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Auktion: Shell und Petronas erwerben Rechte an zwei irakischen Ölfeldern

Der Irak hat in einer groß angelegten Auktion die Lizenzen für die Ausbeutung zweier Ölfelder an internationalen Konsortien versteigert. Die Auktion sei "eine neue Ära in der Geschichte der irakischen Ölindustrie", sagte Iraks Regierungschef Nuri el Maliki am Freitag in Bagdad.

Der Irak hat in einer groß angelegten Auktion die Lizenzen für die Ausbeutung zweier Ölfelder an internationalen Konsortien versteigert. Die Auktion sei "eine neue Ära in der Geschichte der irakischen Ölindustrie", sagte Iraks Regierungschef Nuri el Maliki am Freitag in Bagdad. Sein Land hofft, nun schnell wieder zu einem der größten Erdölexporteure aufzusteigen und die klammen Staatskassen für den Wiederaufbau zu füllen.

Insgesamt stehen die Förderlizenzen für zehn Ölfelder zur Versteigerung, fünf sollten am Freitag versteigert werden, fünf weitere am Samstag. Die Auktion findet in einer Halle des Ölministeriums in Bagdad unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die Unternehmen müssen in ihren Angeboten angeben, wie viel Öl sie fördern wollen und wie hoch die Gebühren pro Fass Öl sind, die ihnen der Staat dafür zahlen soll. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft selbst verbleiben bei der irakischen Regierung. Das Ölministerium bewertet die Angebote mit einem Punktesystem. Liegt die geforderte Gebühr über dem maximalen Preis, den das Ministerium zu zahlen bereit ist, kann der Bieter innerhalb von 30 Minuten sein Angebot nachbessern.

Die erste Lizenz erhielten am Freitag der britisch-niederländische Mineralölkonzern Shell und sein malaysischer Wettbewerber Petronas. Sie dürfen damit das Ölfeld Madschnun, das zweitgrößte des Landes, erschließen, wie Iraks Ölminister Hussein el Schahristani sagte. Es wird geschätzt, dass in Madschnun nahe der iranischen Grenze insgesamt 12,6 Milliarden Barrel Öl lagern.

Das Konsortium der beiden Unternehmen hat zugesagt, in den kommenden sechs Jahren pro Tag 1,8 Millionen Barrel Öl (ein Barrel entspricht 159 Liter) zu fördern. Die Regierung zahlt ihnen dafür 1,39 US-Dollar (rund 95 Cent) je Fass. Den Zuschlag für das kleinere Ölfeld Halfaja, das etwas nördlich von Madschnun liegt, erhielt ein Konsortium unter der Führung des chinesischen Energieriesen CNPC. An der Gruppe sind auch Petronas und die französische Total beteiligt. Das Konsortium forderte 1,40 Dollar Gebühr pro Fass Öl und will täglich 535.000 Barrel fördern. Die Ölvorkommen in Halfaja werden auf 4,1 Milliarden Barrel geschätzt.

An der Auktion beteiligten sich insgesamt 44 internationale Firmen, darunter auch die Mineralölriesen BP, ExxonMobil und Chevron. Zudem waren Unternehmen aus den energiehungrigen Schwellenländern Indien und China dabei, aber auch Unternehmen aus Angola oder Vietnam.

Keine Angebot erhielt die Regierung am Freitag für das Ölfeld Ost-Bagdad und mehrere Felder, die zusammen als "Östliche Felder" bezeichnet werden. Das Angebot der angolanischen Energiefirma Sonangol lehnte das Ministerium ab, da die Gebühren zu hoch seien. Am Samstag wird unter anderen die Lizenz für das größte Ölfeld West-Kurna-2 versteigert.

Der Irak setzt massiv auf die Förderung und den Verkauf von Öl, um seine Staatsfinanzen aufzubessern und damit den Wiederaufbau des Landes zu bezahlen. Die Regierung erhofft sich durch die Abschlüsse mit internationalen Konzernen zudem positive Schlagzeilen vor den Parlamentswahlen, die im kommenden März anstehen. Das Land verfügt über die weltweit drittgrößten Erdölreserven, nach Saudi-Arabien und dem Iran. Die Einnahmen aus Ölverkäufen machen 85 Prozent der Staatseinnahmen aus.

AFP / AFP