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Angebliches Entführungsopfer: Atomphysiker Amiri verlässt die USA

Der angeblich vom US-Geheimdienst entführte iranische Atomphysiker Schahram Amiri hat nach Angaben aus Teheran die Vereinigten Staaten in Richtung seines Heimatlandes verlassen.

Der angeblich vom US-Geheimdienst entführte iranische Atomphysiker Schahram Amiri hat nach Angaben aus Teheran die Vereinigten Staaten in Richtung seines Heimatlandes verlassen. "Dank der Bemühungen der Islamischen Republik und der Zusammmenarbeit von Pakistans Botschaft in Washington hat Schahram Amiri vor wenigen Minuten das amerikanische Territorium verlassen", erklärte der Sprecher des Außenministerium in Teheran, Ramin Mehmanparast, am Mittwoch nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Vor seinem Abflug sagte Amiri dem iranischen Sender Press-TV, er werde nach seiner Heimkehr die Umstände seiner Entführung durch US-Agenten enthüllen.

Das iranische Staatsfernsehen hatte am Dienstag berichtet, Amiri sei in die Vertretung des Iran in Washington geflohen. Seit dem Abbruch der Beziehungen zwischen dem Iran und den USA vor 30 Jahren ist die dortige iranische Landesvertretung in der Botschaft Pakistans untergebracht.

Die iranische Regierung wirft den USA vor, Amiri entführt zu haben. Der Physiker war im Juni 2009 nach der Ankunft zu einer Pilgerreise in Saudi-Arabien verschwunden. Das iranische Fernsehen strahlte Anfang Juni ein Video aus, in dem ein Mann, der sich als Amiri ausgab, beteuerte, vom US-Geheimdienst entführt worden zu sein. Wenige Wochen später wurde ein zweites Video veröffentlicht, in dem derselbe Mann angab, "aus den Händen der Agenten des amerikanischen Geheimdienstes" geflohen zu sein und sich im US-Bundesstaat Virginia aufzuhalten.

Der US-Fernsehsender ABC hatte hingegen im März berichtet, Amiri sei übergelaufen und arbeite mit der CIA zusammen. Die US-Regierung wies die Entführungsvorwürfe zurück. Am Dienstag sagte ein US-Außenamtssprecher, Amiri sei "aus freien Stücken" in den USA und könne jederzeit ausreisen.

AFP / AFP