HOME

Reaktionen auf Brexit-Votum: "Gott stehe unserem Land bei"

Die Briten haben abgestimmt: Das Land tritt aus der EU aus. Europa steht unter Schock. Die ersten Reaktionen auf die Brexit-Abstimmung.

Ehemalige Bedienstete der britischen Armee verlassen das Wahllokal

Brexit-Abstimmung in London: Ehemalige Bedienstete der britischen Armee verlassen das Wahllokal 

Der Ausgang des Brexit-Referendums stößt sowohl auf große Begeisterung - als auch auf bittere Enttäuschung. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte in Berlin: "Die Nachrichten aus Großbritannien sind wahrlich ernüchternd." Es sehe "nach einem traurigen Tag für Europa und für Großbritannien aus." 

Die deutsche Wirtschaft zeigte sich entsetzt. "Der Brexit ist für die deutsche Wirtschaft ein Schlag ins Kontor", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer. "Bei einem ihrer wichtigsten Handelspartner müssen sich die deutschen Unternehmen auf erhebliche Veränderungen einstellen.

"Zum Heulen zumute"

Das Nein der Briten zu Europa löst auch bei der Co-Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, Bestürzung aus. "Für mich ist das wirklich ein sehr trauriger Tag, und mir ist den ganzen Morgen zum Heulen zumute gewesen", sagte Harms im Brüsseler Europaparlament.

FDP-Chef Christian Lindner fordert Härte gegenüber London bei den voraussichtlichen Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens. "Eine bedauerliche Entscheidung der Briten, auf die es keinen Rabatt geben darf", sagte der Vorsitzende der Freidemokraten. 

"Schlechter Tag für Europa"

Politiker Paddy Ashdown, der ehemalige Chef der britischen Liberalen und früherer Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina der Vereinten Nationen, twitterte: "Gott stehe unserem Land bei." Und auch SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigt sich alarmiert: "Damn! Ein schlechter Tag für Europa."


Wilders fordert Referendum in den Niederlanden

Die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein fordert eine Abstimmung über eine Wiedervereinigung Irlands. Ein solches Referendum zur Abschaffung der irischen Grenze sei ein "demokratischer Imperativ", sollte Nordirland für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt haben, berichtete unter anderem der Sender Sky News unter Berufung auf Parteiquellen. "Die britische Regierung hat (...) jedes Mandat, die Interessen der Menschen in Nordirland zu repräsentieren, verloren", zitierte die "Irish Times" den Sinn-Fein-Vorsitzenden Declan Kearney.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders fordert auch in den Niederlanden eine Volksabstimmung. "Die Niederländer haben auch das Recht auf ein Referendum", erklärte der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit (PVV). Seine Partei fordere "ein Referendum über den Nexit, einen niederländischen Austritt aus der EU." Wilders ist ein scharfer Kritiker der Europäischen Union.

ivi/kis / DPA