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Anschlagsversuch am Times Square: New-York-Attentäter legt Geständnis ab

Der mutmaßliche Attentäter von New York hat laut Ermittlungskreisen die Tat gestanden. Angeblich will er alleine gehandelt haben. Doch nun wurden drei weitere Verdächtige festgenommen und alle Spuren führen in eine Taliban-Hochburg.

Faisal Shazad, der mutmaßliche Attentäter vom Times Square, hat laut Ermittlerkreisen gestanden. Er habe alle Vorwürfe zugegeben, heißt es von Seiten der Strafverfolgungsbehörde: "den Geländewagen gekauft, den Sprengsatz zusammengebaut, ihn in das Auto gelegt, den Wagen dort geparkt und den Platz verlassen zu haben", so ein Ermittler. Dabei habe Shazad allein und auf eigene Faust gehandelt. Diese Version aber wird von den Ermittlern bezweifelt.

Denn außer dem 30-Jährigen wurden nun drei weitere Männer festgenommen. Von ihnen ist bislang nur bekannt, dass einer ein Mitbewohner Shahzads in dem Örtchen Bridgeport in Connecticut war. Von hier ist es eine gute Stunde mit dem Auto bis zum Times Square.

USA und Pakistan arbeiten zusammen

Um mögliche internationale Verbindungen aufzuspüren, wollen die USA und Pakistan bei den weiteren Ermittlungen zusammenarbeiten. Aus Pakistan hieß es: "Unsere Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten gegen Terrorismus ist ein konstanter und andauernder Prozess, und wenn die Vereinigten Staaten unsere Unterstützung bei diesem speziellen Thema brauchen, werden wir alles tun was wir können."

Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat in der Vergangenheit hunderte al-Kaida-Mitglieder festgenommen und einige von ihnen an die USA ausgeliefert.

Am 1. Mai war auf dem belebten Platz in Manhattan ein verdächtiger Geländewagen entdeckt und eine darin versteckte Bombe entschärft worden. In der Nacht zum Dienstag wurde der 30 Jahre alte Terrorverdächtige festgenommen. Bei ihm handelt es sich nach offiziellen Angaben um einen in Pakistan geborenen US-Bürger.

Verdächtiger auf dem Weg nach Dubai

US-Justizminister Eric Holder sagte, Shahzad sei am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen beim Versuch gefasst worden, das Land in Richtung Dubai zu verlassen. Holder rief alle Amerikaner dazu auf, äußerst wachsam zu bleiben. Holder scheint davon auszugehen, dass der Verdächtige nicht allein handelte: "Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen haben", sagte der Minister.

Der Mann soll vor drei Wochen den Geländewagen gekauft haben, der mit einem Sprengsatz beladen am Times Square geparkt wurde. Shahzad sei kürzlich von einem fünfmonatigen Aufenthalt in Pakistan zurückgekehrt, wo seine Frau wohnt, heißt es aus Ermittlerkreisen. Der pakistanische Nachrichtensender DawnNews berichtete, die US-Behörden hätten die zuständigen pakistanischen Stellen darüber informiert, dass der Verdächtige aus Karachi stamme. Shahzad sei am 3. Juli vergangenen Jahres mit der in Dubai beheimateten Fluglinie Emirates nach Karachi und am 3. August zurück in die USA geflogen.

Keine weiteren Sprengsätze gefunden

Die Bundespolizei FBI durchsuchte in der Nacht zum Dienstag den letzten bekannten Wohnsitz Shahzads in Bridgeport im US-Staat Connecticut. Dort wurden offenbar keine weiteren Sprengsätze gefunden: ein für die Durchsuchung bestelltes Bombenentschärfungsteam zog nach kurzer Zeit wieder ab, ohne das Haus auch nur betreten zu haben. Zu dem versuchten Autobombenanschlag hatte sich in einer Videobotschaft eine in Pakistan ansässige Extremistengruppe bekannt.

Am Tag nach dem Anschlagsversuch bekannten sich die Taliban in Pakistan (TPP) zu der Tat. Es habe sich um Vergeltung für die Tötung zweier führender Al-Kaida-Anführer im Irak sowie die Einmischung der USA in muslimische Staaten gehandelt. Die New Yorker Polizei wies die Selbstbezichtigung der Gruppe aber als unglaubwürdig zurück. Andere Experten jedoch wollen die Echtheit des Bekennerschaft nicht ausschließen.

Wie der US-Sender ABC berichtet, gibt es offenbar mehrere Videos der TPP, die alle im Zusammenhang mit der Autobombe stehen. Auf Youtube seien die Filme auf einem eigens eingerichteten Kanal mit dem vollen Namen der Organisation, "Tehreek e-Taliban Pakistan", zu sehen gewesen. Der Sender zitiert offizielle aber unbekannte Quellen, nach dem mehrere Personen in Connecticut das Video hochgeladen haben sollen. In einem zweiten Film sei zu sehen, dass der tot geglaubte TPP-Chef Hakimullah Mehsud eine Serie von Anschlägen in US-Städten ankündige.

Koordiniertes Vorgehen mehrerer Täter

In der "Washington Post" heißt es, die US-Ermittler gingen zunehmend davon aus, dass es sich bei dem Anschlagsversuch um ein koordiniertes Vorgehen mehrerer Täter mit internationalen Verbindungen gehandelt haben soll. Der US-Blog "Long War Journal" schreibt zudem, dass der Tatverdächtige in einem Terrorcamp im Nord-Waziristan ausgebildet worden sei. In dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet unterhalten sowohl Taliban als auch al-Kaida Ausbildungslager für ihre Kämpfer - die Region gilt als Hochburg der Extremisten.

DPA/APN/Reuters / DPA / Reuters