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Bürgerkrieg in Mail: Franzosen kontrollieren offenbar Zugang zu Timbuktu

Die malisch-französischen Truppen erobern den Norden Malis Stück für Stück zurück. Bis sie die historische Wüstenstadt Timbuktu komplett unter Kontrolle haben, ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Der Vormarsch französischer Elitetruppen und der malischen Regierungsarmee gegen islamische Extremisten im Norden Malis geht rasant voran. Nach der Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Gao im Norden des Krisenstaats richtete sich die malisch-französische Offensive gegen die historische Wüstenstadt Timbuktu.

Die französischen und die malischen Truppen kontrollierten mittlerweile den Zugang zu der Oasenstadt, meldete die Nachrichtenagentur AFP. Auch der Flughafen sei unter Kontrolle. Dies habe der Führungsstab der Streitkräfte in Paris mitgeteilt. Der malische Präsident bestätigte die Informationen auf Twitter. Die französisch-malischen Truppen durchkämmen demnach seit der Nacht die Stadt. Vorausgegangen war eine Boden- und Luftoffensive im Kampf gegen die Islamisten.

Etliche Luftangriffe

Dabei wurden die Bodentruppen von der französischen Luftwaffe unterstützt. Rund 20 Luftangriffe seien gegen die Rebellen am Sonntag geflogen worden, verlautete am Abend aus dem französischen Verteidigungsministerium in Paris. Die malischen und französischen Truppen würden das Gebiet um Timbuktu kontrollieren, sagte ein Armeesprecher.

Berichte über die Bombardierung des Hauses des Ansar-Dine-Anführers Iyad Ag Ghali in Kidal an der Grenze zu Algerien wurden am Sonntagabend vom französischen Militär dementiert. "Das Haus steht noch, es hat in der Region von Kidal keine Luftangriffe gegeben", sagte ein Militärsprecher.

Zu den Kämpfen um Gao hieß es, dass dabei zahlreiche Rebellen-Einheiten "zerschlagen oder in Richtung Norden verjagt" worden seien. Inzwischen hätten malische Einheiten die vollständige Kontrolle über Gao, die zuletzt als Hauptstadt der Islamisten galt. Gao, Kidal und Timbuktu gelten als die wichtigsten Städte des Nordens.

Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begrüßten die anwesenden Staats- und Regierungschef der 54 Länder des Kontinents am Sonntag den Militäreinsatz Frankreichs. Der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn rief diejenigen Länder zur zügigen Entsendung von Truppen auf, die eine Beteiligung an der Mission Afisma (African-led International Support Mission in Mali) zugesagt haben.

EU sendet Militärausbilder nach Mali

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hatte zuvor bei einem Treffen führender Militärs in Abidjan in der Elfenbeinküste beschlossen, das Afisma- Truppenkontingent zur Unterstützung der malischen Armee von ursprünglich 3300 Mann auf 7700 Soldaten aufzustocken. Bisher sind erst knapp 1750 Soldaten der westafrikanischen Nachbarn in Mali eingetroffen, um sich an der multinationalen Eingreiftruppe zu beteiligen.

Die Europäische Union beginnt Mitte Februar mit der Entsendung von Militärausbildern nach Mali, wie ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel sagte. Diplomaten nannten den 12. Februar als Starttermin. Die EU hatte Mitte Januar beschlossen, 200 bis 250 Militärausbilder nach Bamako zu schicken, um Malis Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen. Doch will sich die EU nicht mit Kampftruppen am französisch-afrikanischen Militäreinsatz beteiligen.

anb/fw/DPA/AFP / DPA