VG-Wort Pixel

Demokraten-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez kritisiert eigene Partei – und deutet Ausstieg aus der Politik an

Alexandria Ocasio-Cortez
Alexandria Ocasio-Cortez hat ihren Sitz im Repräsentantenhaus verteidigt
© Tom Williams / AFP
Nach der Wahl lässt Demokraten-Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez ihre Frust raus: In einem Interview mit der "New York Times" kritisiert sie das Übergangsteam von Joe Biden – und stellt ihre eigene politische Zukunft zur Disposition.

Alexandria Ocasio-Cortez wird in der US-Politik von vielen eine große Zukunft vorausgesagt. Doch nach der Wahl knirscht es zwischen der demokratischen Partei und ihrer 31-jährigen Hoffnungsträgerin. In einem Interview mit der "New York Times" kritisierte Ocasio-Cortez, dass in dem Übergangsteam des neu gewählten Präsidenten Joe Biden die Parteilinke zu schwach vertreten sei.

Der progressive Flügel sei kaum berücksichtigt worden, so die Politikerin. Das sende ein Signal, wem die kommende Regierung den Wahlsieg zuschreibe. Aus ihrer Sicht hätten die "jungen Einwanderer-Aktivisten" maßgeblich dazu beigetragen, die Wahlen in den Bundesstaaten Nevada und Arizona zu gewinnen. Diese Gruppen hätten das Gefühl, "nicht gesehen" zu werden. Schon beim Nominierungsparteitag der Demokraten hatte sie Bernie Sanders statt Biden ihre Stimme gegeben.

Alexandria Ocasio-Cortez fehlt Unterstützung aus der Partei

Auch ihre eigene politische Zukunft stellte Ocasio-Cortez in dem Interview in Frage. "Ich weiß nicht, ob ich in der Politik sein will", sagte sie. Sie sei auch unsicher gewesen, ob sie sich in diesem Jahr zur Wiederwahl stellen sollte: "Es lag an der mangelnden Unterstützung aus der Partei. Meine eigene Partei glaubt, dass ich der Feind bin." Ocasio-Cortez sitzt seit 2019 im Repräsentantenhaus und ist dort die jüngste Abgeordnete. In ihrem Wahlbezirk in New York verteidigte sie ihren Sitz.

Dennoch gibt es ihrer eigenen Ansicht nach viel Gegenwind aus der eigenen Partei. ""Nach außen gewinnen wir, aber nach innen gibt es eine extreme Feindschaft gegenüber allem, was nach Fortschritt riecht", sagte Ocasio-Cortez der "New York Times".

Alexandria Ocasio-Cortez gilt in den USA als Symbolfigur linker Politik, sie setzt sich für mehr Vielfalt und eine allgemeine Krankenversicherung ein. Damit wurde sie für die Republikaner rund um den amtierenden Präsidenten Donald Trump zum Feindbild, ist aber vor allem bei jungen Wählern beliebt. Ihrer eigenen Partei wirft Ocasio-Cortez vor, diese Bevölkerungsgruppe nicht ausreichend ernstzunehmen. So seien die Demokraten beispielsweise im Online-Wahlkampf nicht präsent genug gewesen.

Quelle: "New York Times"

epp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker