Algerien Lebenszeichen der Sahara-Touristen


Von den in der südalgerischen Sahara verschollenen Touristen gibt es erste Lebenszeichen.

Von den in der südalgerischen Sahara verschollenen Touristen gibt es erste Lebenszeichen. Dies berichtete das Außenministerium in Wien. Die Bundesregierung zeigte sich in großer Sorge, hält aber eine Rettung der mindestens 31 Vermissten - unter ihnen 15 Deutsche und 10 Österreicher - weiterhin für möglich. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" befürchtet die Regierung, dass die Urlauber in der Gewalt von Terroristen sind. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin, wo auch am Wochenende der Krisenstab tagte, sagte lediglich, man schließe nichts aus.

Eindeutige Lebenszeichen

Die ersten Hinweise, dass die Vermissten noch leben, kamen am Wochenende aus Wien. Österreichs Außenministerin Benita Ferrero-Waldner sagte am Samstag in Salzburg nach ihrer Rückkehr aus Algerien: "Es gibt eine Nachricht, dass die Vermissten am 8. April noch am Leben waren." Ihr gegenwärtiger Aufenthaltsort sei nicht bekannt. Nach Angaben der algerischen Sicherheitskräfte suchen inzwischen 2000 Soldaten nach den Vermissten. Der Leiter der Sondermission im Wiener Außenamt, Thomas Buchsbaum, sagte am Sonntag der Deutschen Presse Agentur (dpa), es gebe Nachrichten, "wann und wo diese Menschen waren" und eindeutige Anzeichen, dass alle am Leben waren.

"Wir können leise Hoffnungen haben"

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), der am Dienstag in Algier war, sagte am Samstagabend in der ARD: "Wir können leise Hoffnungen haben, dass die Vermissten am Leben sind." Berlin sei in engem Kontakt mit der algerischen Regierung, die alles tue, um das Schicksal der Vermissten aufzuklären. Das Innenministerium hat Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) nach Algerien entsandt. Auf seiner Webseite bittet das BKA um Mithilfe bei der Suche nach den Vermissten. Die erste Gruppe der Sahara-Reisenden war am 21. Februar verschwunden.

Entführung durch islamistische Terroristen

Laut "Spiegel" gilt es mittlerweile als sicher, dass die Touristen entführt wurden. Die algerischen Behörden hätten Berlin mitgeteilt, sie seien überzeugt, dass islamistische Terroristen hinter dem Verschwinden steckten. Generalbundesanwalt Kay Nehm soll Anfang April ein Ermittlungsverfahren gegen eine unbekannte ausländische terroristische Vereinigung eingeleitet haben. Die Bundesanwaltschaft war am Wochenende nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" meldeten deutsche Sicherheitsbehörden Mitte März, dass die Menschen vor Ort von einer Entführung durch Islamisten ausgingen. Es gebe Hinweise, dass Zellen des Terrornetzwerks El Kaida "seit einiger Zeit die Sahel-Zone verstärkt als Rückzugsraum beziehungsweise als Basis für ihre Operationen nutzen möchten", zitiert das Blatt Sicherheitsexperten.

Zweifel in Algerien

In Algerien wurden die Vermutungen über eine Entführung mit Skepsis aufgegriffen. Die Zeitung "L'Expression" schrieb am Sonntag unter Verweis auf Militärs, dass bislang im Dreieck zwischen Illizi, Djanet und Tamanrasset "nicht der geringste Beweis" oder Spuren der verschwundenen Ausländer gefunden worden seien. "El Watan" schrieb, dass Reiseführer in Südalgerien auch eine Entführung vermuteten. Die Behörden vor Ort hätten dies jedoch "rasch dementiert".


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