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Bürgerkrieg in Libyen: Gaddafi-Truppen greifen erneut Misurata an

Nach dem UN-Votum für einer Flugverbotszone über Libyen zeigt sich die Gaddafi-Führung unbeeindruckt. Frankreich und Norwegen sind für einen militärischen Eingriff bereit. Unterdessen beschießen Gaddafis Truppen Misurata im Westen des Landes.

Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben am Freitag ihre Angriffe auf die von Regimegegnern kontrollierte Stadt Misurata erneuert. Die eingekesselte Stadt werde seit Stunden heftig beschossen, die Zahl der Opfer steige ständig, sagte ein Sprecher des Revolutionskomitees in der Stadt am Vormittag dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

Rund 25 Panzer seien an den Angriffen beteiligt. Es sei zu befürchten, dass die Gaddafi-Truppen die seit Tagen belagerte Stadt nun schnell einnehmen wollten, um die Bevölkerung dort als "menschlichen Schutzschild" gegen mögliche Militärschläge der internationalen Gemeinschaft zu missbrauchen. Misurata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, ist mit rund 400 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes.

Nach dem UN-Votum zeigt sich Gaddafis Regime selbstsicher. Das Land habe keine Angst, erklärte der Sohn des Machthabers, Saif al-Islam al-Gaddafi. Das berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija am Freitag, ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte in der Nacht zuvor eine Resolution gebilligt, die die internationale Gemeinschaft dazu ermächtigt, "alle erforderlichen Maßnahmen" zu ergreifen, um die Zivilbevölkerung in Libyen zu schützen, ausgenommen den Einsatz fremder Truppen auf libyschem Boden. Die Maßnahmen umfassen insbesondere eine Flugverbotszone über Libyen, schließen aber auch mögliche Luftschläge gegen militärische Ziele ein. Frankreich und Norwegen gaben an, sie seien für die Einsätze bereit.

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