Evakuierung der Rebellengebiete im Osten wieder aufgenommen
Aleppo: Der Rebellengebiete im Osten werden seit Montag wieder evakuiert
© George Ourfalian/AFP
Tausende Menschen sollen bei Minusgraden noch auf eine Ausreise aus Aleppo warten. Die vereinbarte Evakuierung kam übers Wochenende ins Stocken, scheint jetzt jedoch wieder in Gang zu kommen.

Nach einer Unterbrechung der Evakuierungen aus dem Osten von Aleppo sind am frühen Montagmorgen erneut mehr als tausend Menschen aus den Rebellengebieten der Stadt gebracht worden. Rund 20 Busse mit Bewohnern aus Aleppo seien am Sammelpunkt westlich der Stadt eingetroffen, sagte Ahmad al-Dbis, Chef einer Gruppe Mediziner und Freiwilliger, die dort die Evakuierungen koordiniert. "Hier sind etwa 1200 bis 1300 Menschen."

Zur gleichen Zeit wurden etwa 500 Menschen aus den belagerten schiitischen Dörfern Fua und Kafraja in der Provinz Idlib evakuiert, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, sind aber von Rebellen umzingelt. Zehn Busse hätten die Ortschaften nun verlassen können und seien auf dem Weg in Gebiete in Regierungshand in Aleppo, erklärte die in Syrien gut vernetzte Beobachtungsstelle.

In den Rebellenvierteln Ost-Aleppos warten tausende Menschen bei Minusgraden auf ihre Evakuierung in sichere Gebiete. Die Aktion geriet in den vergangenen Tagen immer wieder ins Stocken, erst am späten Sonntagnachmittag hatten Aktivisten eine Aussetzung der Evakuierung bis auf Weiteres verkündet.

Die 350 Bewohner, die dann trotzdem aus Aleppo herausgebracht wurden, seien in einem "schrecklichen Zustand", sagte Ahmad al-Dbis, der Chef einer Gruppe Mediziner und Freiwilliger, die die Evakuierungen in einem Rebellengebiet westlich von Aleppo koordiniert. "Sie haben nichts gegessen, sie haben nichts getrunken, die Kinder sind erkältet, sie konnten nicht auf die Toilette gehen."

Russland und Türkei sollen auf Evakuierung von Aleppo gedrängt haben

Nach Angaben der Beobachtungsstelle hatten sich auch Russland und die Türkei für die Abreise der 350 Menschen aus Aleppo stark gemacht: Beide Länder hätten bei der syrischen Regierung darauf gedrängt, den Buskonvoi durch die Kontrollpunkte an der Straße durchfahren zu lassen. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle verfügt über ein Netz aus Informanten in Syrien, von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.

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Nach Angaben von Aktivisten waren bereits rund 8500 Menschen aus den zerstörten Stadtvierteln gebracht worden, darunter 3000 Kämpfer. Am Freitag brach die syrische Armee die Evakuierungen jedoch ab. Seither gab es Verhandlungen, auch um zugleich die Menschen aus zwei schiitischen Dörfern zu evakuieren, die von Rebellen belagert sind.

UN will Resolution verabschieden

Als am Sonntag mehrere Busse für die Evakuierungen aus diesen beiden Orten Fua und Kafraja vermutlich von islamistischen Rebellen in Brand gesteckt wurden, wurden die geplanten Evakuierungen nach Angaben der Beobachtungsstelle zunächst ausgesetzt. Der UN-Sicherheitsrat in New York will nach Angaben von Diplomaten am Montag voraussichtlich über eine gemeinsame Resolution zur Entsendung von Beobachtern nach Aleppo abstimmen. Der Einigung gingen vierstündige Verhandlungen voraus, nachdem Russland zunächst mit einem Veto gegen die von Frankreich eingebrachte Vorlage gedroht hatte.

Der Kompromiss sieht vor, dass die UN in Abstimmung mit der syrischen Regierung und den Rebellen "das Wohlergehen der Zivilisten" in Aleppo beobachten. Der Text ruft alle Konfliktparteien auf, humanitärer Hilfe einen "vollständigen, unmittelbaren, bedingungslosen, sicheren und ungehinderten Zugang" nach Aleppo zu ermöglichen. Evakuierungen dürften nur freiwillig erfolgen, die Evakuierten dürften ihr Ziel selbst bestimmen, heißt es weiter. Zurückgebliebene Bewohner müssten geschützt werden. US-Botschafterin Samantha Power erwartete für Montag eine einstimmige Verabschiedung im Sicherheitsrat. "Im Entwurf verblieben sind all die Kernklauseln, um der UNO die Beobachtung zu ermöglichen und um mindestens hundert UN-Mitarbeiter abzustellen", sagte Power.

ivi AFP

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