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Kampf um Libyen: Nato-Angriffe treffen Gaddafis Residenz

Die Einschläge kommen näher für Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi: Die Nato hat Teile seiner Residenz in Tripolis schwer beschädigt. Ein "Tötungsversuch", wettert Gaddafis Sprecher.

Das Zentrum der libyschen Hauptstadt Tripolis ist in der Nacht zum Montag erneut von schweren Explosionen erschüttert worden. So traf die Nato mit ihren Luftangriffen auch mehrere Gebäude von Machthaber Muammar el Gaddafi in dessen weitläufiger Residenz. Das berichteten die französische Nachrichtenagentur AFP und der britische Sender BBC. Danach wurde Gaddafis Büro durch den Beschuss komplett, ein angrenzender Konferenzsaal teilweise zerstört. Nach Angaben eines Vertreters der libyschen Staatsführung am Ort des Geschehens wurden bei dem Angriff 45 Menschen verletzt, 15 von ihnen schwer. Der Beschuss sei ein "Tötungsversuch" gegen Gaddafi gewesen, sagte er. Seit Freitag fliegt die Nato verstärkt Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt. Auch die rund 200 Kilometer östlich von Tripolis liegende Hafenstadt Misrata war am Wochenende weiter heftig umkämpft. Am Sonntag seien in der Stadt mindestens 16 Menschen getötet und 71 verletzt worden, hieß es. Ein Augenzeuge sagte, die Truppen Gaddafis hätten die Stadt unter starken Beschuss genommen. Alle fünf Minuten seien Explosionen zu hören gewesen.

Der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagte dem US-Sender CNN, die Armee habe ihren Rückzug aus Misurata fortgesetzt. Dabei sei sie von Rebellen angegriffen worden und hätte sich zur Wehr gesetzt. Am Samstag hatte es zunächst geheißen, die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi hätten den Befehl erhalten, sich aus Misurata zurückzuziehen. Misurata liegt 210 Kilometer östlich von Tripolis und ist derzeit nur auf dem Seeweg zu erreichen. Die Versorgungslage in der drittgrößten libyschen Stadt ist sehr schlecht. Tausende afrikanische Gastarbeiter, Dutzende verletzte Kämpfer und Zivilisten wurden per Schiff in Sicherheit gebracht.

ben/AFP/DPA / DPA