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Kommentar

Brexit-Abstimmung: David Cameron – der Mann, der Europa verzockte

Der Brexit ist nicht nur eine Absage an die EU, sondern zeigt auch, dass Großbritannien ein Problem mit der eigenen kulturellen Identität hat. David Cameron hat dieses Misstrauen brutal und fahrlässig unterschätzt.

Der Brexit ist durch und David Cameron auch: Der britische Premierminister hat seinen Rücktritt angekündigt

Der Brexit ist durch und David Cameron auch: Der britische Premierminister hat seinen Rücktritt angekündigt

Es ist passiert. Sie haben es getan. Sie haben es tatsächlich getan. Sie haben den Schritt gewagt, von dem ihr Premier sagte, es sei ein Schritt ins Dunkle, in die Gefahr, ins Risiko.

Und niemand wird später sagen können, sie hätten es nicht gewusst.

Die Briten haben am Donnerstag mit 52 Prozent für den Brexit gestimmt. Sie sind dann mal weg. Und zwar keineswegs so, wie sich das einige aus dem "Leave"-Lager vorgestellt haben. Ein bisschen weg, um dann in Brüssel zu justieren und auf der Insel abermals abstimmen zu lassen. Raus ist raus. Darüber herrscht auf dem Kontinent Einigkeit.

Die Konsequenzen, wenn auch in Gänze noch nicht absehbar, sind ein Desaster. Sie sind ein Desaster für das Vereinte Königreich, ein Desaster für den Premierminister David Cameron, der immerhin so konsequent war und seinen Rücktritt ankündigte. Und sie sind ein Desaster für Europa und die Welt. Das Signal, das rund 17 Millionen britische Bürger senden, ist verheerend. Die In-Kampagne hatte die besseren Argumente, sie hatte mehr Geld, sie hatte mehr Prominente und Geschäftsleute auf ihrer Seite und die große Mehrheit der britischen Abgeordneten in Westminster.

EU als Sündenbock für tiefere Probleme

Sie haben es dennoch getan. Oder vielleicht: gerade deshalb. Die Abstimmung über die EU mag auf dem Festland als schallende Ohrfeige gegen Brüssel und die europäische Idee wahrgenommen werden. Das ist es auch. Und es ist zugleich nur die Hälfte der Wahrheit. Die andere und bittere Hälfte der Wahrheit ist, dass die Menschen auf der Insel das Vertrauen in das politische, wirtschaftliche und kulturelle Establishment verloren haben. Zumindest gut die Hälfte von ihnen, und darunter – besonders bedenklich – ein großer Teil von Labour-Wählern.

Es ist eine Absage an die großen Parteien, an Eliten, an Experten. Die Menschen fühlen sich nicht abgeholt, nicht verstanden und auch nicht repräsentiert. Und die EU war in diesem Fall der Sündenbock für etwas, das latent schlummerte. Großbritannien erlebte nicht nur eine Debatte über die EU, sondern eben auch eine Debatte über die eigene kulturelle Identität.

Das ist der größte Vorwurf, den man David Cameron machen muss. Er hat dieses Misstrauen brutal und fahrlässig unterschätzt. Und löst damit eine Krise aus, deren Schockwellen nicht nur sein Land, sondern ganz Europa verändern werden.

Brexit als Ergebnis einer verantwortungslosen Zockerei

Cameron zockte. Und verlor. Sein Rücktritt ist deshalb nur logisch. Er zockte schon vor zwei Jahren bei der Abstimmung über die schottische Unabhängigkeit – damals kam er gerade noch davon. Er zockte abermals und versprach seinen Landsleuten die EU-Abstimmung. Aber keinesfalls aus patriotischer Fürsorge. Er wollte vielmehr die notorischen Euro-Skeptiker in seiner Partei befrieden. Das war purer, und wie man nun weiß, verantwortungsloser Opportunismus – und diesmal kam er nicht davon.

Cameron wird in die Geschichte eingehen. Und zwar ganz anders, als er sich das vorgestellt hat. Als Premier, der Europa verlor. Als Premier, der sein Land in eine extrem ungewisse Zukunft führte. Als Premier, der einen ganzen Kontinent mit einer überflüssigen Volksabstimmung in einen Krisenzustand versetzte.

Ein Großbritannien, das vor allem den Briten gehört

Dieses Referendum könnte jenseits davon der Ausgangspunkt einer historischen Kluft sein. Einer Kluft viel größer und tiefer als das übliche Gezänk der Parteien. Nicht weniger als der Ausgangspunkt einer kulturellen Revolution. Die Briten haben eben auch für einen neuen Isolationismus gestimmt. Gegen Immigration und universale Menschenrechte. Für ein Großbritannien, das vor allem den Briten gehört.

Es ist ein Triumph der kleinen Geister. Und der Triumph einer toxischen und in Teilen beschämenden Rhetorik gegen Zuwanderung. Das Leave-Lager mag nun feiern. Es hat in diesem Wahlkampf vor allem an diese niederen Instinkte appelliert. Es ist mithin auch ein Sieg der niedereren Instinkte und eine Niederlage für das, was Großbritannien einmal auszeichnete: Liberalität, Offenheit und Toleranz.

Das Triumphgebrüll der "Leaver" wird nicht lange vorhalten.

Alsbald könnten die Sieger von heute die Verlierer von morgen sein. Spätestens dann, wenn sie den Wählern, die für das EU-Aus votierten, erklären müssen, dass sie sich gewaltig getäuscht haben. Dass es alles doch teurer ist, dass sie der EU noch nicht so mir nichts dir nichts entfliehen können. Dass Brüsseler Regularien trotz Brexit gelten und und und. Aber dann ist es zu spät. Raus ist raus.

Großbritannien und ganz Europa haben an diesem Donnerstag eine dunkle Stunde erlebt. 


kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(