VG-Wort Pixel

"Charlie Hebdo" Wie die Rechte auf den Anschlag in Paris reagiert


Der Anschlag auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist ein gefundenes Fressen für die Rechte. Die Chefin des französischen Front National fordert prompt, die Todesstrafe wieder einzuführen.

Für Rechtspopulisten in Europa ist der Terroranschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris eine Steilvorlage - schon lange sehen sie in der angeblichen "Islamisierung" europäischer Kulturen eine Bedrohung. Zuletzt hatte der ohnehin starke, rechte Front National bei der Europawahl mit 25,4 Prozent den Sieg in Frankreich geholt. Durch den mutmaßlich islamistischen Anschlag auf das Satireblatt "Charlie Hebdo", bei dem zwölf Menschen ums Leben gekommen sind, könnten die Rechtspopulisten weiteren Zulauf bekommen.

"Krieg gegen den Fundamentalismus"

Marine Le Pen, Partei-Chefin des Front National, fackelt nicht lange und macht Stimmung gegen Muslime. In einem Interview mit dem Fernsehsender "France 2" spricht sie von einem "Krieg gegen den Fundamentalismus" - und kündigt an, dass sie im Fall ihrer Wahl zur Staatschefin ein Referendum zur Wiedereinführung der Todesstrafe plane. Sie selbst befürworte eine Einführung der Todesstrafe, um damit "die abscheulichsten Verbrechen" ahnden zu können, sagt Le Pen. Der Anschlag komme einer Kriegserklärung der Islamisten gleich, ergänzt sie.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, twittert sarkastisch: "Der Islam ist doch Frieden und Liebe" - und stellt dazu eines der Videobilder vom Anschlag auf das Magazin "Charlie Hebdo", das die Attentäter zeigt während sie einen hilflos am Boden liegenden Polizisten erschießen.

Auch in Deutschland nutzt die Rechte den Anschlag für ihre Zwecke: Die AfD findet in einem Tweet unterstützende Worte für die Anti-Islamische-Bewegung Pegida - und fordert das Anliegen der Bewegung ernst zu nehmen. Bereits seit längerem liebäugelt die Partei mit den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes".

Die NPD springt ebenfalls auf den Anti-Islam-Zug auf und warnt - wie üblich - vor angeblicher "Überfremdung".

amt

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker