Alliierter Vormarsch Ziel - Stellungen vor Bagdad


Noch heute wollen US-Truppen erste Stellungen außerhalb der irakischen Hauptstadt beziehen. Dabei sind die US-Streitkräfte auf erste Einheiten der Republikanischen Garde gestoßen.

Auf ihrem Marsch nach Bagdad wollen die von den USA geführten Bodentruppen britischen Verteidigungskreisen zufolge noch im Laufe des Dienstags erste Stellungen außerhalb der irakischen Hauptstadt beziehen. In einem nächsten Schritt würden die Stellungen dann gefestigt, hieß es am Dienstag. Die Truppen sind etwa hundert Kilometer südlich von Bagdad auf erste irakische Eliteeinheiten getroffen.

Es gebe keine Pläne, die Luftangriffe auf Irak zu einem regelrechten Bombenteppich auszuweiten, hieß es in den Kreisen weiter. Da es im Norden der Stadt keine Front gebe, sei mit verstärkter Gegenwehr der irakischen Kräfte im Süden zu rechnen. Truppenstationierungen an der Grenze Iraks zu Iran seien eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es weiter. Man rechne nicht mit einer Bedrohung.

Irakische Elite-Einheit unter Beschuss

"Apache"-Kampfhubschrauber hätten die Medina-Division der irakischen Elite-Einheit unter Beschuss genommen, sagte General Stanley McCrystal vom US-Generalstab in Washington. Die US-Einheiten seien bis kurz vor Bagdad vorgedrungen, ohne dabei auf große Gegenwehr gestoßen zu sein. Die US-Truppen waren über die kuwaitische Grenze nach Irak eingerückt. Von der kuwaitischen Grenze bis Bagdad sind es rund 450 Kilometer Luftlinie.

Noch kein direktes Gefecht mit Saddams Medina-Division

Zu einem direkten Gefecht der Invasionstruppen mit der Medina-Division sei es bislang nicht gekommen, sagte McCrystal. Die Division sei jedoch von Kampfflugzeugen und -hubschraubern attackiert worden. McCrystal beschrieb die Medina-Division als "eine der besten Divisionen der Republikanischen Garde, eine der schlagkräftigsten Divisionen". "Wenn man das große Bild betrachtet, läuft es ausgezeichnet", sagte McChrystal weiter. Er bestätigte, dass bisher keine chemischen oder biologischen Waffen im Irak gefunden wurden.

100 Kilometer südlich von Bagdad

Der britische Premierminister Tony Blair hatte zuvor gesagt, die Konfrontation mit der Medina-Division werde "der entscheidende Moment" sein. Das schnelle Vorrücken auf Bagdad bezeichnete Blair als vorrangiges Kriegsziel. "Während wir hier sprechen, sind sie rund 60 (knapp 100 Kilometer) Meilen südlich von Bagdad nahe Kerbala", fügte er hinzu. Nun dürften die Streitkräfte bald auf die Medina-Division der Republikanischen Garde stoßen. "Das wird ein entscheidender Moment sein." Die Streitkräfte, die Saddam am nächsten stünden, widersetzten sich am heftigsten. In der Nähe von Kerbala lieferten sich die alliierten Truppen heftige Kämpfe mit Irakern.

Davon unbeeinflusst gingen die schweren Luftangriffe auf Bagdad weiter. Augenzeugen berichteten von heftigen Explosionen am westlichen und südlichen Stadtrand der Fünf-Millionen-Stadt. Die Straßen in der Innenstadt seien menschenleer.

Sandstürme ziehen auf

Der Korrespondent des arabischen Fernsehsenders El Dschasira berichtete außerdem, dass sich das Wetter erheblich verschlechtert habe. In den kommenden zwei bis drei Tagen werde mit Sandstürmen gerechnet. Darauf habe bereits der starke Wind am Abend hingedeutet.

Iraks Präsident Saddam Hussein rief in seiner zweiten, im Fernsehen ausgestrahlten Rede seit Kriegsbeginn sein Volk zum Widerstand auf und sagte einen langen Krieg voraus.

Schlagt euren Feind mit all eurer Kraft

Saddam sagte in der Fernsehansprache den USA und ihren Verbündeten einen langen Krieg voraus und rief sein Volk zum erbitterten Widerstand auf. "Tapfere Kämpfer, schlagt euren Feind mit all eurer Kraft", sagte Saddam. "Der Feind sitzt im heiligen Land Irak in der Falle." Reuters-Korrespondenten zeigten sich ebenso wie Nahost-Experten überzeugt, dass die Fernsehansprache von Saddam und nicht von einem seiner Doppelgänger gehalten wurde. Unklar blieb aber, ob es sich um eine Live-Ausstrahlung oder eine Aufzeichnung handelte.

Iraks Vize-Ministerpräsident Tarek Asis sagte auf einer Pressekonferenz in Bagdad, die irakische Führung sei wohlauf und Saddam habe die volle Kontrolle über die Armee und das Land.


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