Ausländerfeindlichkeit Welle der Gewalt rollt durch Südafrika


Auch Tage nach dem Ausbruch der fremdenfeindlichen Gewalt in der südafrikanischen Metropole Johannesburg bekommt die Polizei die Lage kaum unter Kontrolle. Im Gegenteil: Die Hetzjagden auf Ausländer finden mittlerweile auch in einem anderen Teil des Landes statt.

In der Hafenstadt Durban kam es zu Übergriffen von etwa 100 südafrikanischen Bewohnern des Armenviertels Umbilo auf Zuwanderer aus Nigeria. Ein Polizeisprecher erklärte, der mit abgebrochenen Glasflaschen und Steinen bewaffnete Mob fordere die Nigerianer zum Verlassen des Landes auf. Die Situation sei gespannt, die Polizei zeige starke Präsenz. Während die Zeitung "The Mercury" von sechs Verletzten berichtete, konnte die Polizei diese Angaben nicht bestätigen.

Derweil erwägt die Regierungspartei ANC den Einsatz der Armee in den betroffenen Elendsvierteln. ANC-Chef Jacob Zuma erklärte, Kriminelle nutzten die Unruhen für Überfälle und Plünderungen. "Ich würde deshalb den Einsatz von Soldaten nicht ausschließen, weil wir Maßnahmen ergreifen müssen, um die Gewalt zu stoppen", sagte Zuma.

Angesichts der Unruhen steigt auch die Sorge um die Konsequenzen für den Tourismus und die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in dem Kap-Staat. Danny Jordaan, Chef des WM-Organisationskomitees, erklärte, die Gewalt stehe in krassem Gegensatz zur Idee eines völkerverbindenden Sportereignisses und zu allen Idealen eines demokratischen Südafrikas.

In Johannesburgs Armenviertel Tembisa wurden wieder drei Menschen mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht. Dort ging die Polizei erneut gegen hunderte Bewohner vor, die auf der Suche nach Zuwanderern aus anderen afrikanischen Ländern unterwegs waren. Erneut standen Behausungen in Flammen.

Seit Ausbruch der brutalen Gewalt vor anderthalb Wochen sind nach offiziellen Angaben zwei Dutzend Personen getötet, Hunderte verletzt und rund 13.000 Menschen vertrieben worden.


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