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Erst Kiew, dann Moskau "Das ist eben eine Stilfrage": Altkanzler Gerhard Schröder wirf Baerbock Provokation Russlands vor

Gerhard Schröder
Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler
© Kay Nietfeld / DPA
Indem Annalena Baerbock zum Amtsantritt zunächst in Kiew und erst anschließend in Moskau vorstellig wurde, hat sie Russland provoziert – so sieht es zumindest Altkanzler Gerhard Schröder. Immerhin: Ansonsten habe er "keine großen Fehler" bemerkt.

Dass Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) vor ihrem Antrittsbesuch in Russland zuerst die Ukraine besucht hat, nannte Altkanzler Schröder eine "kleine Provokation". Er habe sich gewundert, "dass man Russland besucht und vorher in Kiew ist. Na gut, das haben die Russen wohl hingenommen", sagte Schröder in seinem Podcast "Die Agenda". "Ich hoffe, dass dieses Modell beim China-Besuch nicht wiederholt wird – woher auch immer dann die Reise kommt", so der 77-Jährige weiter.

Baerbock war Anfang Januar zuerst zu ihrem Antrittsbesuch nach Kiew gereist und dann von dort weiter nach Moskau, wo sie Außenminister Sergej Lawrow traf. Schröder lobte das klare Nein Baerbocks zu Waffenlieferungen an die Ukraine bei der Reise. Das sei "respektabel" gewesen. Insgesamt könne er "keinen großen Fehler" der Grünen-Politikerin bei der Reise erkennen, "mit Ausnahme der Tatsache, dass man die kleine Provokation, über Kiew nach Russland zu fliegen, vielleicht hätte vermeiden können", sagte der frühere SPD-Vorsitzende. "Aber nun gut, das ist eben eine Stilfrage."

Schröder will nicht im Ukraine-Konflikt vermitteln

Schröder wurde in dem Podcast-Interview mit seinem früheren Regierungssprecher Béla Anda auch gefragt, ob er angesichts seiner Freundschaft zum russischen Präsidenten Wladimir Putin bereit sei, in dem Ukraine-Konflikt zu vermitteln. Dafür gebe es den US-Präsidenten, den französischen Präsidenten und den Bundeskanzler, antwortete Schröder. "Da kann jemand, der durchaus über persönliche Beziehungen verfügt, aber nicht wirklich helfen. Das müssen die Verantwortlichen schon selber leisten, sonst kann das nichts werden."

Schröder ist seit seiner Zeit als Bundeskanzler (1998 bis 2005) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet. Außerdem hat er Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Er ist Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Nord Stream AG und Präsident des Verwaltungsrats bei der Nord Stream 2 AG. Beide Gasleitungen unter der Ostsee verbinden Russland und Deutschland.

yks DPA

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