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70. Jahrestag: Putin nimmt nicht an Auschwitz-Gedenkfeier teil

Der russische Präsident Wladimir Putin reist nicht zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz nach Polen. Es sei keine persönliche Einladung an ihn eingegangen.

Der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird ohne Russlands Präsident Wladimir Putin stattfinden

Der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird ohne Russlands Präsident Wladimir Putin stattfinden

Russlands Präsident Wladimir Putin wird nicht an der Auschwitz-Gedenkfeier in Polen teilnehmen. "Eine solche Reise steht nicht in seinem Terminkalender", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Sprecher des Präsidenten. Mit den Vorbereitungen vertraute Personen sagten, Hintergrund seien die Verstimmungen wegen des Ukraine-Konflikts. In Polen sei man besorgt wegen der innenpolitischen Auswirkung einer Einladung an Putin.

An den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers wollen zahlreiche Staats- und Regierungschefs nach Auschwitz reisen. Das Lager war am 27. Januar 1944 von sowjetischen Soldaten eingenommen worden.

Polen misstrauen Moskau

Den Insidern zufolge ist nicht Polen für die Einladungen verantwortlich, sondern die Veranstalter, darunter das staatliche Auschwitz-Museum. Die Regierung in Warschau habe ihrerseits lediglich diplomatische Noten verschickt. Eine formelle Einladung an Putin sei in einem Wahljahr allerdings als zu heikel gesehen worden. Aus russischer Sicht sei die Note jedoch zu wenig. Putins Sprecher bestätigte, dass keine persönliche Einladung an den Präsidenten eingegangen sei. Dies sei allerdings offenbar in diesem Zusammenhang ohnehin nicht üblich, sagte er. Zum 60. Jahrestag war Putin vor zehn Jahren nach Auschwitz gekommen.

Wegen der Ukraine-Krise sind die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen so schlecht wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Umfragen zufolge misstrauen viele Polen wegen des Konflikts der Regierung in Moskau.

and/Reuters / Reuters