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Xi Jinpings Machtzirkel: Chinas Führungsriege: Erkennen Sie auf den ersten Blick, was auf diesem Bild fehlt?

Xi Jinping hat in Peking seine neue Führungsmannschaft präsentiert. Der Staatschef sucht den "Wiederaufstieg Chinas". Dabei sticht besonders ins Auge, wen er dazu offenbar nicht in seinen Reihen braucht. 

China: Erkennen Sie, was auf diesem Bild fehlt?

Die neuen Mitglieder des Ständigen Ausschusses des chinesischen Politbüros: Han Zheng, Wang Huning, Li Zhanshu, Staatschef Xi Jinping, Li Keqiang, Wang Yang und Zhao Leji (v. l.)

Mit dem Personalwechsel und der Verankerung seiner ideologischen Leitlinien in der Parteiverfassung ist Xi Jinping, der "starke Mann Chinas", auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seit dem Staatsgründer und "großen Steuermann" Mao Tsetung hatte kein chinesischer Führer eine vergleichbar starke politische und ideologische Stellung.

Nun sind fünf neue Mitglieder in den Ständigen Ausschuss des Politbüros aufgerückt, das höchste Machtgremium in China. Präsident Xi Jinping hat den gerade zu Ende gegangenen Parteikongress genutzt, um noch mehr Verbündete um sich zu versammeln. Auf den ersten Blick wird deutlich, wer nicht dazugehört: Frauen. Die insgesamt sieben Mitglieder - nur Xi Jinping und Premierminister Li Keqiang bleiben dem innersten Zirkel erhalten - sind ausschließlich Männer. Das war zwar auch schon im 18. Ständigen Ausschuss (von 2012 bis 2017) der Fall, ist dennoch erneut bemerkenswert.

Die neuen starken Männer Chinas 

Xi Jinping - Nach fünf Jahren im Amt der einflussreichste Parteichef seit Staatsgründer Mao Tsetung. Pragmatismus und Wirtschaftsreformen spielen unter dem 64-Jährigen nicht mehr so eine große Rolle, dafür die Vorherrschaft der Kommunistischen Partei.

Li Keqiang - Kümmert sich als Premierminister vor allem um die Wirtschaft, musste aber viel Macht an den Präsidenten abgeben. Der 62-Jährige galt im Frühjahr noch als Wackelkandidat, weil er einer anderen politischen Strömung als Xi Jinping angehört.

Li Zhanshu - Einer der engsten Verbündeten und langjähriger Weggefährte von Xi Jinping. Der 67-Jährige ist derzeit Stabschef des Präsidenten und wurde schon oft mit diplomatischen Missionen im Ausland betraut. Er soll möglicherweise Parlamentspräsident werden.

Wang Yang - Der 62 Jahre alte Vizepremier ist versiert in Wirtschafts- und Handelsfragen. Er ist das einzige neue Mitglied im Ständigen Ausschuss, das kein enger Vertrauter von Präsident Xi Jinping ist. Er wird dem Lager von Premierminister Li Keqiang zugeordnet.

Wang Huning - Der Denker. Der 62-jährige diente drei Präsidenten als Berater und hat ein enges Verhältnis zu Xi Jinping entwickelt. Vermutlich steckt er hinter dessen Idee vom "chinesischen Traum". Er wird Propaganda, Ideologie und Parteiorganisation verantworten.

Zhao Leji - Organisationschef der Partei. Als ehemaliger Parteichef von Shaanxi, der Heimatprovinz von Xi Jinping, werden dem 60-Jährigen enge Verbindungen zum Präsidenten nachgesagt. Er wird das Amt des obersten Korruptionsbekämpfers übernehmen.

Han Zheng - Arbeitete als Bürgermeister von Shanghai eng mit Xi Jinping zusammen, als der vor zehn Jahren Parteivorsitzender in der Metropole war. Ist heute selbst Parteichef Shanghais. Der 63-Jährige könnte neuer Vorsitzender der beratenden Konsultativkonferenz werden.


fs / DPA